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Offenbach am Main, 29.11.2016 – Schon lange gehört Offenbach zu den Städten mit dem höchsten Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund. Rund 60 Prozent der Offenbacher Gesamtbevölkerung hat einen Migrationshintergrund, in den Altersgruppen der Kinder und Jugendlichen liegt der Anteil sogar bei mehr als 70 Prozent. Seit Jahrzehnten arbeitet die Stadt deshalb an der gesellschaftlichen Integration der Zugewanderten. Dabei steht der Aspekt „Integration durch Bildung“ zunehmend im Vordergrund. „In den vergangenen Jahren wurden die Anstrengungen in Kindertagesstätten, Schulen und den Einrichtungen der Weiterbildung erheblich verstärkt und konzeptionell weiterentwickelt“, berichtet Bildungsdezernent Paul-Gerhard Weiß. „Dabei lassen sich Erfolge in der Schullaufbahn und den Schulabschlüssen nachweisen.“

Seit etwa zehn Jahren werden in sämtlichen städtischen Kindertagesstätten alle Kinder mit entsprechendem Bedarf nach einem einheitlichen Sprachprogramm in deutscher Sprache gefördert. Auch in vielen Kitas der Freien Träger findet Sprachförderung statt. Bei den Einschulungstests verbesserten sich sukzessive die Ergebnisse. Kinder mit weiterem Förderbedarf erhalten durch Vorlaufkurse oder Vorklassen weitere Unterstützung. „Aktuelle Wanderungsbewegungen haben die Herausforderungen erhöht“, so Weiß. Offenbach reagiert darauf mit ergänzenden Sprachförderprogrammen an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen. In großem Umfang stellt auch die Volkshochschule einen entscheidenden Faktor bei den Integrationsbemühungen dar. Mit dem „Deutschsommer“ werden beispielsweise ausgewählte Grundschüler in einem Feriencamp besonderes unterstützt.

Während in der Republik das Thema Ganztagsschule vor allem unter dem Aspekt der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf diskutiert wird, stellt in Offenbach auch die bessere Förderung der Kinder – besonders aus Migrantenfamilien – einen wichtigen Ansatz dar. Deshalb hat die Stadt durch intensive Beiträge der Jugendhilfe die Ausweitung ganztägiger Angebote an den Schulen erheblich ausgeweitet und beschleunigt. Dazu gehören auch die durch Zusammenlegung von Schulen und Horten ermöglichten gebundenen Ganztagsklassen. „Die Stadt schaffte in einem ambitionierten Bauprogramm bereits an vielen Schulen die räumlichen Voraussetzungen für ganztägige Arbeit. Mittagsessen wird mittlerweile bei allen allgemeinbildenden Schulen angeboten“, so Weiß.

Einen weiteren besonderen Schwerpunkt in Offenbach stellt die kommunale Bildungskoordination dar, bei der alle Beteiligten an einen Tisch geholt und die Bildungsarbeit aufeinander abgestimmt wird. So organisiert eine städtische Fachstelle regelmäßig Konferenzen und Weiterbildungen zu aktuellen Problemen in Kitas und Schulen. Dabei werden die Übergänge zwischen Kitas und Grundschulen, dann zu weiterführenden Schulen und schließlich in die Berufsausbildung und das Berufsleben unterstützt. Das Jugendamt organisiert hierzu ein Patenschaften und Integrationslotsen. „Auch die bessere, teils mehrsprachige, Information und Einbeziehung der Elternschaft ist von entscheidender Bedeutung“, so Weiß abschließend.

Pressekontakt:

Paul-Gerhard Weiß
Bildungsdezernent
Telefon: 069 8065-2354
E-Mail: dezernatIVoffenbachde