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Offenbach am Main, 14. November 2017 – Der Strukturwandel der einstigen Industriestadt Offenbach setzt sich fort. Mit Siemens könnte ein weiteres Unternehmen, das in den vergangenen Jahrzehnten im Bau von Kraftwerksanlagen sehr aktiv war, seinen Standort am Kaiserlei aufgeben. Diese Befürchtung äußerten zuletzt Beschäftigte von Siemens. Die mögliche Standortschließung lässt auch Oberbürgermeister Horst Schneider aufhorchen: „Ein solcher Schritt wäre für mich wirtschaftlich nicht nachvollziehbar und ein herber Verlust für die Stadt“, kommentierte er am Dienstag die öffentliche Diskussion.

Das Unternehmen habe in Offenbach nicht nur eine über 40-jährige Tradition und beschäftige 800 Mitarbeiter, sondern stehe auch wirtschaftlich gut da: „Meines Wissens hat Siemens am Standort Offenbach in den letzten Jahren sehr erfolgreich gearbeitet und ist zudem bis Ende nächsten Jahres mit einem Milliarden-Auftrag aus Ägypten ausgelastet“, so Schneider. „Ich kann mir daher nicht vorstellen, warum es sich für Siemens lohnen sollte, einen in Deutschland und Europa zentralen und verkehrsgünstigen Standort mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Kraftwerkssparte zu schließen.“

Das bei den Mitarbeitern in Offenbach vorhandene Fachwissen sei mit Sicherheit für Siemens auch in anderen Geschäftsfeldern sehr interessant. Daher sei davon auszugehen, dass der Standort Offenbach auch sehr flexibel weitere Aufgaben aus dem Konzern übernehmen und für Siemens sehr lohnend sein könnte. Der Oberbürgermeister verweist auf die Bedeutung des Standorts für die Stadt Offenbach: „Der Verlust des Standorts mit mehreren hundert, zumeist hochqualifizierten Industrie-Arbeitsplätzen, wäre für unsere Stadt ein herber Schlag.“ Gemeinsam mit seinem Amtsnachfolger, Dr. Felix Schwenke, werde er sich öffentlich für den Erhalt des Siemens-Standorts am Kaiserlei einsetzen. Daher haben auch beide die Online-Petition „Gegen Kahlschlag bei Siemens in Offenbach“ unterzeichnet.