Sprungmarken
Suche
Suche

08. Januar 2008: Bürgermeisterin Birgit Simon und fachkundige Offenbacher aus Umweltkommission und Naturschutzbeirat begutachten neues Bachbett des Hainbachs

Über den Erfolg der Renaturierungsmaßnahme für das Hainbachtal, deren Ziel die Wiederherstellung des Fließgewässers als naturraumtypisches Ökosystem war, konnten sich Mitglieder aus Naturschutzbeirat und Umweltkommission jetzt bei einem gemeinsamen Vor-Ort-Termin auf Einladung von Bürgermeisterin und Umweltdezernentin Birgit Simon überzeugen.

Mit welchen Maßnahmen genau die Fähigkeit zur Eigenentwicklung und Selbstregulation des Baches wieder hergestellt und wie die Strukturgüte des Baches verbessert werden konnte, erläuterten Planungsarchitekt Ralf Habermann vom Frankfurter Landschaftsarchitektenbüro Götte und Roland Seeger der Bau ausführenden Firma Michel Bau.

Die Umweltdezernentin bezeichnete die abgeschlossene Renaturierung als „wichtigen Teil der städtischen Grünflächenkonzeption ‚Grünring vom Main zum Main’, bei dem Flora, Fauna und Mensch ein ökologisches Gefüge als naturorientierten Erholungsbereich in Innenstadtnähe zurückerhalten.“

Als interessierte Gäste waren auch Mitglieder des angrenzenden Kleingartenvereines Süd mit ihrem Vorsitzenden Hermann Kleck anwesend sowie Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung und der Lokalen Agenda.


Zur Geschichte des Hainbaches:

Der Hainbach ist einer der wenigen natürlichen Main-Zuflüsse in Offenbach – auch wenn er seit seiner Kanalisierung ab dem ehemaligen Schlachthofgelände nun nur noch indirekt über den Kuhmühlgraben in den Fluss mündet.

Der Hainbach entspringt im „Heusenstammer Sand“ bei Gravenbruch und ist ein typischer Sandbach mit einer Länge von 8 km und zwei Zuläufen.
Während das im Stadtwald gelegene „Südliche Hainbachtal“ noch großflächige wertvolle Auenbereiche und einen streckenweise naturnah ausgebildeten Bach aufweist und als naturschutzgebietswürdig bewertet wird, war der Bach ab der Stadthalle, als natürliches Landschaftselement bis heute nicht mehr erkennbar.

Umfangreiche Begradigungs- und Ausbaumaßnahmen gab es zuletzt in den sechziger Jahren, durch welche die natürlichen Uferzonen und Auenflächen zerstört wurden.


Leitbild und Entwicklungsziele Renaturierung Hainbach

Kennzeichnend ist ein möglichst verbauungs- und barrierearmer Bach, der standortgerechte Ufervegetation erreicht. Damit wird ein lineares Biotopverbindungselement zwischen den Grünflächen und dem bewaldeten Außenbereich geschaffen.

Gleichzeitig wird der Wasserhaushalt im Gebiet positiv beeinflusst (Grundwasseranreicherung im Gewässerumfeld, erhöhter Wasserrückhalt bei Hochwasser) sowie die Selbstreinigungskraft erhöht.

Langfristig bedeutet eine erfolgreich abgeschlossene Renaturierungsmaßnahme auch immer eine Senkung von Kosten. Anstelle von Pflege und Unterhaltung treten natürliche Mechanismen der Eigenentwicklung.

Im Bereich der Kleingärten wurden alle Maßnahmen auf die nach Wasserrecht erforderliche Minimallösung reduziert. Weichen mussten nur Gärten, die im geschützten Uferbereich von 10 Metern liegen.

Ermöglicht wurde die Renaturierung durch das Hess. Landesprogramm „Naturnahe Gewässer“. Die Stadt Offenbach am Main hat eine Förderung von 93% für das Projekt erhalten und konnte den Eigenanteil von ca. 45.000 EURO weitestgehend aus eingebrachten eigenen Grundstücken finanzieren.

Zahlen, Daten, Fakten des Projektes


Beginn der konkreten
Planungen: Im Jahr 2002, nach der naturnahen Umgestaltung des Buchhügelgrabens
Grundsatzbeschluss der Stadtverordneten-
versammlung: 13. November 2003
Projektbeschluss im
Magistrat: 18. November 2004
Wasserrechtliche Genehmigung
des RP Darmstadt: 6. Februar 2006
Finanzierungszusage
des Landes Hessen: 27. Juli 2006
Ausschreibung: März – April 2007
Magistratsbeschluss über die Auftragsvergabe: 9. Mai 2007
Bauzeit: 11. Juni – 26. November 2007
Etatisierte Baukosten
(inkl. Mehrwertsteuer): 654.840 EURO
Zuschuss des Landes Hessen 609.000 EURO (=93%)