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Ergänzende Informationen im Nachgang zum Pressetermin am 28. November.

Die Wirtschaftsförderung ist die erste Adresse für Gewerbetreibende, die in Offenbach eine Fläche suchen. Denn das Team um Leiter Jürgen Amberger kennt nicht nur Liegenschaften in allen Lagen, sondern hat die aktuellen Entwicklungen und Tendenzen auf dem Markt und die Positionierung der Stadt immer fest im Blick. Diese fasst der jährlich erscheinende Flächenreport zusammen, der am 28. November für 2012 vorgestellt wurde.

„Qualität und Preis müssen stimmen, das zeigt sich in allen Segmenten“, erklärte Oberbürgermeister Horst Schneider. Daher sei man seitens der Stadt auch sehr bemüht, da wo es nötig sei, Eigentümer von Sanierungskonzepten oder Modernisierungen zu überzeugen, um als Standort weiterhin attraktiv zu bleiben. Vor allem im Bereich der Büroflächen gibt es aktuell Bewegung: so ist wurde die Oehler-Villa auf dem Clariant-Gelände in der Mainstraße aufwendig renoviert, im Hafen sind auf der Hafeninsel insgesamt vier Gewerberiegel geplant, die zusammen mit Flächen zur Wohnbebauung aktuell vermarktet werden. Auch im Kaiserlei ist einiges im Umbruch: „Die Weichen sind gestellt, der Grundstücksverkauf mit der Stadt Frankfurt ist im Gange“, so Jürgen Amberger, „und wir merken, dass das gesamte Areal schon jetzt im Fokus der Immobilienwirtschaft ist. Es gibt Interesse und Bewegung.“ Dort werden mit dem Umbau des Autokreises unter anderem rund 17.000 Quadratmeter Fläche innerhalb des Kreisels frei, die nach 2015 vermarktet werden können. „Hier sind integrierte Konzepte gefragt, insgesamt 12.000 Quadratmeter Handel sind mit Frankfurt vereinbart“. So spräche nichts gegen Gewerbeflächen im Sockel des Gebäudes der ehemaligen KWU an der Berliner Straße, meint Amberger. Dies allerdings nur ein Planspiel, denn über die weitere Nutzung entscheidet Eigentümerin Allianz Real Estate. Vorerst ein Planspiel ist auch die Mehrzweckhalle auf dem etwa 2 Hektar großen Areal an der Strahlenberger Straße, für Oberbürgermeister Horst Schneider ein „regionales Projekt“ mit entsprechender Außenwirkung, das aber nur gemeinsam mit einem Investor realisiert werden könne, der die Halle baut und später auch betreibe.

Ein Hauch Zukunftsmusik weht auch über die 40 Hektar Industriebrache der Alessa an der Mühlheimer Straße, dort stehen nach der Altlastensanierung in ein, zwei Jahren wieder Flächen für Produktion und Gewerbe zur Verfügung.

33.200 Quadratmeter sind derzeit im Bereich Lager und Produktionsflächen verfügbar, 42.693 Quadratmeter waren es noch im vergangenen Jahr. Davon 18.500 Quadratmeter in der Waldstraße 207, dem ehemaligen Gelände der Honda Deutschland, die Holzland Becker erworben hat. Im Bereich Ladenflächen ist das Angebot mit 12.600 Quadratmeter konstant: so konnten zwar 1.200 Quadratmeter im ehemaligen Goldpfeil-Haus K39 vermietet werden, allerdings schloss die circa 1.000 Quadratmeter große Intersport-Filiale in der Bieberer Straße im Oktober ihre Türen.
Weitesthegend konstant sind auch die Preise, die Mietpreise für Lager – und Produktionsflächen bewegen sich zwischen 2,00 und 6,00 EURO um 0,50 EURO höher auf dem Vorjahresniveau. Anders bei den Büroflächen: während die Durchschnittsmieten in den zwei größten Bürostandorten, Kaiserlei und Innenstadt, mit 8,50 bis 9,00 EURO relativ konstant geblieben sind, haben einige neu auf den Markt gekommene aufwendig renovierte Objekte zum Preisanstieg in Bürgel/Rumpenheim, Offenbach-Ost und Bieber-Waldhof zu einem Anstieg von 1,00 EURO geführt: der Durchschnittspreis bewegt sich hier nun zwischen 6,00 und 6,50 EURO. Lediglich im Bereich Offenbach-Süd lässt sich eine Tendenz abnehmender Büromietpreise verzeichnen.

Wer Büroflächen sucht, kann zwischen allen Größen und Lagen wählen: insgesamt verzeichnet der aktuelle Flächenreport 145.700 Quadratmeter freie Büroflächen. Hier gab es zwar in den vergangenen Monaten Vermietungen, jedoch trübt der Verkauf des ehemaligen Wetterdienstgebäudes durch den Bund die Bilanz der Wirtschaftsförderer: dadurch kamen weitere 17.000 Quadratmeter zu den schon länger leerstehenden Flächen, vor allem im Haus der Wirtschaft und im City Tower. Allerdings, räumt Amberger ein, stehe man im Vergleich zu Frankfurt ganz gut da: „Die Leerstandquote in Frankfurt liegt zwischen 13,10 und 14,40 Prozent. In Offenbach ist sie 2012 um 0,24 Prozentpunkte auf 11,33 Prozent gestiegen.“ Hinter dieser Zahl verberge sich allerdings eine gegenläufige Tendenz, so Amberger, denn während der Leerstand an höherwertigen Büroräumen deutlich zurückgegangen sei, habe der Leerstand an einfachen Büroräumen zugenommen. „Unsere Aufgabe für das nächste Jahr ist, Hauseigentümer einfacher Büroimmobilien dazu zu bewegen, ihre Liegenschaften zu renovieren und Investoren dazu zu animieren, ihre Neubauvorhaben zu forcieren.“