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27. Juli 2011: Wer sich im Rhein-Main-Gebiet den Traum von den eigenen vier Wänden verwirklichen möchte, der hat in Offenbach nach wie vor gute Chancen. Die Preise für Eigenheim-Bauplätze sind im vergangenen Jahr wieder auf das Niveau von 2008 gesunken. Mit durchschnittlich 380 Euro pro Quadratmeter sind sie zudem günstiger als in anderen Großstädten in der Region. Das geht aus dem aktuellen Immobilienmarktbericht hervor, den der städtische Gutachterausschuss für Immobilienwerte vorgelegt hat. Auch die Preise für freistehende Eigenheime sind im Schnitt stabil geblieben. Leicht gestiegen sind indes die Preise für die am meisten nachgefragten Wohnimmobilien, nämlich Eigentumswohnungen sowie Reihen- und Doppelhäuser.

Während die Baulandpreise in Frankfurt, Wiesbaden oder Darmstadt im Schnitt erst bei 400 Euro pro Quadratmeter beginnen, bietet der Offenbacher Grundstücksmarkt immerhin eine Preisspanne von 330 Euro (an der Mühlheimer Straße) und 450 Euro (im Westend) pro Quadratmeter. Zwölf Grundstücksverkäufe wurden dem Gutachterausschuss für 2010 gemeldet. Insgesamt zeichne sich seit Mitte der 1990er Jahre eine Preiserholung ab, so Anna Meiser, stellvertretende Leiterin des Vermessungsamtes. Zwischen 1987 und 1994 war der durchschnittliche Quadratmeterpreis in Offenbach auf 550 Euro explodiert. „Ich bin bodenständig genug, , um zu wissen, dass auch 380 Euro für viele Menschen unerschwinglich sind“, sagt Oberbürgermeister Horst Schneider. Sein Ziel ist daher für einen guten Angebotsmix zu sorgen, um verschiedene Käuferinteressen bedienen zu können. Denn die Stadt möchte Neubürger gewinnen, die Offenbachs Wirtschaftskraft stärken, und sie möchte den Wegzug junger Familien verhindern.

2010 kamen immerhin 40 Prozent der Immobilienkäufer nicht aus Offenbach. Und die meisten von Ihnen werden wohl in naher Zukunft Offenbacher werden. Denn mehr als 80 Prozent der im vergangenen Jahr erworbenen Immobilien sind zur Eigennutzung bestimmt.

Mit insgesamt 32,3 Hektar bebauter oder unbebauter Grundstücksfläche war der Flächenumsatz in Offenbach im vergangenen Jahr um 32 Prozent geringer als 2009. Insgesamt wurden 838 Objekte veräußert. Damit verzeichnet Offenbach als einzige Großstadt im Rhein-Main-Gebiet einen Rückgang. „Als kleine Großstadt haben wir eben einfach kein so großes Angebot “, erklärt OB Schneider. Gemessen an der Größe des Stadtgebiets rangiere Offenbach sowohl bei der Zahl der Transaktionen als auch beim Flächenumsatz auf Platz zwei hinter Frankfurt und noch vor Darmstadt, Wiesbaden und dem Landkreis Offenbach, ergänzt Cornelia Jockisch, Leiterin des Vermessungsamtes und Vorsitzende des Gutachterausschusses.

Gestiegen ist der Umsatz am Offenbacher Immobilienmarkt. Er lag 2010 bei 256,5 Millionen Euro und damit 31 Prozent über dem Vorjahresniveau. Vier Großobjekte mit einem Kaufpreis über fünf Millionen Euro wechselten den Besitzer, darunter das Goldpfeil- und das Areva-Gelände. Insgesamt wurden beim Verkauf von Großobjekten 76,7 Millionen Euro umgesetzt.

Am günstigsten lässt sich der Traum von den eigenen vier Wänden in einem Reihen- oder Doppelhaus oder in einer Eigentumswohnung realisieren. Das gilt trotz der Preissteigerungen in diesem Marktsegment. Ein Reihen- oder Doppelhaus, Baujahr 1985, war 2010 für durchschnittlich 234.000 Euro zu bekommen (ein Plus von 6,4 Prozent gegenüber 2009), während ein freistehendes Eigenheim im Schnitt 325.000 Euro kostete. Altbauten aus der Zeit der Jahrhundertwende blieben hingegen im Preis stabil. Ein Reihen- oder Doppelhaus aus dieser Zeit kostete rund 187.000 Euro, ein freistehendes Gebäude etwa 206.000 Euro.

„Der Kaufpreis hängt ab von Wohn- und Grundstücksfläche, Baujahr, Ausstattung und Zustand der Immobilie“, so Anna Meiser. Dennoch könne man sagen: „Für den Preis einer Eigentumswohnung in Frankfurt bekommt man in Offenbach ein ganzes Haus.“

Neubau-Wohnungen (Erstbezug) kosteten im vergangenen Jahr durchschnittlich 2310 Euro pro Quadratmeter. Hier war eine Preissteigerung von 4,1 Prozent zu verzeichnen. Preisstabil (plus 0,7 Prozent) blieben Wohnungen Baujahr 1990. Der Quadratmeterpreis betrug 1495 Euro. Rund 1155 Euro betrug der durchschnittliche Quadratmeterpreis in Wohnungen aus den 1970er Jahren.

Egal, ob Neubau oder Wiederverkauf: Die teuersten Wohnungen gibt es in Rumpenheim. Dort lag der Quadratmeterpreis zwischen 1600 Euro pro Quadratmeter (Wiederverkauf) und 2450 Euro (Neubau). In der günstigsten Lage, nämlich zwischen Bahnlinie und Anlagenring, zahlte man rund 1285 Euro pro Quadratmeter für eine 20 Jahre alte Eigentumswohnung und 2030 Euro für einen Quadratmeter im Neubau.

2012 wird wieder etwas Bewegung in den Offenbacher Immobilienmarkt kommen. Dann stehen rund 70 Reihenhäuser an der Siemensstraße zum Verkauf. Am Hafen sollen 2013 rund 180 neue Miet- und Eigentumswohnungen fertig sein. Die Baugenehmigung liegt vor. Der Baubeginn ist für Mitte August geplant.

OB Schneider möchte das Angebot an hochwertigem Wohnraum in der Innenstadt weiter steigern und Investoren für die Bebauung von Industriebrachen gewinnen. Er hofft auch auf eine baldige Einigung im juristischen Streit um die Baugebiete Bürgel-Ost und Bieber-Nord. Rumpenheim sei indes weitgehend bebaut. Die Wohngebiete Rumpenheim-Süd, -Südwest und -West seien die letzten gewesen, die vertretbar waren, ohne die Struktur des Stadtteils zu gefährden.

Wer den Kauf oder Verkauf einer Immobilie plant, kann sich telefonisch an die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses wenden. Bei Angabe der nötigen Daten stellen die Mitarbeiter eine Vergleichswertberechnung an. Dieser Service ist kostenlos.

Der ausführliche Immobilienmarktbericht ist ebenfalls in der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses erhältlich. Er kostet 35 Euro in der Druckversion und 30 Euro als Pdf-Dokument