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Bunte Lose warten auf Gewinner
Bunte Lose warten auf Gewinner © gouv/Pixabay
Die Stadtverordneten kommen in einer Sondersitzung in der Stadthalle zusammen, um über die Corona-Hilfen für Offenbach zu entscheiden.

In einer Sondersitzung entscheiden die Stadtverordneten am Mittwoch, 28.10., in der Stadthalle über einen einzigen Antrag. Der Magistrat legt ein Konzept für ein Konjunktur- und Hilfspaket für Offenbach vor, mit dessen Erstellung eine Task Force betraut war. Dass ein solches Paket kommen soll, hatten die Stadtverordneten bereits im September beschlossen. Nun geht es um Inhalte – und Kosten.

Mit Gutscheinaktionen, Veranstaltungen, Rabatttagen und einem Hygienesiegel soll der Einzelhandel in Offenbach in der schweren Corona-Zeit unterstützt und die Sicherheit beim Shoppen gewährleistet werden. Das Konzept schlägt ein Cashback-System vor, über das Kundinnen und Kunden, die in Offenbach shoppen, bis zu 40 % des Einkaufswerts als Gutschein zurückerhalten können. Der Wochenmarkt soll mit einer Stempelkarte ähnlich gefördert werden. Gleichzeitig ist eine Online-Plattform vorgesehen, über die Gutscheine fürs Einkaufen und Ausgehen in Offenbach erworben und verschenkt werden können.

Samstags gratis parken und öffentliche Verkehrsmittel nutzen

Damit Menschen zum Einkaufen einfacher nach Offenbach kommen können, sieht das Programm die Einrichtung kostenloser Parkplätze und freier Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs jeweils für die Samstage auf Offenbacher Stadtgebiet vor. Außerdem soll es auf zentralen Plätzen eine Fahrradbewachung sowie einen Fahrrad-Service geben.

Das Konzept sieht vor, zusätzliche Besuchsanreize über Veranstaltungen zu schaffen. Hierzu stehen die Errichtung einer Eisbahn, die Durchführung des Weihnachtsmarkts mit Besucherzählung und gegebenenfalls coronasensibler Zugangsregelung in Rede. Sollte der Weihnachtsmarkt angesichts der dann vorherrschenden Infektionszahlen nicht durchführbar sein, soll der Magistrat mit der Erstellung eines Förderkonzepts für das Kulturgut Weihnachtsmarkt beauftragt werden. Weiterhin soll auch der Wochenmarkt mit Veranstaltungen für Besucher attraktiver gemacht werden. Ein Veranstaltungs-Konzept hierzu soll noch folgen.

Siegel prämiert gute Hygiene-Konzepte

Auch das Gefühl von Sicherheit soll gefördert werden. Hierzu schlägt die Task Force vor, einen Hygiene-Check ins Leben zu rufen. Ein Team von Experten und Expertinnen würde in Gastronomie und Einzelhandel überprüfen, ob die Hygiene-Vorschriften eingehalten werden. Gleichzeitig könnten so auch Verbesserungsvorschläge unterbreitet werden. Unternehmen, die ein gutes Hygiene-Konzept aufweisen, werden mit einem Siegel ausgezeichnet.

Weitere Anreize für den Einzelhandel setzt das Konzept mit einer Frühjahrstombola. Kundinnen und Kunden erhalten nach ihrem Einkauf Lose abhängig vom Einkaufswert. Wer gewinnt, kann sich auf einen von 2000 hochwertigen Preisen freuen. Außerdem sollen sogenannte Pop-up-Stores die Innenstadt beleben. Dabei geht es um die Zwischennutzung leerstehender Läden, in denen Kreative, Initiativen oder Vereine sich oder ihre Waren präsentieren können.

Auch Kultur und Sport sollen im Rahmen des Konzepts gefördert werden. Zum einen geht es darum, den Fortbestand des „Kleinen Offenbacher Kultursalons“ zu sichern. Zum anderen soll Sport- und Kulturvereinen sowie die freien Kultureinrichtungen eine Notfallunterstützung gewährt werden können, sodass sie – obwohl Veranstaltungen nur unter verschärften Hygiene-Bedingungen stattfinden können und allzu oft ganz ausfallen müssen – zumindest die laufenden Kosten decken können und ihr Bestand gesichert wird. Gleichzeitig soll die Unterstützung für ausländische Kulturvereine ausgeweitet werden.

Auch einkommensschwache Familien sollen profitieren

Besonders einkommensschwache Familien sollen von dem Konjunkturprogramm profitieren. Das Konzept sieht dafür – neben den bereits beschriebenen Maßnahmen - eine Abrechnung über die „Bildungskarte Offenbach“ vor, ein webbasiertes Verfahren zum Abrufen und Bezahlen von Leistungen, das seit 2012 von der Mainarbeit genutzt wird. Im Rahmen des Konjunkturpakets soll temporär eine weitere Börse installiert werden, über die Einkäufe in Offenbacher Unternehmen für bildungs- und teilhabebezogene Materialien abgerechnet werden können. Hierzu gehören beispielsweise Sportbekleidung und -ausstattung, Noten oder Bücher. Der Kreis der geförderten Geschäfte wird über das Registrierungsverfahren gesteuert. Nur Geschäfte, die analog zur Gutscheinaktion in einer Liste berücksichtigt sind, bekommen Zugang.

Das Hilfs- und Konjunkturpaket, das der Magistrat den Stadtverordneten vorlegt, ist teuer. Insgesamt veranschlagt die Task Force 3.583.000 Euro an Kosten für die beschriebenen Maßnahmen.

Stadtverordnete stimmen zu

Die Stadtverordneten beschließen in der Sondersitzung mehrheitlich, dass das Konjunktur- und Hilfspaket für Offenbach kommt.

Veröffentlicht am 28.10.2020
Zuletzt aktualisiert am 29.10.2020