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Offenbach am Main, 17. Mai 2017 – Eine Gruppe von acht hochrangigen marokkanischen Regierungsbeamten besuchte Offenbach, um sich aus erster Hand über die Praxis der Ausbildungs- und Arbeitsförderung zu informieren. Im Jobcenter MainArbeit erläuterten gestern Geschäftsführer Matthias Schulze-Böing und Teamleiterin Regine Bozon den Gästen das Konzept und die Praxis des Jobcenters. Danach statteten diese dem Verein technische Berufsausbildung Offenbach (VTBO) einen Besuch ab.

Der VTBO betreibt Im Großen Ahl 35 eine Ausbildungswerkstatt für technische Berufe. Auch Umschulungen gehören zum Angebot des VTBO, der aus der Ausbildungswerkstatt der früheren städtischen GOAB (Gemeinnützige Offenbacher Ausbildungs- und Beschäftigungsgesellschaft) entstanden ist. Die ausländischen Besucher interessierten sich neben dem dualen Berufsbildungssystem in Deutschland vor allem dafür, wie es gelingt, auch benachteiligte Jugendliche zu einem Ausbildungsabschluss und zu einer guten beruflichen Zukunft zu führen.

„Der Verein VTBO ist ein in der Region und darüber hinaus weithin anerkannter Experte“, erklärte Schulze-Böing den Besuchern. Mit der MainArbeit, einem der größten Auftraggeber des VTBO, teile man das Ziel, möglichst keinen Jugendlichen zurückzulassen und für alle, auch die mit Benachteiligungen, eine gute Zukunft mit Beruf zu schaffen. „Voraussetzung dafür ist, dass man zunächst in die Ausbildung der Jugendlichen investiert“, so Schulze-Böing. Rund 1000 Euro im Monat erhalte der gemeinnützige Verein aus öffentlichen Mitteln für einen Auszubildenden, berichtete der stellvertretende Vorsitzende des Vereins Hellmut Kleinschmidt. „Das ist gut angelegtes Geld“, weiß Kleinschmidt.

Rund 90% der Prüfungsteilnehmer bestünden die Abschlussprüfung vor der IHK oder der Handwerkskammer. In aller Regel erhielten sie unmittelbar im Anschluss an die Prüfung einen Arbeitsplatz in Unternehmen der Region. Ein ausgelernter Industriemechaniker kann dann 3.500 Euro verdienen und wird zu einem Steuer- und Beitragszahler. So würden sich die staatlichen Kosten der Ausbildung in wenigen Jahren amortisieren, rechnete Kleinschmidt vor. „Gute Ausbildung und die Mobilisierung aller Talentreserven ist wirtschaftspolitisch für den Standort Offenbach wichtig“, ergänzte Jobcenter-Leiter Schulze-Böing.

Fachkräfteknappheit sei schon heute ein großes Thema. Einrichtungen wie der VTBO könnten mit der Ausbildung von Fachkräften dazu beitragen, die wirtschaftliche Zukunft der Region zu sichern. Für Länder wie Marokko sei eine breit verankerte Berufsausbildung wichtig, um die Wirtschaft wettbewerbsfähig zu machen, aber auch, um die dort extrem hohe Jugendarbeitslosigkeit zu bekämpfen. Der VTBO bereitet derzeit rund 60 Auszubildende und Umschüler in Berufen des Metall- und Maschinenbaus sowie der Zweiradtechnik auf die Abschlussprüfungen vor.


Kontakt für die Presse:

Anne Schwemmer 069-830079824

Hellmut Kleinschmidt 0175-5864741


Bildinformationen:

Auf dem Gruppenbild sind zu sehen von links nach rechts:

Nejjari Mhammed, Anne Schwemmer (Sozialpädagogin, VTBO), Marouane Rachid, Charlotte Grill (Dolmetscherin),

Faiz Jamila, Hellmut Kleinschmidt (Vorstand VTBO ), Tazi Salma, El Meliani Doha, El Faid Samira, Alma Tarik, Ben Azzi Tayeb (alle Angehörige der marokkanischen Arbeitsverwaltung ANAPEC.

Auf dem zweiten Bild ist Michael Maier, Leiter der Ausbildungswerkstatt VTBO, zu sehen, der den marokkanischen Experten Details der Metallausbildung erläutert.

Fotos: MainArbeit