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Offenbach am Main, 8. Mai 2018 – Mit einer Begehung derzeit noch überwucherter Flächen im Rumpenheimer Schlosspark startete in diesem Jahr die Neugestaltung des denkmalgeschützten Schlossparks in Rumpenheim. Mitglieder des Naturschutzbeirates sowie des Beirates für Denkmalschutz besichtigten die Flächen zweier historischer Wege, die ab November 2018 wieder hergestellt werden sollen.

Trotz regnerischen Wetters nahmen acht Vertreterinnen und Vertreter des Beirates für Denkmalschutz und des Naturschutzbeirates an der Begehung teil. Das mit der Planung beauftragte Landschaftsarchitekturbüro Grün³ stellte die beiden geplanten Wegebaumaßnahmen zum Aussichtshügel und zur Zarenlinde ausführlich vor und erhielt dafür allgemeine Zustimmung. Die zuvor vom Vermessungsamt abgesteckten neuen Wegeverbindungen wurden gemeinsam abgegangen und erläutert. Dabei mussten sich die Beteiligten auf den längst überwucherten und teils mit Sträuchern und Bäumen bewachsenen Wegetrassen ihren Weg bahnen.

Im nächsten Schritt erfolgt nun die offizielle Empfehlung des Naturschutzbeirates sowie des Denkmalbeirates, bevor das Projekt dann am 30.5.2018 vom Magistrat und am 14.6.2018 von den Stadtverordneten beschlossen werden soll. Nachdem diese Meilensteine geschafft sind, wird unter Federführung des Amts für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement die Planung vertieft und die Ausschreibung der Bauleistungen vorbereitet. Die Umsetzung des Projektes wird rund 187.000 Euro kosten.

Bauarbeiten im Herbst

Der Baubeginn ist für Ende des Jahres, beginnend mit den erforderlichen Rodungsarbeiten im November, geplant. „Bis April 2019 sollen die beiden Wege des Landschaftsparks wieder sichtbar werden. Damit wollen wir dem Schlosspark in seiner Rolle als bedeutender Landschaftspark besser gerecht werden“, erläutert Projektleiter Sven Rosenkranz. In den Wintermonaten werden die Wege zwischen Platanenallee und Monopteros teilweise gesperrt. Entlang der historischen Sichtachse am Aussichtshügel werden einige Bäume gefällt. Dafür werden neue Bäume am Aussichtshügel gepflanzt.

Abgestimmtes Konzept

Der schöne historische Park ist Landschaftsschutzgebiet und steht unter Denkmalschutz. Für die Erschließung von Wegen am Aussichtshügel und zur Zarenlinde beschloss der Magistrat 2010 ein Konzept. Dieses orientierte sich am Parkpflegewerk von 1995: Ein Rahmenplan für die Denkmalpflege für rund 60 einzelne Maßnahmen.

Priorität wurde auf Maßnahmen gelegt, welche die Besonderheiten des Parks herausstellen, den Park für Nutzer besser erschließen und vielfältig erlebbar machen. Dies betrifft vordringlich die Wiedererschließung der momentan noch im Unterholz versteckten historischen Zarenlinde mittels eines Rundweges, sowie die Wiedererschließung des Aussichtshügels als größte Erhebung im Park. Das Konzept wurde damals schon eng mit der Unteren Denkmalbehörde ebenso wie mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt, da die Parkanlage einen zweifachen Schutzstatus genießt. Vor der jetzigen Begehung hat das Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement die nun geplante Umsetzung erneut mit der Unteren Denkmalschutzbehörde und dem Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz abgestimmt.

Dabei geht es auch um Artenschutz. Dazu werden vor allem alte Bäume mit Höhlen erhalten, Totholz bleibt im Park liegen, es gibt Sträucher und zu dichte Ahornsämlinge werden entfernt, um dadurch den geschützten Fledermäusen eine freie Flugbahn zu ermöglichen. Dazu werden Blütensäume angelegt. Eingriffe, die durch den Wegebau entstehen, können mit diesen Maßnahmen ausgeglichen werden – dies wurde bereits in einem Artenschutzgutachten im Jahre 2009 bestätigt.