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23. Juli 2003: Bürgermeister und Schuldezernent Stephan Wildhirt: „Qualitätssteigerung durch Eigenverantwortung ist die Formel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit der Stadt Offenbach am Main, der Schillerschule und der Gebäudemanagement Offenbach GmbH. Sie hat das Ziel, die sogenannte Eigenreinigung auszubauen und umfassend selbstverantwortlich zu organisieren.“
Diese „Best Practice“-Schilderung soll, stellt Bürgermeister Wildhirt fest, weitere Schulen ermutigen, eigenverantwortlich tätig zu werden und dadurch das Lernumfeld zu verbessern.

Die Schillerschule ist die integrierte Gesamtschule Offenbachs. Sie wird täglich von ca. 950 Schülerinnen und Schülern besucht. Seit 15 Jahren reinigen die Schülerinnen und Schüler der Schule die Teambereiche selbst. Das Entgelt für diese Eigenleistung betrug ca. 12.500 Euro pro Jahr und wurde von der Gebäudeverwaltung ausgezahlt. Die Reinigung der Verkehrsflächen, der Glasflächen und der Toilettenanlagen sowie die jährliche Grundreinigung wurde weiterhin von Fremdfirmen vorgenommen.
Die Erfolge, die sich im Laufe der Jahre zeigten, sind in den Augen von Herrn Bürgermeister Wildhirt beeindruckend, die Teambereiche wurden regelmäßig gesäubert, Verschmutzungen durch sorg- und achtlosen Umgang verringerten sich zusehends, da die Schülerteams den eigenen Arbeitseinsatz wertschätzen.
Diese Verhaltensänderung nutzte die Schule und dehnte den Betreuungsbereich der Schülerteams mit einem positiven Ergebnis auch auf Hof- und Wegeflächen aus.

Deshalb hat die Schillerschule die Idee entwickelt, die gesamte Reinigungsleistung (Unterhaltsreinigung und Grundreinigung mit Ausnahme der Glasreinigung) selbst zu übernehmen und hierzu eine „Schulfirma“ zu gründen. Die Argumente für diese Überlegung liegen auf der Hand:
- bessere Verzahnung der Eigenreinigung mit der bisherigen Fremdreinigung
- Erhöhung der Wertschätzung von „Reinigungsleistungen“ und Abbau des schulinternen „Reinigungsgefälles“
- Verbesserung der Reinigungsqualität, da die erforderlichen Reinigungsarbeiten intern geplant, gesteuert und überwacht werden können.
- für den modernen, teilweise handlungs- und praxisorientierten Unterricht sind die starren Grundsätze der Fremdreinigung problematisch, da das Leistungsverzeichnis die Flexibilität des Unterrichtes nicht abbilden kann und die – aus Schulsicht –notwendigen täglichen Veränderungen nur sehr schwierig zu vermitteln und dann auch zu kontrollieren sind.

Diese Idee der Schulgemeinde wurde von Bürgermeister Wildhirt begrüßt, da die zu erwartenden positiven pädagogischen Effekte eine Verbesserung des Lernumfeldes erwarten lassen.
Zur Ergänzung der Schülerleistung sollen Fremdleistungen bei Bedarf eingekauft werden können. Eine festangestellte Kraft für die Koordinierung und Kontrolle soll für einen geregelten Ablauf sorgen und die nötigen Geldmittel verwalten. Zur Finanzierung wird das bisherige Budget der Fremdreinigung bereitgestellt.
Das Schuldezernat hat die Schillerschule bei der Umsetzung begleitet und unterstützt. Nach Abwägung von Vor- und Nachteilen erwies sich die direkte Beauftragung der Schule als beste Lösung. Zwischen der GBM GmbH und der Schillerschule wurde ein gemeinsam gestalteter Dienstleistungsvertrag abgeschlossen.

Die erweiterte Eigenreinigung an der Schillerschule wurde am 01.04.2003 begonnen; die im ersten Quartal gesammelten Erfahrungen, sind – so Bürgermeister Wildhirt – „sehr positiv“. Für „Eigenleistungsprojekte“ eignen sich nach Meinung von Bürgermeister Wildhirt grundsätzlich die Leistungsbereiche, die nicht mit schulträgereigenem Personal abgedeckt werden, da durch das bestehende Vertragsverhältnis die Kostenstruktur und -höhe bekannt ist und vertragliche Veränderungen einfacher umzusetzen sind. Neben der beschriebenen Reinigungsarbeiten sind z. B. auch Grünpflege- und Renovierungsarbeiten in Eigenregie der Schulen denkbar.