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Offenbach am Main, 06.07.2017 – Starkregen, Sturzfluten, Hochwasser, zunehmende Hitzetage und anhaltende Trockenheit in Offenbach sind nur einige der Wetterphänomene, die aufgrund des Klimawandels künftig noch zunehmen werden. Die Stadt Offenbach versucht durch unterschiedliche Maßnahmen, sich auf den Klimawandel einzustellen und einige der zu erwartenden Folgen abzuschwächen. Hierzu haben Magistrat und Stadtverordnete im Juni 2017 die Gesamtstrategie des Integriertes Klimaschutzkonzeptes beschlossen.

„Der Klimawandel findet bereits jetzt statt und wird auch zunehmend spürbar in der Stadt“, sagte Heike Hollerbach, Leiterin des Amtes für Umwelt, Energie und Klimaschutz, anlässlich der Vorstellung der Gesamtstrategie. „Die Veränderung der Lufttemperatur und die Art und Weise, wie der Regen in Offenbach herunter kommt, wird nicht mehr zu ändern sein.“ Die Gewässer haben einen Niedrigstand, so wie aktuell der Schultheisweiher, der seit Jahresbeginn rund neun Millionen Liter Wasser verloren hat. Oder aber der Bavariateich, der vor zwei Jahren trockenfiel. „Die negativen Auswirkungen dieser Wetterereignisse sind nicht vermeidbar, aber wir können sie abmildern beziehungsweise dort vermeiden, wo die Ursachen erkennbar sind.

Oberbürgermeister Horst Schneider: „Die zukünftige Entwicklung Offenbachs als attraktiver Wohn- und Arbeitsort im Zentrum des Rhein-Main-Gebietes hängt maßgeblich davon ab, wie uns die Anpassung an den Klimawandel gelingt.“ Offenbach unterliege vielfältigen ökonomischen und ökologischen Herausforderungen. Als Kommune in der Haushaltskonsolidierung hat sich die Stadt dazu verpflichtet, durch die Ansiedlung von Gewerbe und die Entwicklung von Wohngebieten sowohl die Zahl von Arbeitsplätzen als auch die Einwohnerzahl zu erhöhen. „Vor diesem Hintergrund und der weiteren Verdichtung im Stadtgebiet durch die aktuelle bauliche Entwicklung werden die sich übergreifend vollziehenden Klimaveränderungen auch die Stadt Offenbach in hohem Maß betreffen. Die Anpassung an die Folgen des Klimawandels ist daher eine der größten Herausforderungen der kommenden Jahre für Offenbach.“

Mit Fördermitteln aus der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit hat die Stadt von März 2016 bis April 2017 ein Konzept zur Anpassung an den Klimawandel erarbeitet. Mit Unterstützung des Büros „infrastruktur und umwelt, Prof Böhme und Partner“ aus Darmstadt wurden in einem mehrmonatigen partizipativen Prozess Betroffenheiten durch den Klimawandel in Offenbach erhoben, der Handlungsbedarf in Offenbach identifiziert, eine Gesamtstrategie mit einem Leitbild zur Anpassung an den Klimawandel entwickelt sowie ein Maßnahmenkatalog und prioritäre Maßnahmen zur zeitnahen Umsetzung ausgearbeitet.

Heike Hollerbach: „Wir zeigen zu den Wetterereignissen Trockenheit und Hitze sowie zu Starkregen, Hochwasser und Sturm für Offenbach Bereiche, in denen ein hoher Handlungsbedarf besteht.“ Handlungsfelder sind: Gesundheit und Soziales, Verkehrsinfrastruktur/Luftbelastung, Industrie und Gewerbe, Wasserwirtschaft, Gebäude, Grünflächen, Land- und Forstwirtschaft, Biodiversität und Ökosysteme. „Für diese Bereiche haben wir Anpassungsziele definiert und Maßnahmen zusammengestellt, um Offenbach widerstandsfähig zu machen.“

Mit dem politischen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung am 22. Juni 2017 sind die Grundlagen gelegt, durch die Umsetzung erster Maßnahmen aus dem Maßnahmenkatalog diese gesamtkommunale Aufgabe in Offenbach zukunftsweisend zu verankern. Anpassung an den Klimawandel ist eine Querschnittsaufgabe, die viele verschiedene Bereiche des staatlichen und privaten Handelns betrifft. In den Kommunen treffen diese Bereiche direkt zusammen, so dass der Stadt eine wichtige Vorreiter- und Multiplikatorrolle obliegt.

Nachteilige ökonomische, ökologische und soziale Folgen des Klimawandels zu vermeiden oder zu minimieren ist der gesellschaftliche Auftrag der Stadt Offenbach. „Durch die Kooperation mit ansässigen Wirtschaftsunternehmen bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Klimaanpassung sowie der ausführlichen Information und Beteiligung der Stadtgesellschaft, wird der Standort Offenbach langfristig gestärkt und ökonomische Schäden durch Wetterextreme verhindert“, so Oberbürgermeister Schneider.

Dr. Anna-Christine Sander, Projektleiterin für die Gesamtstrategie: „Ziel ist es, Offenbach zu einer ,resilienten Stadt‘ zu entwickeln, das heißt, die Stadt wird widerstandsfähig gegenüber den Folgen des Klimawandels, so dass die Funktionen zur Daseinsvorsorge (zum Beispiel Verkehrsinfrastruktur, Gesundheitsinfrastruktur, Katastrophenschutz etc.) auch unter langfristigen klimatischen Veränderungen nachhaltig sichergestellt sind.“

Als nächster Schritt in der Umsetzung wird nun zunächst eine Stelle für einen/eine Umsetzungsmanagers/-managerin im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative bei Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit beantragt, so dass durch kompetente personelle Unterstützung die Umsetzung der Maßnahmen voranschreiten kann.