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Offenbach am Main, 24. August 2020 – Aufgrund der hohen Corona-Zahlen in der Region verstärkt Offenbach die Zusammenarbeit mit der Nachbarmetropole Frankfurt und dem ebenfalls benachbarten Landkreis Offenbach. Das Eskalationskonzept des Landes Hessen sieht in der Stufe „Rot“ ab 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb der letzten 7 Tage unter anderem eine sofortige Information und Zusammenarbeit mit den Nachbarstädten und -landkreisen vor. Deshalb hatten Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke und Gesundheitsdezernentin Sabine Groß noch vor den neuen Kontaktbeschränkungen in Offenbach, die der Verwaltungsstab am Freitag, 21. August, beschlossen hat, Gespräche mit Frankfurt und dem Kreis geführt.

„Der Kampf gegen Corona lässt sich nur gemeinsam gewinnen.“ Darin sind sich Oberbürgermeister Schwenke und sein Frankfurter Amtskollege Peter Feldmann einig. Auf ihre Initiative hin haben Frankfurt und Offenbach in einer Telefonkonferenz eine umfassende Zusammenarbeit verabredet. An dem einstündigen Gespräch nahmen auch Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Frankfurt) und Gesundheitsdezernentin Sabine Groß (Offenbach) teil, die beim Thema Corona schon in den vergangenen Monaten regelmäßig in Kontakt waren.

OB Feldmann: „Es ist leider so: Das Virus macht nicht an Stadtgrenzen halt. Wir Frankfurter tun gut daran, uns genau anzuschauen, wie Offenbach mit der Krise umgeht – und ob bestimmte Maßnahmen auch auf unsere Stadt übertragbar sind.“ „Ein koordiniertes Vorgehen ist im Interesse beider Städte“, sagt Schwenke. „Es ist den Bürgerinnen und Bürgern nur schwer zu vermitteln, warum auf dem Kaiserlei verboten ist, was in Oberrad erlaubt ist.“

Konkret vereinbarten die Stadtoberhäupter und die Gesundheitsdezernenten, dass sich die Fachdezernate künftig noch intensiver über beschlossene und geplante Maßnahmen austauschen. Ebenfalls geplant ist die Ausarbeitung einer Kommunikationsstrategie, um die Bürgerinnen und Bürger städteübergreifend für die schwierige Lage zu sensibilisieren.

Offenbachs Gesundheitsdezernentin Sabine Groß: „Wir waren die erste Stadt Deutschlands, die den kritischen Wert von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner überschritten hat, ohne dass ein lokales Großereignis dafür verantwortlich ist. Von uns kann Frankfurt viel lernen – und wir von Frankfurt.“ Frankfurts Gesundheitsdezernent Stefan Majer: „Unser Corona-Verwaltungsstab leistet hervorragende Arbeit. Durch regional koordinierte Maßnahmen wird unser Vorgehen noch passgenauer. In der Kontaktnachverfolgung neuer Fälle kooperieren unsere Gesundheitsämter bereits seit Beginn von Corona auf hervorragende Weise. Diese Kooperation wollen wir nun auf weitere Gebiete ausdehnen.“

Neben der Absprache mit Frankfurt haben Offenbachs Oberbürgermeister Schwenke und Gesundheitsdezernentin Groß noch am vergangenen Donnerstag, 20. August, in einer Telefonkonferenz die Situation mit dem Landrat des Kreises Offenbach, Oliver Quilling, und dem zuständigen Fachdienstleiter des Kreises Offenbach, Ralf Ackermann, besprochen. Im Kreis stellt sich die Situation zurzeit gemessen an den Infektionszahlen noch entspannter dar als in der Stadt Offenbach, doch auch dort gibt es bereits extrem viel Arbeit in der Kontaktnachverfolgung und man rechnet mit einem Anstieg der Infektionszahlen.

„Es war sehr erfreulich, dass der Landkreis unsere Bitte um Kontakt noch am gleichen Tag möglich gemacht hat. So konnten wir uns direkt über die bereits vereinbarten und weiteren geplanten lokalen Maßnahmen zur Pandemieeindämmung austauschen“, informierte und bedankte sich OB Schwenke. Landrat Oliver Quilling betonte: „Für die Akzeptanz der Einschränkungen in der Bevölkerung ist es wichtig, möglichst abgestimmt zu handeln, um einen Flickenteppich aus Maßnahmen zu vermeiden. Da lohnt der Blick auf diejenigen, die jetzt schon höhere Zahlen haben auch für uns.“ Gerade im Rhein-Main-Gebiet bewegten sich die Menschen ständig über die Stadt- und Kreisgrenzen hinweg und könnten nicht nachvollziehen, wenn die Regelungen bei ähnlicher Infektionslage voneinander abweichen würden. „Wie mit Frankfurt haben wir daher auch mit dem Kreis Offenbach vereinbart, uns über die Maßnahmen auszutauschen, um immer auf dem aktuellen Stand zu sein“, so Gesundheitsdezernentin Groß.