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Offenbach am Main, 27.01.2017 - Die Stadt Offenbach und das Netzwerk Inklusion veranstalteten auf der diesjährigen Baumesse Offenbach am 21. Januar drei Fachvorträge zum Thema „Inklusives Wohnen“: Fachleute von Verbänden, Kommunen und Wohnungswirtschaft spannten in zwei Stunden den Bogen von den rechtlichen Rahmenbedingungen über beispielhafte Projekte in Kommunen bis hin zu konkreten Vorschlägen, wie eine barrierefreie Wohnung gebaut sein muss. Den Zuhörerinnen und Zuhörern bot sich die Gelegenheit zu zahlreichen Fragen.

Wolfgang Kopyczinski vom Landesverband Hessen der Lebenshilfe e.V. zeigte mit konkreten Daten die Lücke zwischen Bedarf und Angebot bei barrierefreien Wohnungen auf. Immer mehr Menschen wären dringend auf barrierefreie Wohnbedingungen angewiesen, um selbstständig leben zu können. Der Wohnungsmarkt habe auf diesen steigenden Bedarf jedoch noch nicht ausreichend reagiert.

Jürgen Großer, Geschäftsführer der Behindertenhilfe in Stadt und Kreis Offenbach e.V., warb anschließend für gemeinsame Wohnformen, um den sehr individuellen Bedürfnissen bei der Nutzung barrierefreier Wohnungen entgegen zu kommen und zugleich Wohnkosten finanzierbar zu halten. Großer zeigte an konkreten Wohnprojekten der Behindertenhilfe in der Region, wie man mit Kreativität und Engagement Möglichkeiten des selbstbestimmten Wohnens für Behinderte schaffen kann. Dabei gehe es nicht um bauliche Fragen, sondern auch um die Akzeptanz und ein gutes Miteinander in der Nachbarschaft.

Ilona Hakert, Leiterin des Fachbereichs Zentrale Dienste der Stadt Hofheim, und Corinna Firle von der Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft erläuterten am Beispiel einer Musterwohnung in einem zuvor nicht barrierefreien Haus in Hofheim die Strategie der Taunusstadt für eine bessere Versorgung mit behindertengerechten Wohnungen. Die Stadt habe damit eine Möglichkeit geschaffen, damit sich interessierte Einwohnerinnen und Einwohner einer Stadt von den Möglichkeiten barrierefreien Bauens überzeugen können.

Ralf Theisen, Sozialplaner der Stadt Offenbach und zuständig für die Aufstellung eines Kommunalen Aktionsplans Inklusion, kann sich gut vorstellen, die Baumesse als Veranstaltungsort für weitere Vorträge aus dem Bereich Inklusion zu nutzen: „Wenn sich uns die Möglichkeit bietet, die vielen Besucher der Baumesse praktisch ‚en passant‘ über ein Thema zu informieren, das die Stadt intensiv beschäftigt, dann werden wir diese Chance gerne ein weiteres Mal nutzen.“ Die Verantwortlichen der Baumesse zeigten sich ebenso wie die Initiatoren der Vortragsveranstaltung erfreut über die gute Resonanz. „Es sind deutlich mehr rollstuhlfahrende oder anderweitig sichtbar mobilitätseingeschränkte Besucherinnen und Besucher auf die Baumesse Offenbach gekommen als in den Jahren zuvor“, erläuterte die Sprecherin des Netzwerks Inklusion, Dr. Dorothea Terpitz.

Das Netzwerk Inklusion ist ein Zusammenschluss von Betroffenenverbänden für Menschen mit Behinderungen, Eltern, Schülern, Gewerkschaften und Parteien. Jürgen Großer, Mitstreiter des Netzwerks, zeigt sich ermutigt: „Es kann gar nicht oft genug gesagt werden: Wenn etwas Gutes und Sinnvolles auf den Weg gebracht werden muss, braucht es sehr viel Werbung, einen sehr langen Atem sowie verlässliche Rahmenbedingungen.“

Weitere Aktivitäten des Netzwerks sind geplant, wie Rainer Marx, Vorsitzender des Behindertenbeirats der Stadt Offenbach, berichtet. So ist eine Veranstaltung zum Thema Inklusion im Alter geplant. Am 13. Mai gibt es den „Aktionstag Inklusion“ in der Innenstadt. Darüber hinaus haben Fachgruppen des Behindertenbeirats ihre Arbeit aufgenommen und werden an der Erstellung des Kommunalen Aktionsplans mitarbeiten. Die Termine werden über die Webseiten des Netzwerks (http://stadt.inklusion-of.de) und der Stadt Offenbach (www.offenbach.de/inklusion) sowie in den Medien bekannt gegeben.

Bildinformation:

Referentinnen und Referenten sowie Veranstalter der Vortragsreihe „Inklusives Wohnen“. v.l.n.r.: Wolfgang Kopyczinski (Lebenshilfe Hessen), Ralf Theisen (Stadt Offenbach), Corinna Firle (Wohnungsbaugesellschaft Hofheim), Jürgen Großer (Behindertenhilfe Stadt und Kreis Offenbach), Ilona Hakert (Stadt Hofheim i.T.), Dr. Dorothea Terpitz (Sprecherin Netzwerk Inklusion)

Für Rückfragen: Ralf Theisen, Tel. 069/8065-2275, ralf.theisenoffenbachde