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Offenbach am Main, 10.10.2016 – Das Klingspor Museum in Offenbach hat zum Cartoonist und Zeichner Ottfried Zielke erst kürzlich die Ausstellung „Mensch, Zielke“ gezeigt. Nun ist Ottfried Zielke aus Bad Freienwalde an der Oder, in Berlin geboren, gestorben. „Eben noch waren seine Künstlerbücher und Schriftblätter im Klingspor Museum ausgestellt – die Ausstellung galt einem höchst ausdrucksstarken Künstler und dessen 80. Geburtstag“, erinnert sich Dr. Stefan Soltek, Leiter des Klingspor Museums. „Der Cartoonist und Zeichner, mit seiner Handschrift unvergleichlich an Inhalten operierende Buchkünstler, hinterlässt ein zutiefst beeindruckendes Werk. Es spiegelt die Facetten eines Mit-Menschen, der festgefahrene Strukturen in Leben und Politik federscharf pointierte; so frisch wie bitter, heftig und liebenswert, auf das Dies- wie auf das Jenseits bezogen“, sagt Soltek. Zielke habe die Gabe, sich in der immensen Spannweite zwischen ein paar Wort-Skripturen hier und opulent ausmalenden Passagen über Seiten hinweg da bemerkbar machen zu können. Standpunkte-Beziehen, in aller Deutlichkeit, eingeschlossen. Mit der besagten Ausstellung „Mensch, Zielke“ sind Schenkungen großartiger Blätter an das Museum verbunden. Insbesondere Zielkes Interpretationen des auf dem Fahrrad die Welt und das Leben Abstrampelnden sind markante Selbsterfahrungen und Beobachtungen. Ottfried Zielke ist mit seinem Werk nirgends so vielseitig zugegen wie im Klingspor Museum. „Weitere Begegnungen mit diesem Schatz sind, Gott Lob, vorprogrammiert“ verspricht Soltek und erinnert sich zugleich, dass Zielke nicht an Gott geglaubt habe, wie er kürzlich in einem Telefongespräch äußerte.

Bildinformation:

Die Todesanzeige für den Künstler Ottfried Zielke, gestaltet von seiner Lebensgefährtin mit einer Grafik Zielkes. Foto: Simon Zirkunow, Offenbach