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Offenbach am Main, 27. November 2018 – Die Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche der Stadt Offenbach am  Main veranstaltete am 16. November 2018 ihr 22. Fachforum zum Thema „Familie – Elternschaft und Kindheit heute“ im Ledermuseum in Offenbach.

Die Veranstaltung gab einen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung aus soziologischer und pädagogischer Perspektive. Im Mittelpunkt der Tagung standen die Bedeutung der sich wandelnden gesellschaftlichen Erwartungen für Elternschaft und Kindheit.

Sozialdezernentin Sabine Groß eröffnete das Fachforum mit einem Grußwort und übergab dann das Wort an Jürgen Schädel, Abteilungsleiter der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche der Stadt Offenbach. Im Anschluss referierte Prof. Dr. Norbert Schneider über Elternschaft und Kindheit heute. Er stellte in der gegenwärtigen öffentlichen Auseinandersetzung das Fehlen eines positiven Elternleitbildes fest. Am Beispiel der regelrechten Flut von Elternratgebern verdeutlichte er, dass Eltern verunsichert werden und sich unter Druck fühlen alles „richtig“ machen zu müssen. Eine seiner Forderungen lautete: „Eltern brauchen Entlastung: Normativ und institutionell.“  Weiterhin  betonte er, dass die Zufriedenheit der Eltern einer der wichtigsten Faktoren zur Sicherung des Kindeswohls sei.

Nach der Mittagspause sprach sich Prof. Dr. Katharina Gerarts für die „konsequente Fokussierung von Kindern und ihrer Bedürfnissen als Querschnittsaufgabe“ aus. Prof. Dr. Gerarts sensibilisierte dafür, „Kinder als Experten für ihr Leben“ ernst zu nehmen. Es soll mit Kindern gesprochen werden und nicht über Kinder. Die Leitfrage ihres Vortrages „Was brauchen Kinder heute?“ beantwortete die Expertin abschließend mit der Forderung: „Wir brauchen eine kinderfreundliche Haltung in unserer Gesellschaft.“

Das in diesem Jahr grundsätzlich angelegte Thema stieß bei dem fachkundigen Publikum auf eine positive Resonanz. Die Veranstaltungsreihe der Beratungsstelle mit dem Obertitel „Ist Beratung hilfreich“ hatte mit rund 180 Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen großen Zuspruch und war wie in den Vorjahren gut besucht.