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Offenbach am Main, 30. November 2020 - Mit dem Projekt- und Vergabebeschluss hat der Magistrat der Stadt Offenbach grünes Licht für einen 6,25 Millionen Euro teuren Ersatzneubau der Kindertagesstätte in der Friedensstraße in der südöstlichen Innenstadt gegeben. Das Bestandsgebäude auf dem Gelände der ehemaligen Bachschule, heute die Integrierte Gesamtschule Lindenfeld, ist nicht mehr sanierungsfähig und soll einem Grundschulneubau weichen. Ab 2023 wird dann unweit entfernt neben der Schulturnhalle die um eine fünfte Gruppe erweiterte neue Kita bis zu 125 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren zur Verfügung stehen.

Die Bachschule, einstmals verbundene Haupt- und Realschule mit Förderstufe, ist im August 2020 unter neuem Namen und mit neuem pädagogischem Konzept als Integrierte Gesamtschule Lindenfeld ins neue Schuljahr gestartet. Seitdem werden hier auch zwei Grundschulklassen unterrichtet. Schul- und Planungsdezernent Paul-Gerhard Weiß spricht von einem „kompletten Neustart“, mit dem nicht nur pädagogische, sondern auch räumliche Veränderungen verbunden seien.

„Die Umwandlung in eine Integrierte Gesamtschule und der Bau einer weiteren, zweizügigen Grundschule in der südlichen Innenstadt sind ein wichtiger Bestandteil unseres Schulentwicklungsplans“, erklärt der Stadtrat. Die geplanten Unterrichtsplätze für 200 Kinder würden wegen der aktuellen Bevölkerungsentwicklung dringend gebraucht.

Gleiches, so Kinder- und Jugenddezernentin Sabine Groß, gelte für den Bedarf an Kindergartenplätzen: „Mit dem Neubau der Kita sorgen wir nicht nur für zeitgemäße räumliche Standards im frühkindlichen Bildungsbereich, sondern erweitern auch die Kapazität um eine zusätzliche Gruppe. Damit reagieren wir auf den gestiegenen Bedarf im Einzugsgebiet der Kindertagesstätte.“

Um Platz für die neue Grundschule auf dem Gelände zwischen Friedensstraße und Landgrafenring zu schaffen, sollen sowohl das alte Hausmeisterhaus als auch die Kita unmittelbar an der Friedensstraße abgebrochen werden. Das bestehende Kita-Gebäude, ein verputzter Mauerwerksbau mit Walmdach in der Friedensstraße 83, geht auf das Jahr 1913 zurück und wurde in den 1980er Jahren umgebaut. Das Bestandsgebäude wäre dringend sanierungsbedürftig und entspricht darüber hinaus nicht mehr den erforderlichen energetischen Standards sowie den räumlichen Anforderungen an eine Einrichtung für frühkindliche Bildung und Betreuung.

Die Kita soll deshalb in einen zweigeschossigen Massivbau aus Kalksandstein-Mauerwerk auf dem Bolzplatz neben der Schulturnhalle in der Friedensstraße 126 wechseln. Den Bolzplatz wiederum will die Stadt nach Fertigstellung der Kita- und Schulneubauten als Multifunktionsfläche vor der Turnhalle neben dem Schulgarten neu anlegen.

Steuern wird das Kita-Bauprojekt die OPG Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft der Stadtwerke im Auftrag des Amts für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement. Entworfen hat die neue Kindertagesstätte das Architekturbüro B+P Bauconsulting GmbH, Darmstadt.

Geplant ist auf der mit 1.768 Quadratmetern vergleichsweise geringen Grundstücksfläche ein kompakter zweigeschossiger, nicht unterkellerter Baukörper mit zentraler, zweigeschossiger Multifunktionshalle im Innern und einem außenliegenden, umlaufenden Gang (Fluchtbalkon) im Obergeschoss mit Treppenzugängen zum Spielgelände sowie einem auskragenden, begrünten Dach. Balkonumlauf und Dachüberstand sollen die Außenwände und Terrassen verschatten und einer Aufheizung des Gebäudes entgegenwirken.  

Die über Dachfenster mit Tageslicht erhellte Halle dient nicht nur als Begegnungsraum, über sie werden ebenfalls alle Funktionsbereiche erschlossen. Eine Treppe führt hinauf ins Obergeschoss, das barrierefrei auch über einen Aufzug erreichbar ist. Allen fünf Gruppenräumen, drei davon im Obergeschoss, sind Differenzierungsräume und eigene Sanitärbereiche zugeordnet.

Erschlossen wird die neue Kindertagesstätte wie schon die Schulturnhalle von der Wendeanlage in der Friedensstraße aus. Zum insgesamt 850 Quadratmeter großen Außengelände zählen eine durch den Balkonumlauf regengeschützte, schattige Terrasse, ein Sand- und Matschbereich, vielfältige Angebote zum Klettern, Schaukeln, Rutschen und Balancieren sowie eine Ruhezone.

Für den Neubau müssen an der nördlichen Grundstücksgrenze Bäume gefällt werden, die zum Großteil aufgrund ihrer Wachstumsstruktur nicht erhaltenswert sind. Dafür werden auf dem Gelände insgesamt sieben Bäume und mehrere Sträucher neu gepflanzt. Die eingewachsenen Hainbuchenhecken im Süden und Westen werden erhalten. Auf Wunsch der Unteren Naturschutzbehörde wird die Baumaßnahme baumgutachterlich begleitet.

Die Stadtwerke-Gesellschaft OPG geht davon aus, dass nach dem Stadtverordnetenbeschluss Anfang Dezember 2020 zu Beginn des Jahres 2021 der Bauantrag gestellt werden kann. Mit dem Bau könnte dann voraussichtlich im Herbst 2021 begonnen werden. Etwa im Frühjahr 2023 könnten dann die Kinder mit ihren Erzieherinnen und Erziehern in die neue Kita umziehen.

Parallel zum Neubau der Kita läuft bereits die Planung für den Grundschulbau. Im Sommer 2021 soll der Projektbeschluss dazu gefasst werden. Geplant ist, das in der Bauabfolge anspruchsvolle Projekt in zwei Phasen umzusetzen. Im ersten Bauabschnitt soll nach dem Abbruch des Hausmeistergebäudes mit dem Schulneubau begonnen werden. Im zweiten Bauabschnitt kann dann die Grundschule nach dem Abbruch der alten Kita bis voraussichtlich Herbst 2025 fertiggestellt werden.

Bildunterschrift:

Eingangsansicht (Ostseite) der neuen Kita in der Friedensstraße 126. (Copyright: Architekten B+P Bauconsulting GmbH)