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Der Erfolg hat bekanntermaßen viele Väter. So auch im Fall des Rudervereins Hellas e.V. Nachdem sich alle ein Stückchen bewegt haben, kann der Neubau des Rudervereins Hellas e.V. am Nordring Gestalt annehmen: 2004 hatte mit der Entscheidung der Stadt, das Hafengebiet als Wohn- und Bürostandort zu entwickeln, die Suche nach einem neuen Standort für den traditionsreichen Verein begonnen.

Gemeinsam mit Architekt Thomas Knappheide wurden unterschiedliche Alternativen geprüft, das jetzige Gelände entspricht mit seinen rund 2.700 Quadratmetern zwar nur 50 Prozent der alten Fläche, „aber“, so Vereinsvorstand Dr. Bernd Hübinger, „wir wollten der Entwicklung nicht im Wege stehen.“ Zudem verschaffe die neue Lage dem Ruderverein, der in den über 100 Jahren seines Bestehens, mehr als 6.000 Siege in nationalen und internationalen Wettbewerben errungen hat, mehr Aufmerksamkeit. Das neue Gelände in unmittelbarer Nachbarschaft zur Sportgemeinschaft Wiking und dem Kulturzentrum Hafen 2 besitzt freie Sicht und eine lange Landzunge, beides wichtige Voraussetzungen für die Sicherheit der Ruderer. „Denn“, so Dr. Hübinger, „sowohl das Ablegen als auch das Anlanden erfordern Platz für Ruder und Boote.“ Der 1901 gegründete Verein hatte 1921 sein Vereinsheim, das neben Stellplätzen für die Ruderboote auch eine Gaststätte sowie eine Wohnung für deren Pächter umfasste, an einer breiteren Stelle des Mains unweit der Carl-Ulrich-Brücke errichtet.
Auf eine eigene Gastronomie hat der Verein jetzt verzichtet, auch insgesamt ist das Raumkonzept vergleichsweise reduziert. Dafür bietet das von Knappheide entworfene Gebäude den acht Meter langen „Einern“ ebenso Platz wie den achtzehn Metern langen „Achtern“. Insgesamt 60 Boote können auf der Grundfläche von 30 mal 24 Metern in den Bootsregalkonstruktionen im Erdgeschoss untergebracht werden. 18 mal 17 Meter hingegen misst die Grundfläche des Obergeschosses, hier hat der Architekt die Funktionsräume des Vereins, einen 100 Quadratmeter großen Fitnessbereich und eine 130 Quadratmeter große Terrasse eingeplant. Das Obergeschoss aus Holz, im Erdgeschoss soll Gussglas zum Einsatz kommen. „Dadurch kann Tageslicht genutzt werden und abends kann das Gebäude mit Beleuchtung als ein stimmungsvoller Hingucker inszeniert werden“, erläutert Knappheide.

Rund 1 Millionen EURO sind für den Neubau veranschlagt, die Kosten werden von der Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft OPG übernommen. Möglich wird dies durch die Bereitschaft des Vereins, den bestehenden Erbpachtvertrag des alten Geländes, der eine Laufzeit bis 2030 hat, zu tauschen. „Mit der Einigung auf das neue Grundstück und den Erbbaurechtstausch ist sozusagen ein gordischer Knoten geplatzt“, so Daniela Matha, Geschäftsführerin der für Entwicklung und Vermarktung des Hafens zuständigen OPG: „Das Gelände des Rudervereins ist ein wichtiger Baustein innerhalb des ersten Bauabschnitts und es zeichnen sich bereits weitere Verkäufe innerhalb des Areals ab.“

BU:
v.l.n.r.: Dieter Roos, Hellas e.V, Ulrich Lemke, OPG, Hellas-Vorstand Dr. Bernd Hübinger, Peter Dinkel, Mediator und Vorsitzender des Sportkreis, OPG-Geschäftsführerin Daniela Matha, Bürgermeister Peter Schneider, OPG-Projektleiter Oliver Camus, Walter Scheller, Hellas e.V., und Architekt Jörg Knappheide