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Offenbach am Main, 6. Januar 2021 – Spielplätze tragen mit ihren vielfältigen Bewegungs- und Kletterangeboten erheblich zur körperlichen Entwicklung von Kindern bei. Dabei werden nicht nur Koordination oder Gleichgewichtssinn trainiert. Das Zusammentreffen mit anderen Kindern fördert außerdem die soziale Entwicklung. Die Stadt Offenbach weiß um die positiven Eigenschaften der Spielplätze für die jüngsten Bürgerinnen und Bürger. Aus diesem Grund wurde bereits im Jahr 1974 der erste Spielplatzrahmenplan verabschiedet, der die Weiterentwicklung der Offenbacher Spielplätze regelt.

Offenbach ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Wegen der veränderten demographischen Struktur der Stadt, aber auch der im Laufe der Zeit rechtlich veränderten Rahmenbedingungen, reagierte die Stadt entsprechend und veranlasste bereits im Jahr 2007 die Überprüfung und Anpassung des Spielplatzrahmenplans. Im November 2010, vor gut zehn Jahren also, stimmten die Stadtverordneten in einem Grundsatzbeschluss für die Umsetzung des aktualisierten Spielplatzrahmenplans. Anschließend wurden bestehende Plätze nicht nur saniert und modernisiert, es entstanden auch völlig neue Spielplätze.

14 Spiel- und Bolzplätze konnten seitdem vollständig saniert werden. Dies sind unter anderem die Spielplätze Richard-Wagner-Straße / Mödlingstraße, Ostendplatz, Hessenring / Dornbuschstraße, Tempelseeanlage sowie die Bolzplätze Tempelsee-Anlage, Friedrichsweiher und Adolf-Kolping-Platz, um nur einige zu nennen. Baudezernent Paul-Gerhard Weiß verweist aber auch auf die neuen Anlagen: „Ich freue mich, dass der Gutsche-Park im Neubaugebiet Hafen und der Quartierspark Mathildenviertel bereits fertiggestellt sind. Dies sind die ersten beiden von insgesamt fünf neuen im Rahmenplan vorgesehenen Spielflächen. Darüber hinaus wurden drei neue Spielplätze zusätzlich geschaffen, die seinerzeit noch nicht so konkret waren: Im Senefelder Quartierspark sowie zwei Spielplätze im Neubaugebiet An den Eichen. Dort kommt außerdem eine neue Multifunktionsfläche hinzu.“

Von den im Rahmenplan vorgesehenen elf Teilsanierungen konnten bereits sechs umgesetzt werden. Es handelt sich hierbei um die Spielplätze Schillerschule, Kurt-Tucholsky-Straße, Adolf-Kolping-Platz, Schäferstraße, Martin-Luther-Park und Amerikawald. Doch auch für die restlichen Spiel- und Bolzplätze erkannten die Verantwortlichen einen Sanierungsbedarf. Idealerweise wird ein Spiel- oder Bolzplatz ungefähr alle zwölf Jahre saniert. Aus diesem Grund wurde die Sanierung von 42 weiteren Spielplätzen festgelegt. Wegen unvorhergesehen entstandenem dringlichen Handlungsbedarf wurden von diesen zunächst weniger priorisierten Sanierungsmaßnahmen bereits drei vorgezogen.

An neuen Spiel- und Bolzflächen sind im Baugebiet „Quartier 4.0“ auf dem ehemaligen Güterbahnhof-Gelände ein Spielplatz sowie eine neue Multifunktionsfläche, in den Baugebieten Bieber-Nord und Bürgel-Ost ein bzw. zwei Spielplätze und im Neubaugebiet „An den Eichen“ (Waldheim-Süd) zwei weitere neue Spielplätze vorgesehen.

Bis 2020 hat sich damit die Anzahl an Spielflächen im Stadtgebiet von 60 auf 65 erhöht und es ist eine neue Multifunktionsfläche entstanden. Mit allen Neuanlagen in den Neubaugebieten wird sich in den nächsten Jahren die Anzahl der Spielplätze im Stadtgebiet Offenbach auf 71 und der Bolzplätze auf 24 erhöhen. „Wir haben künftig aber nicht nur mehr Spielplätze in Offenbach, sondern auch modernere, vielfältigere Spielanlagen. Und mit der Umwandlung der klassischen Bolzplätze in Multifunktionsflächen bieten wir verschiedenen Altersklassen und Geschlechtern einen flexiblen Spiel- und Sportraum“, so Weiß. Er betont außerdem, dass die modernen Spielplätze heute verstärkt als Quartierstreffpunkt genutzt werden: „Auf diese Entwicklung gehen wir mit unterschiedlichen Ausstattungselementen ein. Dabei achten wir überall, wo es möglich ist, auf Barrierefreiheit und Abwechslung durch moderne Geräte und eine kindgerechte Gestaltung des Geländes.“ Die Spielplätze erhalten darüber hinaus einen eigenen Charakter und einen inhaltlichen Schwerpunkt. So werden beispielsweise verstärkt hochwertige und abwechslungsreiche Wasserspielanlagen im Stadtgebiet installiert.

Stadtrat Weiß legt mit Blick auf die Zukunft ein besonderes Augenmerk auf Angebote für die Altersgruppe der über 14-Jährigen, denn in diesem Alter ist der Bedarf an Freiflächen groß. „Die klassischen Spielplätze sind nur für ein Alter bis 14 Jahre zugelassen. Das können wir aus rechtlichen Gründen nicht einfach ändern. Eine Möglichkeit wäre es, eine neue multifunktional nutzbare Fläche, zum Beispiel auch mit neuen Sport- und Fitnessgeräten, abseits der Wohnbebauung auszuweisen, bei der mögliche Konflikte mit Anwohnern vermieden werden“, schlägt Weiß als mögliche Lösung vor.

Hintergrund zum Spielplatzrahmenplan

Der Spielplatzrahmenplan verfolgt drei übergeordnete Ziele:

  1. Für alle Stadtteile und Altersgruppen soll der Bedarf an Spielmöglichkeiten gedeckt werden.
  2. Auf den Plätzen sollen die Spielangebote verbessert werden. Außerdem sollen die einzelnen Angebote gut für Kinder erreichbar sein.
  3. Möglichst viele Spielflächen sollen in das vorhandene Grünsystem eingebunden werden. Ökologisch wichtige Wegeverbindungen sollen eine sichere Erreichbarkeit für die Kinder gewährleisten und das Spielen in naturnahen Grünflächen fördern.

Um die drei übergeordneten Ziele erreichen zu können, mussten zunächst verschiedene Themen betrachtet werden. So achteten die Fachleute auf die demographische Situation und entwickelten Prognosen für den derzeitigen und zukünftigen Spielflächenbedarf. Es erfolgte außerdem eine Bestandsaufnahme und eine Bewertung sowie Analyse aller städtischen Spiel- und Bolzplätze sowie den für die Öffentlichkeit freigegebenen Schulhöfen. Es wurden allgemeine Entwicklungsziele für das gesamte Stadtgebiet und Ziele für einzelne Standorte entwickelt. Daraus konnten Maßnahmen zur Erreichung der Ziele definiert und Prioritäten festgelegt werden.

In einer Maßnahmenliste werden die Sanierungs- und Umgestaltungsbedarfe bestimmter Spielplätze festgelegt sowie Bedarfe an Neuanlagen definiert. Für die wichtigsten 40 Maßnahmen wurden die Entwicklungsziele für den jeweiligen Spielstandort präzisiert.

Die 40 wichtigsten Maßnahmen umfassen 29 Komplettsanierungen und elf Teilsanierungen sowie die Neuanlage von fünf Spielflächen, um Versorgungslücken zu schließen.

Der Spielplatzrahmenplan ist weiterhin aktuell. Gemäß einer festgelegten Prioritätenliste werden alle vorhandenen Spielplätze bedarfsgerecht modernisiert. Aktuell wurde von den 40 vorrangigen Maßnahmen bis heute die Hälfte umgesetzt. Aufgrund personeller Verstärkung im Referat Stadtgestaltung und Stadtgrün können neben den vielen anderen Projekten, für die das Referat zuständig ist, in den nächsten zwei Jahren neun weitere Maßnahmen fertiggestellt werden. Der Spielplatzrahmenplan lässt dabei genügend Spielraum, um flexibel zu reagieren und gegebenenfalls dringende bauliche Maßnahmen vorzuziehen oder konkrete Modernisierungen und Wünsche in den einzelnen Spielplatzprojekten umzusetzen.

Weitere Informationen:

https://www.offenbach.de/leben-in-of/soziales-gesellschaft/kinder_und_jugendliche/spiel-und_bolzplaetze/subrubrik-spiel-und-bolzplaetze.php