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Ergänzende Informationen für alle Kolleginnen und Kollegen, die am Pressetermin (18. September 2014) nicht teilnehmen konnten.

Vier Jahre sind seit dem Grundsatzbeschluss 2010 vergangen, 2011 folgte ein Architekturwettbewerb mit anschließendem Variantenvergleich, 2012 ein erweiterter Grundsatzbeschluss und am 22. Februar 2013 schließlich die Zustimmung des Regierungspräsidenten: Mit zweijähriger Verspätung kommt nun endlich Entlastung für die Goetheschule in Sicht, ab Frühjahr kommenden Jahres sollen Grundschule und Kindergarten im Hafen Gestalt annehmen und das Nordend mit dem neuen Quartier im Hafen verbinden.

Für Oberbürgermeister Horst Schneider ist die Hafenschule mit Kita ein nicht zu unterschätzendes Strukturmerkmal, wenn es darum geht „Offenbach mit einer qualitativen Wachstumsstrategie aus der Krise herauszuführen.“ Denn neben der Entlastung der seit 2011 an ihre Kapazitätsgrenzen stoßenden Goetheschule geht es auch um Urbanität im neuen Hafenviertel: familienfreundliche Konzepte gehören unbedingt dazu, Schule und Kita waren daher bei der gesamten Quartiersentwicklung immer mitgedacht.

Der Hafen 2 hat bereits den Platz geräumt, der Lokschuppen wird voraussichtlich Anfang kommenden Jahres abgerissen, dann kann auf dem 7.093 Quadratmeter großen Grundstück mit der Gründung begonnen werden. „Die Gründung im Hafengebiet ist schwierig“, erläutert Astrid Reese vom Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement, daher werde es demnächst eine Probebohrung geben, um zwischen Tief- oder Pfahlgründung zu entscheiden. Reese rechnet mit einer Bauzeit von rund 2 Jahren, im Juli 2017 soll das Gebäude fertiggestellt sein.

Zum Schuljahresbeginn im August 2017 finden dann 400 Schüler und Vorklassen gute Bedingungen für ihre Grundschulzeit: insgesamt 8.551 Quadratmeter sind für die vierzügige Grundschule vorgesehen, im Erdgeschoss finden sich Klassenräume und Cafeteria, im ersten Obergeschoss Klassenräume, die Verwaltung und eine Sporthalle, im zweiten Geschoss sind Fachräume und eine weitere Sporthalle untergebracht. „Wir wollten die Kinder eines Jahrgangs zusammen unterbringen und zugleich kurze Wege“, so Anna Heep vom Bauamt. Gleiches gilt auch für die benachbarte Kindertagesstätte: 2.9197 Quadratmeter sind für 9 Gruppen für Kinder zwischen 0 und 6 Jahren vorgesehen. Bei Einrichtungen verfügen über einen separaten Innenhof, die Sporthallen in dem barrierefreien Gebäude stehen zudem auch für die Arbeit des Judoclubs Samurai zur Verfügung. „Damit haben wir eine schöne Lösung für den Verein gefunden“, freut Bürgermeister Peter Schneider: „Aber auch andere Vereine können und sollen die Hallen nutzen können.“ Dafür gibt es einen eigenen Zugang über den Nordring.

Rund 26,6 Millionen EURO kostet der Bau der Schule mit Sporthallen und Kindertagesstätte insgesamt, rund 5.7 Millionen EURO entfallen auf die Kindertagesstätte, die wiederum auch mit Fördermitteln aus dem Regionalfond finanziert wird. Insgesamt 8,9 Millionen EURO stehen der Stadt Offenbach als Kompensation aus dem Regionalfonds für Infrastrukturmaßnahmen zur Verfügung. „Diese sind nicht zweckgebunden und müssen nicht in Schallschutz investiert werden“, erläutert Horst Schneider. Ein weiterer Teil kommt einer anderen Kita der Stadt zugute.

Obwohl nicht in der Tagschutzzone I gelegen, spielt vor allem Verkehrslärm am Nordring eine Rolle. Dies haben die Architekten von waechter + waechter aus Darmstadt in ihrem Entwurf bereits berücksichtigt und alle Lern- und Klassenräume Richtung Hafenbecken angeordnet, zudem wurde mit der Massivbauweise mit Klinkerfassade eine nachhaltige Lösung gefunden, die das Verkehrsaufkommen an der Straße berücksichtigt. Aus Gründen des Schallschutzes wird es eine mechanische Lüftung geben, das energetische Niveau des gesamten Gebäudes entspricht der EnEV 2014 und liegt bei 37 Prozent.