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28. Oktober 2008: Erholung und Naturerlebnis will die Stadt Offenbach am Buchhügel stärker bündeln. Im Zuge des Neubaus des Polizeipräsidiums Südosthessen soll die Kinder- und Jugendfarm an den nahe gelegenen Wetterpark umsiedeln. Und auch die Abteilung Landschaftsbau der Gemeinnützigen Offenbacher Ausbildungs- und Beschäftigungsgesellschaft (GOAB) soll dort unterkommen. Für die touristische Infrastruktur des Wetterparks bedeutet dies einen enormen Zugewinn.

Der meteorologische Erlebnisparcours, den die Stadt in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst begründet hat, zieht jährlich mehr als 20.000 Menschen an. Unter fachkundiger Führung oder auf eigene Faust kann man in dem frei zugänglichen Park an insgesamt zwölf Stationen Wetterphänomene und ihre Hintergründe erkunden. Ein großes Manko bisher: Es gibt dort weder öffentliche Toiletten noch einen Kiosk. Und das soll sich durch den Zuzug der Kinder- und Jugendfarm sowie der GOAB ändern. Ein Besucherzentrum ist geplant.

Die Stadt möchte ein insgesamt etwa 1000 Quadratmeter umfassendes Gebäude errichten. Größtenteils soll es als Werkstatt zur Holzaufbereitung für die GOAB dienen, die am derzeitigen Standort 45 Mitarbeiter im Landschaftsbau beschäftigt. Diese Mitarbeiter, die schon jetzt eng mit der benachbarten Kinder- und Jugendfarm kooperieren und den Betreibern technische Hilfestellung leisten, sollen künftig dann auch den Wetterpark mitversorgen. Auch das neue Besucherzentrum soll von der GOAB betreut werden.

Dieses Besucherzentrum, das ebenfalls In dem einstöckigen Gebäude untergebracht wird, schließt Gastronomie sowie einen Besprechungsraum ein. Platz für Ausstellungen soll es ebenfalls geben. Der Neubau soll besonders energieffizient sein. Ökologische Baustoffe und erneuerbare Energeien sollen zum Einsatz kommen.

Das Gelände, das GOAB und Kinder- und Jugendfarm künftig neben dem Wetterpark zur Verfügung steht, ist mit 7000 Quadratmetern etwa so groß wie die jetzige Fläche. Beide Einrichtungen müssen also keine Abstriche machen. Und ein Flächenankauf ist für den Umzug auch nicht nötig, denn das Gelände neben dem Wetterpark ist bereits Eigentum der Stadt.

Der Bau des sogenannten Buchhügelhofs und der neuen Außenanlagen soll aus dem Erlös finanziert werden, den die Stadt durch den Verkauf des alten Geländes an das Land Hessen erwartet. Oberbürgermeister Horst Schneider beziffert den Erlös auf etwa zehn Millionen Euro. Die Baukosten am neuen Standort werden auf etwa 1,84 Millionen Euro geschätzt, wobei davon ausgegangen wird, dass die GOAB bei der Gestaltung des Außengeländes mitwirkt und Eigenleistung im Wert von rund 160.000 Euro erbringt.

Als Zwischenhändler tritt die Stadtwerke Offenbach Holding (SOH) auf. Sobald sich die Stadt und das Land Hessen vertraglich geeinigt haben, kauft die SOH das Gelände und veräußert es an das Land weiter. So steht der Stadt das Geld schneller zur Verfügung und braucht keine Kredite, um die neue Freizeiteinrichtung am Buchhügel zu finanzieren.

Für das alte Gelände zwischen Spessartring und Rheinstraße liegt ein Bebauungsplan-Entwurf vor, der den Plänen für ein neues Polizeipräsidium Südosthessen Rechnung trägt. Im Februar soll der Bebauungsplan Rechtskraft erlangen. Vor 2010 sei jedoch nicht mit einer Verlegung der Kinder- und Jugendfarm zu rechnen, so die Leiterin des Amtes für Stadtplanung und baumanagement, Susanne Schöllkopf. Baubeginn für den neuen Buchhügelhof könnte Ende 2009 sein.