Sprungmarken
Suche
Suche

Offenbach am Main, 22. August 2018 – Der Wohnungsmarkt und Investoren haben Offenbach für sich entdeckt, an vielen Stellen der Stadt wird gebaut und nachverdichtet. Auch im Nordend, noch immer beliebter Standort für Hippster und Kreative, machen Brachen Platz für neue Gebäude. Zudem hat die Entwicklung des neuen Quartiers auf der Hafeninsel schon neue Impulse gegeben und wachsen in der neuen Hafenschule und Kita beide Stadtteile zusammen.

Auf rund 65 Hektar, gelegen zwischen Hafenviertel im Norden, Berliner Straße im Süden, den Goethering im Westen und der Kaiserstraße im Osten, zählt das Nordend zu den statistisch relevanteren Stadtteilen Offenbachs. Hier leben rund 13.300 Menschen, das entspricht neun Prozent der Gesamtbevölkerung Offenbachs, der Anteil der nichtdeutschen Bevölkerung ist mit 48,8 Prozent überdurchschnittlich hoch. Nahezu drei Viertel der Menschen haben einen Migrationshintergrund. Zudem gilt das Nordend hinsichtlich Bevölkerungskonzentration, baulicher Verdichtung und Fluktuation als typischer Innenstadtteil mit entsprechenden Belastungen und Ungleichgewichten.

Nordend neu im Fokus

Bereits seit 2010 ist ein Quartiersmanagement im Nordend aktiv, aus Mitteln der Stadt, Stadtwerke und der Modellregion Integration ist das Stadtteilbüro in der Bernardstraße als Anlaufpunkt für Bewohner und Initiativen entstanden. Neben der Heyne-Fabrik setzen zahlreiche gewerbliche und private Initiativen wichtige Akzente im Quartier, so tragen beispielsweise die Händler aus Bernardstraße und Taunusstraße mit gemeinsamen Aktivitäten zur Strahlkraft des Nordends bei.

HEGISS Fördergebiet auf zehn Jahre

Trotzdem ist es bis zur wahren Erfolgsgeschichte noch ein Stück Weg, der mit Mitteln aus dem Hessischen Städteförderprogramm „HEGISS – Soziale Stadt“ jetzt beschritten werden kann. In den nächsten zehn Jahren können Projekte realisiert werden, die zur Steigerung der Lebensqualität der Bewohner beitragen sollen.

Hierfür erarbeitet das Amt für Stadtplanung in den nächsten Monaten gemeinsam mit dem beauftragten Planungsbüro NH Projektstadt und den Bewohnerinnen und Bewohnern ein integriertes Handlungskonzept, das konkrete Planungsziele und Maßnahmen für die rund zehnjährige Programmlaufzeit enthält. „Das zur Nassauischen Heimstätte gehörende Planungsbüro NH Projektstadt bringt mit, was wir brauchen: Expertise und den kritischen Blick von außen“, erklärt Tobias Kurtz vom Amt für Stadtplanung und dort verantwortlich für die Stadtentwicklung: „Wir wollen das Nordend schließlich weiter denken.“ Dazu gehört für den Stadtplaner die Einbindung der bestehenden Initiativen unbedingt dazu. „Das Nordend ist vielschichtig und facettenreich wie kaum ein anderes Quartier in der Stadt und ist durch seine direkte Nähe zu Frankfurt wie kein anderes von Veränderung geprägt. Wir wissen, dass manche die Entwicklung des ehemaligen Arbeiterviertels mit Argwohn und Sorge beobachten. Umso wichtiger ist uns, alle in dem anstehenden Prozess mitzunehmen.“

Beteiligungsprozess startet im September / Probleme und Potentiale

Wo können Kinder in Zukunft spielen, wo sind Räume für Kultur und wie bewegen wir uns dort hin? Wie behält der Stadtteil sein Gesicht? Die Bestandsaufnahme hat bereits begonnen und soll ab September gemeinsam mit Bewohnerinnen und Bewohnern vertieft werden. Dabei werden beispielsweise Fragen nach den städtebaulichen Problemen im Quartier ebenso erörtert wie die zu bergenden Potentiale.

Termine und Möglichkeiten sich einzubringen werden in Kürze auf www.offenbach.de/nordend-neu-denken bekanntgegeben.