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Ergänzende Informationen im Nachgang zum gestrigen Pressetermin.

1699 fanden die ersten hugenottischen Glaubensflüchtlinge in Offenbach eine neue Heimat, seitdem hat die Stadt viele Menschen aus unterschiedlichen Kulturen aufgenommen. Das Buch „Mein Dein Unser Offenbach – Eine Bestandsaufnahme zur modernen Zuwanderung nach Offenbach am Main“ versammelt unterschiedliche Autoren und Blickwinkel und ist Bestandsaufnahme und gesellschaftlicher Seismograph zugleich.

Eine Kartoffel, ein Bembel, eine Kölner Dose, die Sportfahne „Romania“ und ein selbstgemachtes Bilderbuch: jedes dieser Dinge erzählt die persönliche Geschichte eines Offenbachers. Sie berichten von Menschen, die nicht unbedingt hier geboren, aber doch im Laufe der Jahre in Offenbach angekommen sind. Neben Frankfurtern und Rheinländern, Menschen wie Vicente Such-Garcia, der 1960 mit zweieinhalb Jahren aus Barcelona nach Deutschland kam und dessen erstes Wort, noch vor „Guten Tag“ oder „Auf Wiedersehen“, Kartoffel war.
Oder das Bilderbuch, das die Iranerin Frau Y. nach ihrer Ankunft in Deutschland aus Werbeprospekten herstellte. Mit den bunten Bildern und den Artikelbeschreibungen lernte sie mit ihrer Familie die ersten deutschen Worte. Im Herbst vergangenen Jahres ist das Haus der Stadtgeschichte bei der Ausstellung „Mein Dein Unser Offenbach“ auf Spurensuche gegangen. Mit Interviews und interaktiven Elementen ging es darum, Migrationsgeschichten aufzuspüren und zugleich Geschichte und Bedeutung, insbesondere der modernen Einwanderung seit dem Jahr 1955 in Offenbach zu erzählen. Denn die Stadt ist wie kaum eine andere von vielfältigen Menschen aus unterschiedlicher Kulturen geprägt, deren Multikulturalität durchaus ein Alleinstellungsmerkmal ist: „Bereits die Ausstellung hat gezeigt, dass und wie Offenbach Zuwanderung erfolgreich bewältigt,“ so Dr. Jürgen Eichenauer, Leiter des Haus der Stadtgeschichte und gemeinsam mit Dr. Ralph Philipp Ziegler vom Amt für Kulturmanagement Herausgeber der gleichnamigen Publikation „Mein Dein Unser Offenbach. Geschichte und Gegenwart der Migration nach Offenbach“, die seit 15. Mai zum Preis von 16,90 EURO im Buchhandel erhältlich ist.

Finanziert aus Projektmitteln der Modellregion Integration des Landes Hessen, der Städtischen Sparkasse und des Sparkassenverbands Hessen-Thüringen verbindet das Buch „viel Herzblut und verschiedene Blickwinkel“, so Stadtrat und Integrationsdezernent Dr. Felix Schwenke. Gestaltet haben es die beiden Brüder Nicolas und Oliver Kremershof, die bereits bei der Konzeption der Ausstellung beteiligt waren. Deren grafische Elemente finden sich jetzt im Buch wieder, unterschiedliche Farben repräsentieren die bunte Vielfalt in der Stadt. Auf 179 Seiten finden sich zahlreiche unterschiedliche Zugänge zur bunten Offenbacher Identität. Angereichert mit einem detaillierten, statistisch fundierten Rückblick auf die Zuwanderung von Migrantinnen und Migranten nach Offenbach am Main seit dem Jahr 1955 und den ausgewerteten Interviews, die im Rahmen der Ausstellung mit Passanten entstanden sind. Herkunft, Hoffnung, Sehnsucht, Ankunft, Mobilität, Identität: in Fragebögen und auf bunten Tafeln im Haus der Stadtgeschichte konnten sich Offenbacher mit und ohne Migrationshintergrund äußern.

Dass die meisten Menschen hier ankommen konnten, sieht Jürgen Schomburg in der Funktion Offenbachs als Drehscheibe begründet: „Offenbach ist eine erfolgreiche Integrationsmaschine“, meint der Diplom-Pädagoge, der die geschichtliche Dimension der Zuwanderung untersucht hat.
Und Ana-Violeta Sacaluic, Projektkoordinatorin des Förderprogramms Modellregion Integration ergänzt: „Migration verändert die Identität einer Stadt und durch diese Arbeit wurde Integration geleistet“. Wichtig sei, dass alle gemeinsam mitgestalten: „Trotz aller Probleme, die entstehen, wenn unterschiedliche Menschen zusammenkommen“, so Kriminalhauptkommissar Jürgen Schmatz, „ist Integration doch eine enorme Bereicherung“.

„Mein Dein Unser Offenbach – Eine Bestandsaufnahme zur modernen Zuwanderung nach Offenbach am Main“, 179 Seiten, erschienen im Cocon-Verlag und kostet 16,90 EURO .


BU: Dr. Ralph Ziegler, Amt für Kulturmanagement, Guido Braun, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Offenbach, Dr. Jürgen Eichenauer, Leiter Haus der Stadtgeschichte, und Integrationsdezernent Dr. Felix Schwenke mit den druckfrischen Exemplaren.