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Offenbach am Main, 30. Oktober 2017 – Welche Partei konnte in Offenbach bei den diesjährigen Bundestagswahlen die meisten Nichtwähler mobilisieren? Wie viele Wähler machten ihr Kreuz diesmal woanders? Und welche Partei hatte die treusten Wähler? In diesem Jahr war es für Offenbach erstmals möglich zu analysieren, wie die Wähler auf kommunaler Ebene wanderten.

Bis zuletzt bleibt es bei einer Wahl spannend, für welche Partei sich vor allem die Unentschlossenen entscheiden. Wechselwähler heißen Personen, die nicht immer die gleiche Partei wählen. Stammwähler sind dagegen all diejenigen, die ihrer Partei die Treue halten und sie wiederwählen. Als Wählerwanderung wiederum bezeichnen Experten die Änderung im Wahlverhalten. Diese konnte die Abteilung Statistik und Wahlen im Wahljahr 2017 aufgrund eines Zusammenschlusses mehrerer Städte zu einer Arbeitsgruppe und der Anschaffung der entsprechenden Software auch für die Stadt Offenbach auswerten. Der aktuelle Statistische Vierteljahresbericht zeigt detailliert die Zusammensetzung die Wählerströme in Offenbach auf.

Demnach erhielten die zwei großen Parteien CDU und SPD den Großteil ihrer Stimmen von Personen, die sie bereits 2013 gewählt hatten. Den höchsten Anteil an treuen Wählern wies die CDU mit 58,7 Prozent auf. Danach kommt die SPD mit 51,2 Prozent Stammwähler. Bei den GRÜNEN waren es 31,7 Prozent, bei den LINKEN 26,5 Prozent, die FDP konnte auf 25,1 Prozent Stammwähler zurückgreifen und die AfD auf 15,2 Prozent.

Mobilisierung von Nichtwählern


Die SPD punktete bei der diesjährigen Wahl bei der Mobilisierung von Nichtwählern. 20,5 Prozent der SPD-Wähler hatten 2013 nicht an den Wahlen teilgenommen. Die Wähler der LINKEN waren zu 13,6 Prozent ehemalige Nichtwähler, bei der AfD waren es 11,6 Prozent. Die FDP rekrutierte 8,9 Prozent ihrer Stimmen aus dem Nichtwählerbereich, die GRÜNEN 7,6 Prozent und die CDU 5,9 Prozent.

Betrachtet man jedoch die absolute Zahl der Nichtwähler, die eine Partei für sich gewonnen hat, dann schneidet die LINKE am besten ab. 1.700 Offenbacher, die 2013 nicht zur Wahl gingen, gaben ihre Stimme im Wahljahr 2017 den LINKEN, 1.500 der SPD und 1200 der CDU (siehe Tabelle 1). Die GRÜNEN erhielten 1000 Stimmen, jeweils 600 erhielten die AfD und die FDP. Viele Nichtwähler konnten jedoch von keiner Partei  überzeugt werden: 19.400 Menschen, die 2013 nicht von ihrem Stimmrecht Gebrauch machten, blieben auch in diesem Jahr den Wahllokalen fern.

Wählerströme im Wahljahr 2017
Eine weitere wichtige Wählergruppe sind die sogenannten Wechselwähler: 73,1 Prozent der AfD-Wähler hatten ihr Kreuz bei der vergangenen Wahl woanders gemacht. Die Wähler der FDP waren zu 66,1 Prozent Wechselwähler, 60,6 Prozent wiesen die GRÜNEN und 59,9 Prozent die LINKE auf. Bei der CDU machten sie 35,3 Prozent und bei der SPD 28,3 Prozent aus.

Bei der Betrachtung der Wählerströme ist vor allem die Frage spannend, von welcher Partei zu welcher Partei die Wähler gewandert sind (Tabelle 1). Die CDU verlor die meisten Stimmen (etwa 2.000) an die AfD. 1.200 ehemalige CDU-Wähler gaben ihre Stimme im Wahljahr 2017 der FDP und 1.100 der SPD. Weitere 800 ehemalige CDU-Wähler blieben dem Wahllokal fern.

Bei der SPD wurden 2.400 Personen zu Nichtwählern, weitere 900 Stimmen verlor sie an die AfD,  700 an die CDU und 600 an die LINKE. Die GRÜNEN verloren die meisten Wähler (900) an die LINKE, weitere 600 wählten die FDP und die SPD. An die CDU musste sie 500 Stimmen abtreten und jeweils 400 Wähler gingen zur AfD und zu dem Nichtwählerbereich über.

Von den ehemaligen Wählern der LINKEN traten 500 den Gang zur Wahlurne nicht an, jeweils 400 gingen über zur SPD, zu den GRÜNEN und zur AfD und weitere 300 verlor die Partei an die CDU und FDP. 

Von der AfD wanderten 400 Wähler zur SPD und rund 300 zur CDU und FDP. Die FDP verlor jeweils 300 Stimmen an die GRÜNEN, die CDU und die SPD.

Quelle: Statistischer Vierteljahresbericht II / 2017,

Weitere Informationen:

https://www.offenbach.de/rathaus/stadtinfo/offenbach-in-zahlen/statistikveroeffentlichung.php

Grafikinformationen:

Tabelle 1 zeigt die Wählerwanderung von der Bundestagswahl 2013 zur Bundestagswahl 2017

Abbildung 1 zeigt die Zusammensetzung der Wählerschaft der einzelnen Parteien bei der Bundestagswahl 2017