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Offenbach am Main, 25. Juli 2017 – Ob Metallbauer, Kfz-Mechaniker, Schreiner oder Kaufleute – die Berufsfeuerwehr Offenbach benötigt in den kommenden Jahren zahlreiche neue Kolleginnen und Kollegen. Während die Zahl der Bewerbungen für einen Job bei der Berufsfeuerwehr Offenbach zuletzt spürbar zurückgegangen ist, hat Feuerwehrdezernent Dr. Felix Schwenke einen hohen Bedarf an neuen Einsatzkräften in naher Zukunft festgestellt: „In den nächsten acht Jahren wird es nach heutigem Kenntnisstand zu 48 Einstellungen von Beamtinnen und Beamten kommen müssen.“ Ihnen bietet die Berufsfeuerwehr eine Ausbildung zur Brandmeisterin beziehungsweise zum Brandmeister an. Der Leiter der Berufsfeuerwehr, Uwe Sauer, ergänzt: „Der Bedarf könnte noch steigen, wenn in diesem Zeitraum noch unvorhersehbare Abgänge stattfinden.“

„Um diesen hohen Bedarf an Ausbildungsbeamtinnen und -beamten decken zu können, benötigen wir geeignete Bewerberinnen und Bewerber“, so Sauer. „Leider ist in den vergangenen Jahren eine abnehmende Anzahl an Bewerbungen festzustellen.“ Interessierten sich in guten Jahren noch rund 250 bis 300 Menschen für einen Job bei der Feuerwehr, waren es beim jüngsten Einstellungsverfahren im Frühjahr dieses Jahres nur noch 180 junge Frauen und Männer. „Vor allem Bewerbungen von Frauen und Männern aus dem Stadtgebiet Offenbach oder aus der näheren Umgebung werden zunehmend geringer.“

Der große Bedarf wird auch an diesen Zahlen sichtbar: Seit 2010 hat die Feuerwehr bereits 51 neue Beamtinnen und Beamte als Ersatz für ausgeschiedene Kollegen eingestellt. Im Einsatzdienst tätig sind zurzeit vier Beamtinnen und 131 Beamte, davon befinden sich derzeit zwei Beamtinnen und 15 Beamte in Aus- oder Weiterbildung. Im kommenden Ausbildungsjahrgang wird voraussichtlich eine weitere Frau eingestellt werden können.

Seit Jahren macht die Berufsfeuerwehr mit den Vorzügen einer Anstellung im öffentlichen Dienst und einem attraktiven Internetauftritt auf sich und die Berufschancen aufmerksam. Ohne diese Plattform, die mit dem Umzug in das gemeinsame Onlineportal von Stadt und Stadtwerke Unternehmensgruppe (www.offenbach.de/feuerwehr) noch verbessert wurde, wäre die Bewerberlage vermutlich noch schlechter: „Auf Nachfrage teilten uns viele Bewerberinnen und Bewerber mit, dass sie über die Informationen auf unserer Homepage auf die Stellenausschreibungen aufmerksam wurden“, berichtet Sauer. Auch das Engagement bei Berufsmessen hat den Bekanntheitsgrad der beruflichen Möglichkeiten bei der Feuerwehr steigern können.

Ein großes Problem bei der Nachwuchssuche ist wie bei vielen Arbeitgebern der demographische Wandel und der gute Arbeitsmarkt. Bei der Berufsfeuerwehr kommt erschwerend hinzu, dass zunächst eine handwerkliche Ausbildung absolvieren muss, wer sich auf dem bisher üblichen Weg zur Ausbildung bei einer Berufsfeuerwehr bewerben möchte. „Viele potenziell Interessierte entscheiden sich nach ihrer Handwerksausbildung für eine Berufsausübung in der freien Wirtschaft. Das wird durch die gegenwärtige positive Auftragslage im Baugewerbe noch bestärkt“, erläutert Sauer. „Gleichzeitig geht die Anzahl der aus unserer Sicht geeigneten Bewerberinnen und Bewerber immer weiter zurück.“

Die Stadt Offenbach setzt sich deshalb auch für eine Änderung der Hessischen Feuerwehrlaufbahnverordnung ein, die zukünftig eine Ausbildung zur/zum Berufsfeuerwehrfrau/-mann für Bewerberinnen und Bewerber ermöglicht, die direkt von der Schule zur Feuerwehr gehen wollen. Voraussichtlich ab dem Ausbildungsjahr 2019 will die Feuerwehr jungen Frauen und Männern mit einer zusätzlichen kombinierten handwerklichen und feuerwehrtechnischen Ausbildung die Möglichkeit eröffnen, auch direkt nach dem Schulabschluss den Wunschberuf zu ergreifen. Was bei den Werksfeuerwehren bereits möglich ist, soll auch den Berufsfeuerwehren in den Kommunen neue Möglichkeiten eröffnen: „Wir hoffen damit nicht nur die Anzahl an Bewerbungen wieder deutlich zu erhöhen, sondern auch wieder mehr jungen Frauen und Männern aus der Stadt und der näheren Umgebung für eine berufliche Zukunft bei der Berufsfeuerwehr Offenbach gewinnen zu können“, hofft Stadtrat Dr. Schwenke, der die geplante Gesetzesänderung begrüßt.

Die Ausbildung bei der Feuerwehr wird zwei Jahre dauern. Dabei erlernen die Auszubildenden zunächst über anderthalb Jahre einen handwerklichen Beruf, bevor sie sich anschließend die feuerwehrtechnischen Kenntnisse aneignen und mit der Laufbahnprüfung für den mittleren feuerwehrtechnischen Dienst abschließen. Daneben wird es weiterhin den klassischen Weg geben, fertig ausgebildete Handwerker direkt in die Feuerwehrlaufbahnausbildung aufzunehmen. Bei der Feuerwehr stehen deshalb auch weiterhin Gesellen hoch im Kurs: „Egal ob Schreiner, Metallbauer oder auch Kaufleute mit Abitur: Wir benötigen all diese Qualifikationen in unseren Teams“, so Sauer. Eine entscheidende Voraussetzung bleibt aber bei beiden Ausbildungswegen bestehen: „Wir suchen zwar keine Olympiateilnehmer, aber eine gute Grundfitness muss vorhanden sein.“