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Das Haus der Stadtgeschichte konnte auf einer Wiener Auktion ein Gemälde von Georg Heinrich Hergenröder (1736–1799), dem neben Georg Oswald May (1738–1816) bedeutendsten Offenbacher Maler des 18. Jahrhunderts, erwerben.

Georg Heinrich Hergenröder, in Darmstadt geboren, lebte spätestens seit 1774 in Offenbach am Main, wo er 1782 mit Unterstützung des Fürsten von Isenburg-Birstein eine Zeichenschule gründete. Zwei seiner fünf Kinder schlugen ebenfalls eine künstlerische Laufbahn ein. Seine Heimatstadt Offenbach hielt Hergenröder in mehreren Radierungen für die Nachwelt fest.

Bekannt ist Hergenröder für seine kleinformatigen Grotten- und Höhlenbilder im Stil des Utrechter Malers Abraham von Cuylenburg (1610/20-1658). Er hatte offenbar keine natürlichen Vorbilder für seine Motive: seine Höhlen sind Phantasiegebilde, die er mit Springbrunnen, Statuen, Grabmälern oder Ruinen sowie verschiedenen Staffagefiguren ausstattete. Hergenröders Werk spiegelt den gefühlsbetonten Zeitgeist des „Sturm und Drang“ wider. Mit seiner Abkehr vom Geist der Aufklärung und seiner Vorliebe für düstere, melancholische Naturdarstellungen stand er an der Schwelle zur Romantik.

Bei dem Neuankauf handelt sich um ein in dieser Tradition stehendes Gemälde. Es zeigt eine Grotte mit antikem Brunnen und Staffage, in Öl auf Holz gemalt. Mit 20,8 mal 27,3 Zentimeter ist das Werk in einem für den Maler typischen Kleinformat gehalten. Das Monogramm „GH“ auf der Vorderseite und die rückseitige Bezeichnung „Hergenröder“ verweisen auf ihn. Werke Hergenröders werden im Kunsthandel äußerst selten angeboten. Der letzte Ankauf gelang der Stadt Offenbach im Jahr 1952.