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Außenansicht
© Stadt Offenbach

Beschreibung

„Fer de klaane Hunger“, „Was Griines aus em Gadde“, lieber „Was Defdisches“ oder „Fer Hinnerher zum Nasche“? Ein Blick auf die Speisekarte zeigt: Hier kommt typisch Hessisches auf den Tisch. Doch im Bieberer Gasthaus Obermühle wird der gut gereifte, herzhafte Handkäs' nicht einfach nur klassisch mit „Musik“ serviert, sondern auch nach „Owwermühler Art“: In einem cremigen Mantel von Saurer Sahne, mit Schnittlauch und frischem Bauernbrot. Mit Äbbelwoi aus der benachbarten Kelterei Zilch ist unsere Hessen-Vorspeise perfekt. Auch das Wetter spielt mit. An diesem warmen Sommerabend sitzt man am schönsten im Hof unter einem der großen Sonnenschirme im Wiesental der Bieber am Ortsrand. Radler parken ihren Drahtesel sicher auf dem Stellplatz in Sichtweite und wer mit Kindern unterwegs ist, freut sich über den Spielplatz am Rand des Biergartens. Denn der Nachwuchs bleibt beim Schaukeln, Rutschen und Sandburgen bauen stets im Blick, während es sich die Großen bei hessischen Spezialitäten gemütlich machen. Hier hockt man sich nicht an langen Bierbänken auf der Pelle, sondern futtert in bequemen Lehnstühlen an runden, hölzernen Gartentischen.

Bei kaltem Wetter oder im Winter bietet die 1999 umgebaute Scheune der Obermühle Platz für 65 Gäste. Die Mühle hat eine lange Vergangenheit und wurde in Akten des Zisterzienser-Ordens in Wien schon 1280 urkundlich erwähnt. Im 30-jährigen Krieg brannte das Mühlengebäude ab, wurde wieder aufgebaut und besteht noch so bis heute. Für frisch gezapftes Klosterbräu, gut gekühlten Äbbelwoi und liebevoll zubereitete Hausmannskost sorgt Familie Schäfer, die die Obermühle bereits seit drei Generationen bewirtschaftet.

Hier kocht der Chef selbst - und das schmeckt man. Kein Fertigdressing am Salat, keine Instantsoße zum Schnitzel, die Speisen sind sorgfältig abgeschmeckt, die Zutaten knackig frisch. Wir bestellen „Wutzeschnitzel Wiener Art“ und „Biewerer Worschtsalat“ - anstatt mit „Brot un Budder“ lieber mit Bratkartoffeln. Die Bedienung nickt freundlich und notiert's. Bis das Hauptgericht kommt, polieren wir unser Hessisch auf und studieren die Speisekarte. Eifrige Gäste können sich vorab auf der Website der Obermühle ein Hessisch-Deutsches Wörterbuch ausdrucken. Wer will hier schon gerne mit einem „Oigeplackte“ verwechselt werden - einem Fremden, der in Offenbach heimisch geworden ist? Also rufen wir der jungen Bedienung in Röhrenjeans und Chucks ein „Mir verdorschde!“ zu und halten unser Geripptes in die Höhe - schon stehen zwei neue Gespritzte auf dem Tisch.

Der Biergarten ist bis auf den letzten Tisch besetzt, doch Hartmut Schäfer hat seine Küche im Griff: Wer „mords Hunger“ hat, muss nicht zu lange aufs Essen warten. Unser Schweineschnitzel ist innen herrlich saftig, die Panade dünn und knusprig, der herzhafte Wurstsalat schön mild mit Zwiwwel und Gewürzgurke abgeschmeckt. Die Bratkartoffeln sind goldbraun, kross und mit kleinen Speckwürfeln verfeinert. „Eweggbuzze“ - alles aufessen, heißt die wichtigste Vokabel und als die „Quiddung“ kommt, staunen wir: Die Preise sind mehr als fair. Wir empfehlen: „Siddsflaasch hawwe“ - sitzen bleiben, bis man rausgeschmissen wird.


Preis-Check:
Vorspeisen von 3,60 bis 10,90 € (großer gemischter Salat)
Hauptspeisen zwischen 5,90 bis 18,90 €
Desserts von 3,00 bis 4,90 €.

Öffnungszeiten

Sommersaison (Mai-Sep)
Montag, Mittwoch bis Samstag
16:00 Uhr bis 24:00 Uhr
Sonntag
11:00 Uhr bis 24:00 Uhr

Wintersaison (Okt-Apr)
Montag, Mittwoch bis Samstag
17:00 Uhr bis 24:00 Uhr
Sonntag
11:00 Uhr bis 24:00 Uhr