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Aufzüge, die häufig ausfallen und Verschmutzungen, die immer wiederkehren – die Stadt drängt die Deutsche Bahn im Interesse der Bürger, Ärgernisse an den Offenbacher S-Bahn-Stationen und am Hauptbahnhof schnellstmöglich zu beseitigen. Zu einem Runden Tisch mit den Verantwortlichen lud kürzlich das Ordnungsamt, das im vergangenen Jahr selbst mehr als 100 Verwarngelder erhob.

Die Stadt Offenbach drängt die Deutsche Bahn zu mehr Engagement an den Offenbacher S-Bahn-Stationen und am Hauptbahnhof. Zu einem Runden Tisch mit Vertretern der Bahn, der Bundespolizei und dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) hatte kürzlich das Ordnungsamt eingeladen. Die Stadt vertraten Bürgermeister Peter Schneider, Stadtrat Dr. Felix Schwenke, die Gesellschaft Nahverkehr in Offenbach (NIO), die Gemeinnützige Baugesellschaft Offenbach (GBO) sowie die städtische Behindertenbeauftragte und das Ordnungsamt. Im Fokus standen die Sauberkeit und Sicherheit in den Stationen.

Prinzipiell ist die Sicherheitslage an den Bahnhöfen auf Offenbacher Stadtgebiet laut Bundespolizei und DB Sicherheit unauffällig. Ordnungsdezernent Schwenke wünschte sich dennoch eine größtmögliche Präsenz der Sicherheitskräfte der Bahn und der Bundespolizei sowie ein Eingreifen bei Verstößen gegen geltende Regeln und Verordnungen, insbesondere an der stark frequentierten Station Marktplatz. „Verstärkte Kontrollen und Sanktionen auf den Bahnsteigtreppen, die als Rettungsweg ausgewiesen sind, sind mir besonders wichtig“, so Schwenke. „Blockaden und Verschmutzungen durch rauchende, auf den Boden spuckende und essende ,Treppenhocker‘ müssen wirksam unterbunden werden.“ Das Ordnungsamt hat dort im vergangenen Jahr auf Veranlassung Schwenkes und auf Grundlage der bestehenden Ordnungspartnerschaft mit der Bahn allein nach dem Bundesnichtraucherschutzgesetz in mehr als 100 Fällen Verwarngelder erhoben.

Auch die Sauberkeit in den Bahnstationen war Thema des Runden Tischs. Wie mit den begrenzten finanziellen Mitteln die Sauberkeit in den Offenbacher Stationen verbessert werden kann, will die Bahn prüfen. Insbesondere die Treppen zu den Bahnsteigen in den unterirdischen Stationen werden offensichtlich unzureichend gereinigt, ähnlich auch die Automaten und weiteres Mobiliar auf den Bahnsteigen. Die abgehängten Beleuchtungen über dem Bahnsteig sind stark verschmutzt. Auch auf die Notwendigkeit, die Tunnelwände zu reinigen, wurde erneut hingewiesen – dort setzt sich seit vielen Jahren der Bremsstaub der Züge ab. Die durch Tauben verkoteten Leuchten an den Treppenabgängen in der Station Marktplatz hat die Bahn nach einem Hinweis von der Stadt mittlerweile gereinigt, Taubenvergrämungsmaßnahmen sollen dort noch folgen.

In Offenbach-Ost ist die Verschmutzung durch Taubenkot dagegen noch immer nicht behoben. Dort erfolgen jedoch mittlerweile Arbeiten der Bahn an den Dächern, um das Nisten der Tauben und damit die starke Verkotung des Bahnsteiges zu verhindern. Die Maßnahmen werden vom Amt für Veterinärwesen und dem stellvertretenden Vorsitzenden des Offenbacher Tierheims begleitet.

Ein großes Ärgernis sind auch die häufigen und manchmal längerfristigen Ausfälle von Rolltreppen und Fahrstühlen in den S-Bahn-Stationen. Bürgermeister Peter Schneider: „Behinderte Fahrgäste haben oft nicht die Möglichkeit, die S-Bahn zu erreichen oder müssen bis zur nächsten Station weiterfahren. Eine Minimierung der Ausfallzeiten durch schnelles Handeln der Bahn ist dringend nötig!“

Mobilitätsprobleme für Seh- und Gebehinderte gibt es auch am Offenbacher Hauptbahnhof. Hier fehlen bekanntlich Rolltreppen und Aufzüge sowie Ansagen für Sehbehinderte, die auch an den S-Bahn-Stationen vermisst werden. Nach Ansicht der Stadt könnte ein barrierefreier Umbau des Hauptbahnhofes auch die Vermarktungsmöglichkeiten der dortigen Räume verbessern.