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Offenbach am Main, 28. April 2017 – Nach den rundweg positiven Erfahrungen mit dem Städtebauförderprogramm „HEGISS – Soziale Stadt“ im Mathildenviertel und aktuell im Senefelderquartier hat der Magistrat der Stadt Offenbach am 26. April entschieden, sich auch für das neue dritte Förderprogramm zu bewerben. Im Fokus steht dieses Mal die Entwicklung des Nordends – ein dicht besiedeltes innerstädtisches Quartier mit hohem Migrantenanteil. Sofern die Stadtverordneten die Antragsstellung beschließen, soll nach erfolgreicher Aufnahme in das Programm ein Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept mit konkreten Planungszielen und Maßnahmen für die rund zehnjährige Programmlaufzeit erarbeitet werden.

„Das Nordend ist ein ebenso attraktiver wie spannender Teil unserer Stadt“, sagt Oberbürgermeister Horst Schneider: „Es befindet sich durch seine Nähe zum neuen Hafengebiet und zu den Innenstädten von Offenbach und Frankfurt in einer bevorzugten Lage. Und durch die Entwicklung des Hafens hat das Nordend einen neuen Zugang zum Main erhalten.“ Trotz aller Vorzüge des Stadtteils weisen, so Schneider, sozialstrukturelle und wirtschaftliche Indikatoren auf hohe Belastungen und Ungleichgewichte hin. „Es ist deshalb sinnvoll, die Entwicklung des Stadtteils voranzutreiben und auf eine Stabilisierung und Reduzierung sozialer Probleme und Risiken hinzuwirken.“ Geschehen soll dies durch verschiedene Maßnahmen der Stadtentwicklung, die Förderung von Wirtschaft und Beschäftigung sowie sozial ausgerichtete Projekte.

Das angestrebte Fördergebiet umfasst die Flächen zwischen Hafenallee/Nordring im Norden und der Berliner Straße im Süden, zwischen dem heutigen Kaiserlei-Kreisel im Westen und der Kaiserstraße im Osten (einschließlich Speyerstraße und einem kurzen westlichen Stück der Mainstraße). Insgesamt veranschlagt die Stadt für verschiedene noch zu vertiefende Projekte Kosten in Höhe von 24 Millionen Euro. Die Förderquote von HEGISS 3 beträgt mindestens 66 Prozent, für finanzschwache Kommunen bei derzeitiger Förderpraxis bis zu 90 Prozent, sodass im besten Fall der städtische Eigenanteil ausgesprochen gering ausfiele. Dabei sind alle Maßnahmen zunächst durch die Stadt vorzufinanzieren, bevor Fördermittel abgerufen werden können.

Aktuell läuft noch die Stadtentwicklung HEGISS 2 „Südliche Innenstadt“ (unter anderem Senefelderquartier). Zu den Erfolgsgeschichten des bundesweiten Städtebauförderprogramms zählt in Offenbach die Entwicklung des heutigen Mathildenviertels durch HEGISS 1. Erst jüngst hat die Bundesregierung unter anderem über den Wandel dieses Offenbacher Stadtteils eine Broschüre herausgegeben. Auch ein Onlineartikel ist zu finden: www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2017/04/2017-04-27-demografiestrategie-stadtentwicklung.html

 

Zahlen, Daten, Fakten:

Das rund 65 Hektar große Gebiet des Nordends ist in vieler Hinsicht ein typischer Innenstadtteil mit hoher Bevölkerungskonzentration, baulicher Verdichtung und Fluktuation. Bei der Bebauung handelt es sich überwiegend um Blockrandbebauung mit Wohngebäuden aus der Gründerzeit und der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Vereinzelt existieren auch ältere Gebäude. Im Auswahlgebiet leben 13.300 Menschen (neun Prozent der Gesamtbevölkerung Offenbachs): Der Anteil der nichtdeutschen Bevölkerung ist mit 48,8 Prozent überdurchschnittlich hoch. Nahezu drei Viertel der Menschen haben einen Migrationshintergrund.

Wie für innerstädtische Quartiere häufig feststellbar, ist der Anteil der Ein-Personen-Haushalte überdurchschnittlich hoch (56,1 Prozent). Im Vergleich zur Gesamtstadt gibt es im Nordend eine ebenfalls überdurchschnittlich hohe SGB II- und Arbeitslosenquote. Wie der Rest der Stadt wächst auch die Bevölkerung des Nordends durch Nachverdichtungen und Neubauvorhaben, etwa auf dem Gelände der ehemaligen Firma Collett&Engelhardt (Goethequartier) und dem ehemaligen KWU-Gelände. Zudem ist das Nordend ein wichtiger Standort für Kreativschaffende in Offenbach.

Bildinformation:

Die Grafik (Stadt Offenbach) zeigt das zu beantragende Fördergebiet für HEGISS 3 im Offenbacher Nordend.