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Kräftige Wachstumstendenzen am Frankfurter Flughafen verkündet die FRAPORT AG in ihrer jüngsten Pressemitteilung. Für Offenbachs Bürgermeister Horst Schneider eine nicht unproblematische Entwicklung; denn mit steigendem Flugaufkommen ist auch eine erhöhte Lärmbelastung insbesondere der Bürgerinnen und Bürger seiner Stadt verbunden.
Schneider: „Wenn der in der Branche herrschende Preisdruck dazu führt, die Urlaubsflieger immer früher starten zu lassen, wird es mit der Nachtruhe bald ganz vorbei sein. Die zurzeit bestehende Nachtflugbeschränkung wird immer mehr aufgeweicht und das von Ministerpräsident Koch proklamierte Junktim zwischen einem Nachtflugverbot zwischen 23.00 Uhr und 5.00 Uhr und dem Flughafenausbau gerät mehr und mehr zur Farce. Auch in der Zeit des „Lärmverbots“ zwischen 0.00 und 5.00 Uhr finden zunehmend Landungen statt, obwohl dies eigentlich nicht gestattet ist. Ministerpräsident Koch nimmt billigend in Kauf, dass am Ende des Verfahrens zum Flughafenausbau die Nordwestbahn auch ohne Nachtflugverbot in Betrieb geht. – Dies ist unredlich und eines Ministerpräsidenten, der für alle Menschen seines Landes Verantwortung tragen soll, selbst wenn er bis vor kurzem noch Vorsitzender des Aufsichtsrats von FRAPORT gewesen ist, unwürdig.“

Bereits heute weichen die Fluggesellschaften zunehmend auf die so genannten Tagesrandzeiten, das heißt auf die frühen Morgen- und die späten Abendstunden aus, um eine optimale Auslastung zu erreichen. Über Ausnahmeregelungen werden zusätzlich Landungen während der Nacht gestattet, die auf einem „Lärmkonto“ verbucht werden. Starts sind quasi die ganze Nacht ohne Einschränkung möglich.

Bürgermeister Horst Schneider sieht darin eine höchst unbefriedigende Situation: „Natürlich sind wir an der Prosperität des Frankfurter Flughafens interessiert. Es kann jedoch nicht sein, dass FRAPORT und die in Frankfurt angesiedelten Fluggesellschaften wirtschaftlichen Profit über die Gesundheit der hier lebenden Menschen generieren. Wir wehren uns mit Macht dagegen, dass der Preiskampf unter den Fluggesellschaften über den Köpfen der Offenbacher Bevölkerung stattfindet.“

Die Entwicklung des Flugaufkommens, so Schneider, zeige, dass eine Diskussion über Lärmverteilung und ein konsequentes Nachtflugverbot drängender denn je sind. Im Rahmen der Anhörung zum Flughafenausbau, die Mitte September in der Offenbacher Stadthalle beginnt, werde die Stadt ihre Position nochmals verdeutlichen. Bereits im Vorfeld habe er den Regierungspräsidenten angeschrieben und darauf hingewiesen, das die Einwohner Offenbachs wie auch die Menschen aus der Region großes Interesse daran haben, ihre Einwände persönlich vorzutragen. Deshalb möge der RP die Anhörung so terminieren, dass alle Betroffenen frühzeitig über den detaillierten Ablauf des Verfahrens informiert werden, um sich zeitlich einrichten zu können.