Sprungmarken
Suche
Suche

Gemeinsame Weichenstellung von Frankfurt und Offenbach für den Wirtschaftsstandort Kaiserlei: Beide Kommunen haben zusammen die Fortschreibung des Rahmenplans für den Stadtteil links und rechts der Grenze, die sie verbindet, erarbeitet. Der Magistrat der Stadt Offenbach hat den Plan bereits beschlossen.

„Das ist eine stabile Grundlage für eine einvernehmliche Entwicklung in den nächsten Jahren“, so die Planungsdezernenten Bürgermeister Olaf Cunitz und Oberbürgermeister Horst Schneider: „Der Kaiserlei ist ein wichtiger Impulsgeber für die Wirtschaft im Osten Frankfurts und in unmittelbarer Nachbarschaft zur Europäischen Zentralbank ein Standort von überregionaler Bedeutung“.

Frankfurts Bürgermeister Olaf Cunitz freut sich: „Die gute Zusammenarbeit von Offenbach und Frankfurt, die immer eine gemeinsame Zukunftsperspektive eröffnet und verfolgt, ist ein Vorbild für die gesamte Rhein-Main-Region.“ Und Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider ergänzt: „Eine Politik, die sich an Stadtgrenzen orientiert, schadet im Wettbewerb der Regionen. Wirtschaftsförderung, die Entwicklung von Wohnstandorten in einer intakten Umwelt sind gemeinsame Aufgaben. Es ist uns gelungen, am Kaiserlei aus den Interessen beider Städte eine gemeinsame Perspektive zu formen“.

Anlass und Grundlage für die Fortschreibung des Rahmenkonzeptes ist der Umbau des Kaiserleikreises. Im Jahr 2012 haben die Stadt Offenbach, der Bund, das Land sowie die Stadt Frankfurt seine Ertüchtigung vereinbart. Die zentrale Drehscheibe in Richtung Autobahnen und Flughafen wird nach dem Umbau in eine Doppelkreuzung für zusätzliche Verkehre aus der Richtung der neuen Honsellbrücke gerüstet sein. Mit dem Wegfall des Kreisels und der Verlagerung von Fahrbahnen gewinnt Offenbach etwa zwei Hektar wertvolle Gewerbefläche.
„Beide Städte haben ein gemeinsames Interesse an einer funktionierenden Verkehrsinfrastruktur über Stadtgrenzen hinweg“, weiß Frankfurts Verkehrsdezernent Stefan Majer: „Frankfurt und Offenbach haben hier unter Beweis gestellt, wie gute und faire Zusammenarbeit in der Region aussieht."

Der Rahmenplan orientiert sich auch künftig an der Leitidee, die Entwicklung des neuen Stadtteils entlang der Kaiserleipromenade hin zu Berliner Straße und Autobahn. Zwischen der Kaiserleipromenade und der Strahlenbergerstraße ist eine Blockrandstruktur mit Gebäuden, die sechs bis sieben Geschosse hoch sind, geplant. Die vertikalen Abmessungen entsprechen der bestehenden Bebauung von Hyundai und dem Alphahaus. Innerhalb dieser zentralen Struktur sind einzelne Hochhäuser entlang der Strahlenbergerstraße und der Autobahn möglich. Der bisherige Rahmenplan sah die sogenannten Hochpunkte im Bereich des heutigen Kreisels vor. Der Schwerpunkt der Nutzung wird auf Dienstleistung und Gewerbe liegen. Eine Wohnbebauung ist wegen der Siedlungsbeschränkung unter der Einflugschneise Flughafen nicht mehr möglich. Die entsprechenden Aussagen im alten Rahmenplan werden gestrichen.

Südlich der Kaiserleipromenade auf Frankfurter Gemarkung ist eine in der „Geschossigkeit“ etwas zurückgenommene Bebauung geplant mit Bäumen zur Straße. In diesem Areal ist eine gewerbliche Nutzung vorgesehen. Südlich der Berliner Straße, im Bereich des Grenzgrabens, soll ebenfalls ein neues Quartier für Dienstleistung und Gewerbe entstehen. Der Rahmenplan legt fest, dass von hier keine Störwirkung für die benachbarte Wohnbebauung entstehen darf. Das heutige Wohngebiet auf Offenbacher Gemarkung westlich des August-Bebel-Rings und die neue Gewerbefläche sollen durch einen Grünzug getrennt werden. Der motorisierte Verkehr wird ausschließlich über die Berliner Straße angebunden.

„Mit dem gemeinsamen Rahmenplan für das Kaiserleigebiet haben die Nachbarsstädte Offenbach und Frankfurt die Grundlage für eine erfolgreiche städtebauliche und wirtschaftliche Entwicklung gelegt. Beide Kommunen und die Region werden von diesem Wirtschaftsstandort profitieren“, ist auch Frankfurts Wirtschaftsdezernent Markus Frank überzeugt. „Als konkretes interkommunales Projekt verfolgen die Nachbarstädte die Errichtung einer Multifunktionsarena im Kaiserleigebiet. Sport, Konzerte und Kultur sollen in dieser Location Platz finden.“
Die Offenbacher Stadtverordneten sollen am 12. September über den Rahmenplan entscheiden. Die Beschlussfassung durch die Frankfurter Gremien ist derzeit noch nicht terminiert.

Anfang der 1990er Jahr einigten sich Offenbach und Frankfurt auf eine gemeinsame Entwicklung des Kaiserleigebietes und vereinbarten einen städtebaulichen Wettbewerb. Der prämierte Entwurf ist bis heute Grundlage für die gemeinsame Entwicklung des Stadtteils. Offenbach hat daraus den Bebauungsplan B609 „Strahlenbergerstraße Mitte“ (Rechtskraft 2002) abgeleitet. Auf den mittlerweile fast vollständig bebauten Flächen entstanden die Hyundai-Deutschland Zentrale und das Alphahaus.

Auf Offenbacher Gemarkung werden jetzt zeitnah die Bebauungspläne Nr. 610 (Strahlenbergerstraße West) und 614A (An der Bautobahn 661 – zwischen Strahlenbergerstraße und Berliner Straße) erarbeitet. Die Aufstellungsbeschlüsse sollen ebenfalls in der Stadtverordnetenversammlung am 12. September getroffen werden. Ihre Geltungsbereiche umfassen insgesamt eine Fläche von 14 Hektar. Die Stadt Offenbach bereitet gleichzeitig den Rückbau des Kaiserleikreisels und die Errichtung der neuen Kaiserleipromenade vor. Beginn der Arbeiten voraussichtlich im Jahr 2015.