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01. August 2007: Weniger Gewalt dank mehr Prävention – mit diesem Ziel nahm der Förderverein Sicheres Offenbach im September 2002 seine Arbeit auf. Zum fünfjährigen Bestehen ziehen die Verantwortlichen jetzt eine positive Zwischenbilanz: Ihre Einnahmen aus Mitgliedschaften und Spenden haben sich seit der Gründung auf 50.000 Euro verfünffacht, und die Liste der geförderten Projekte – vom Bürger-Alarm-System über Hausaufgabenbetreuung bis hin zum Selbstverteidigungskurs für Mädchen - wird immer länger.

Um die Präventionsarbeit in der Stadt zu intensivieren und auch finanziell zu fördern, riefen engagierte und namhafte Bürger vor fünf Jahren den Förderverein Sicheres Offenbach ins Leben. Die Gründungsmitglieder hatten allesamt gute Kontakte zu Wirtschaft, Einzelhandel und öffentlichen Institutionen. Dadurch konnten sie „schnell und unbürokratisch“ Projekte initiieren oder unterstützen, für die der Kommune oft das Geld fehle, sagte damals der Vorsitzende des Vereins, Amtsgerichtspräsident a.D. Wilhelm Uhl. Den Schwerpunkt bilden Anti-Gewalt-Projekte für Kinder und Jugendliche, weshalb die Verantwortlichen eng mit Schulen und Jugendzentren zusammenarbeiten.

Das Konzept kommt an: Die Liste der fördernden Mitglieder, die den Verein mit jährlich 2.500 Euro unterstützen, wächst stetig. Auf ihr stehen die Stadtwerke Offenbach Holding (SOH) mit ihren Tochtergesellschaften: der Gemeinnützigen Baugesellschaft Offenbach mbH (GBO), der Entwicklungs- und Erschließungsgesellschaft mbH (EEG), der Offenbacher Dienstleistungsgesellschaft mbH (ESO), der Gebäudemanagement GmbH (GBM) sowie der Offenbacher Verkehrsbetriebe (OVB). „Wir möchten unseren 20.000 Mietern ein Leben in sicherer Umgebung ermöglichen“, erläutert Winfried Männche, Geschäftsführer der GBO und SOH, sein Engagement als Vereins-Vizevorsitzender.

Hinzu kommen die Energieversorgung Offenbach (EVO), das Klinikum, die Messe GmbH und seit Mitte 2007 die Honeywell Building Solutions GmbH. Weitere fördernde Mitglieder sind die Baugenossenschaften Offenbach und Odenwaldring, BWS Sicherheitsdienste, die Gemeinnützige Offenbacher Ausbildungs- und Beschäftigungsgesellschaft (GOAB), die Mediacom Kabelservice GmbH, die Nassauische Heimstätte, Stenger Garten- und Landschaftsbau GmbH, der Treffpunkt Offenbach e.V. und die Zusatzversorgungskasse des Baugewerbes VVaG (SOKA-BAU).

Ein zentrales Projekt, das der Förderverein mit diesen Geldern ermöglicht, ist der Methodenkoffer „Gewaltprävention an Schulen“. Das Angebot - entwickelt mit Vertretern von Jugendamt und Schule, Wissenschaft und Forschung - umfasst zahlreiche Module zur Gewaltvermeidung, etwa Trainings und Fortbildungen, interkulturelle Konfliktbearbeitung und Kidspower. Um wirklich Erfolge zu erzielen, wird der 2005 entwickelte Methodenkoffer längerfristig vom Verein unterstützt und jeweils den aktuellsten Erkenntnissen zur Gewaltprävention angepasst. Im vergangenen Jahr bemühten sich bereits zehn Offenbacher Schulen um Fördermittel, 2007 sind es 11 Schulen.

Das Bürger-Alarm-System (BAS), das Offenbach als erste deutsche Großstadt eingeführt hat, ist ein weiteres wichtiges Projekt des Fördervereins. Zwei Jahre nach Einführung sind nun gut fünf Prozent der 60.000 Offenbacher Haushalte an dieses Frühwarnsystem angeschlossen. Mittels moderner Computertechnik erhalten sie direkt aus dem Polizeipräsidium Südhessen sicherheitsrelevante Informationen – etwa über Einbrecher oder Trickbetrüger, aber auch Wetterwarnungen oder Hinweise auf ein vermisstes Kind. Durch solch ein partnerschaftliches Modell (Details unter www.buerger-alarm-of.de) fühlen sich die Bürger sicherer, und die Aufklärungsquote der Polizei steigt.
Weitere geförderte Projekte 2007/2008 sind der Boxclub im Jugendzentrum Nordend, den der Berliner Beirat des „Bündnisses für Demokratie und Toleranz“ kürzlich für seinen vorbildlichen Einsatz auszeichnete, das Beratungsangebot „Streit-Krise-Gewalt“ für gewalttätige Männer und die deutsch-marokkanische Hausaufgabenbetreuung. Unterstützt werden auch das Frauenbüro, das Kids-Kino Lauterborn, die Kinder- und Jugendfarm sowie der Wendo-Selbstverteidigungskurs für Mädchen. Und immer wieder kommen Angebote hinzu: Als neuestes Projekt unterstützt der Förderverein Sicheres Offenbach die Ausstellung „Häusliche Gewalt“ im März 2008, die sich gezielt an Schüler ab der 9. Klasse und deren Lehrer richtet.

Weitere Informationen zum Förderverein „Sicheres Offenbach“ gibt es bei der Geschäftsstelle, die bei der GBO in der Jacques-Offenbach-Straße 22 ist, unter Telefon 069 / 840004-828 sowie im Internet: www.fvsof.de.