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Offenbach am Main, 19. Dezember 2018 – Als ein deutliches Bekenntnis zum Standort Offenbach bezeichnet Stadtplanungsdezernent Paul-Gerhard Weiß das jetzt vorgestellte Investitionsprogramm der Sana Klinikum GmbH.  Zwischen 80 und 100 Mio. Euro werden die Umbaumaßnahmen kosten, bei denen neben Abriss und Neubau auch neue Wegebeziehungen und Grünflächen geschaffen werden. Weil die geplante Neubebauung den Festsetzungen dem bestehenden Planungsrecht widerspricht, ist die Aufstellung eines neuen Bebauungsplans notwendig. Dies wurde jetzt in einem städtebaulichen Vorvertrag vereinbart, der darüber hinaus auch Regelungen zu Grünflächen und Vorvereinbarungen zur Übertragung von Flurstücken enthält. „Damit kann das Klinikum des Standort sichern und weiter ausbauen“, erklärt Weiß weiter, der zudem von einem positiven Effekt auf die städtebauliche Gesamtsituation am Starkenburgring ausgeht: Denn die Grünflächen des Anlagenrings erfahren insbesondere an der Ecke zur Sprendlinger Landstraße eine deutliche Aufwertung, zudem wird das Areal durch die neue Verbindung von der Hohe Straße zur Beethovenstraße für Fußgänger und Radler geöffnet.  

Schrittweiser Abbruch und Neubau

„Bei den Planungen haben wir uns an Wegebeziehungen und Umgebung orientiert“, erläutert Stadtplaner und Architekt Ralf Haug vom Freiburger Büro fsp. So greifen die neuen Gebäude die Höhen der umgebenden Gebäude auf, werden Lieferverkehr und Besucherzufahrten besser organisiert und wird das Klinikgelände insgesamt durchlässiger.
Besucher erreichen das Klinikum dann nur noch über die Zufahrt zum Parkhaus in der  Sprendlinger Landstraße. Dort sollen nach Abbruch des Hochhauses, in dem sich aktuell noch Apotheke und Materiallager befinden, und Teilen des Erich-Rebentisch-Zentrums nach und  nach neue Gebäude entstehen, die sich rund um eine „Grüne Mitte“ auf dem Gelände gruppieren. Mit 850 Quadratmetern etwas größer als ein Fußballfeld wird diese öffentliche Grünfläche sein, außerdem soll es einen Baumhain zwischen Parkhaus und Klinikhauptgebäude geben. 

In einem ersten Schritt sollen die drei Gebäudeteile des siebengeschossigen Hauptbaus um zwei Bauteile mit zwei bis drei Geschossen an der Beethovenstraße erweitert werden, in denen dann die Psychiatrie  untergebracht wird. Dahinter ist ein Gebäude für Logistik und die Notaufnahme geplant, die Zufahrt für Rettungswagen erfolgt an anderer Stelle weiterhin über den Starkenburgring. Neu organisiert wird im Zuge der geplanten Umbaumaßnahmen auch der Bereich Wohnen: So sind sowohl an der Beethovenstraße als auch in der Brinkstraße Wohngebäude vorgesehen, die „auch für temporäres Wohnen der Beschäftigten denkbar wären“, erklärt Projektleiter Peter Lang von der Sana Klinikum GmbH. Derzeit führt das Unternehmen Gespräche mit der Gemeinnützigen Baugesellschaft GBO, um die Gebäude gemeinsam zu entwickeln. 

Vollverfahren für Klinikerweiterung

„Die Größe und Komplexität des Projektes macht ein Vollverfahren nötig“, erläutert Fachreferentin Juliane Frieling vom Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement, das neben einer Bürgerbeteiligung und einer förmlichen Beteiligung die  Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung erfordert. Mit dem Inkrafttreten des neuen Bebauungsplans und den ersten Umsetzungen rechnen Planer und Bauherr nicht vor 2023.