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Offenbach am Main, 30.12.2016 – Immer weniger Offenbacher Jugendliche unter 18 Jahren kommen mit Alkoholvergiftung ins Krankenhaus. Das zeigen die vom Landesamt für Statistik in Wiesbaden veröffentlichten Zahlen. Seit dem Jahr 2012 gehen die Einweisungen wegen akuter Intoxikation durch Alkohol zurück. Damals waren es 25 Jugendliche, danach 20 im Jahr 2013, 13 im Jahr 2014 und elf im Jahr 2015. „Es scheint demnach eine kontinuierliche Entwicklung zu sein, ein Trend zu weniger Konsum und zum bewussteren Umgang mit Alkohol“, bewertet Frank Weber, Abteilungsleiter beim Ordnungsamt für Kommunale Prävention, Sauberkeit und Ordnung, die Zahlen. „Ob sich dieser Trend fortsetzt, muss sich noch zeigen, die Zahlen für 2016 werden erst Ende nächsten Jahres veröffentlicht.“

Die Stadt Offenbach nimmt seit 2011 am Programm „HaLT“ zur Alkoholprävention teil und unterstützte die Arbeit der Fachstelle für Suchtprävention beim Suchthilfezentrum Wildhof in den vergangenen beiden Jahren mit  7.500 Euro aus kommunalisierten Landesmitteln und 5.850 Euro aus städtischen Mitteln. Zur Arbeit der Fachstelle gehören persönliche Gespräche mit Jugendlichen nach einer Alkoholvergiftung, die noch am Krankenhausbett geführt werden. Ebenfalls dazu gehören Projekte und Maßnahmen zur Aufklärung und zum Jugendschutz. 

Eine der Präventivmaßnahmen ist das Offenbacher „Gütesiegel für Feste“. Bei großen Festveranstaltungen, zuletzt beim Weihnachtsmarkt, verpflichten sich die Veranstalter nachweislich zur Einhaltung des Jugendschutzes. Sie schenken gar keinen Alkohol an Jugendliche unter 16 aus und keine Spirituosen an unter 18-Jährige. Sie sorgen dafür, dass Alkohol nicht als billigstes Getränk angeboten wird und halten noch sieben weitere Regeln ein. Dafür erhält das ganze Fest von der Stadt ein Gütesiegel, mit dem auch geworben werden darf.

Alkoholprävention bleibt nach Ansicht von Weber auch weiterhin wichtig. Zum Beispiel haben sich erst Anfang Dezember dieses Jahres vier 14- und 15-jährige Offenbacher Mädchen mit Wodka so betrunken, dass sie ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten. Zur Aufklärung finanziert der „Förderverein Sicheres Offenbach e.V.“ Workshops für Schulklassen. Als Anregung zum eigenen Nachdenken, nicht als Moralpredigt, wird mit den Schülerinnen und Schülern über die Risiken von Alkohol gesprochen. „Wir werben regelmäßig gemeinsam mit der Fachstelle für Suchtprävention bei Offenbacher Schulen für eine Buchung der Workshops zur Suchtprävention“, so Weber. „Erfreulicherweise mehr als 3.000 Schüler aus Offenbach haben seit 2011 an solchen Workshops im Unterricht teilgenommen.“  

Offenbach wird das Programm „HaLT“ im kommenden Jahr fortführen. Dazu gehören weiterhin die Schülerworkshops und im Mai 2017 die Aktionswoche Alkohol, an der auch wieder Offenbacher Schulen teilnehmen.

Prävention hat das Ziel, die „Schutzfaktoren“ bei Kindern und Jugendlichen zu fördern. Dazu gehören Selbstwertgefühl, Beziehungsfähigkeit und Frustrationstoleranz. Sie bedeuten einen gewissen Schutz vor vielen Risiken, sei es vor zu viel Alkohol- oder zu viel Internetkonsum! „Alkohol ist ein in unserer Gesellschaft ein selbstverständlich akzeptiertes Genussmittel“, sagt Bürgermeister Peter Schneider. „Wie bei allen Bereichen, in denen Suchtpotenzial steckt, ist es nicht Erfolg versprechend, nur auf Verbote und Sanktionen zu setzen.

Jugendliche müssen vielmehr transparent und klar an einen vernünftigen Umgang mit Alkohol herangeführt werden, Gefahren und Risiken müssen richtig eingeschätzt werden können.“ Nicht zuletzt spielen auch Erwachsene in ihrer Vorbildfunktion eine wichtige Rolle, so der Bürgermeister. „Gerade in der Familie ist dies nicht zu unterschätzen. Wir tun in Offenbach sehr viel in Sachen Prävention. Ich bitte herzlich darum, dass alle mitmachen, dann werden wir die positive Entwicklung fortsetzen können.“