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Stadt Offenbach

Umbau des Kaiserleikreisels

Ausgangslage und Vision

Mit dem Umbau des Kaiserleiknotens hat Offenbach eines seiner größten Infrastrukturprojekte der vergangenen Jahrzehnte erfolgreich abgeschlossen. Wo früher ein überlasteter Kreisverkehr den Verkehrsfluss bestimmte, sorgt heute eine moderne, ampelgesteuerte Doppelkreuzung für Übersichtlichkeit und Sicherheit. Durch eine neue Kreuzung wurde die Trennung der Verkehre von und zur Autobahn sowie zwischen Offenbach und Frankfurt über die Kaiserleipromenade optimiert. Das Projekt hat nicht nur die Verkehrssituation grundlegend verbessert, sondern auch den Grundstein für die städtebauliche Entwicklung des gesamten Areals gelegt.

Der Kaiserleiknoten war über Jahre einer der problematischsten Verkehrspunkte im Rhein-Main-Gebiet. Mehr als 70.000 Fahrzeuge fuhren täglich die Stelle zwischen Offenbach und Frankfurt. Der alte Kreisel geriet dabei zunehmend an seine Kapazitätsgrenzen. Staus, unklare Verkehrsführungen und eingeschränkte Querungsmöglichkeiten für Rad- und Fußverkehr prägten die Entscheidung zum Umbau. Schließlich stellte die Stadt im Januar 2015 erstmals öffentliche ihre Pläne für den Umbau vor und präsentierte eindrucksvolle Visualisierungen. Die Vision der Stadt war es, eine klare, geordnete Kreuzungsstruktur zu schaffen, die den Verkehr besser verteilt, den Raum für Fußgänger und Radfahrende eröffnet und Offenbachs südwestliches Stadttor aufwertet. 

Förderbescheid des Landes Hessen

Im Juni 2016 übergab Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir einen Förderbescheid über 15,6 Millionen Euro an Oberbürgermeister Horst Schneider und sicherte damit einen Großteil der Finanzierung. Damit war ein entscheidender Schritt zur Umsetzung getan, der das Projekt auch politisch absicherte. Zahlreiche Leitungen im Untergrund, Altlasten im Boden und zusätzliche Anforderungen wie Hochwasserschutzmaßnahmen machten die Arbeiten schwieriger als ursprünglich angenommen. Hinzu kamen Baupreissteigerungen und pandemiebedingte Lieferengpässe. Trotz dieser Hürden blieb das Ziel stets klar: eine leistungsfähige, sichere und zukunftsorientierte Verkehrslösung. Dann am 20. Februar 2017 endlich: der Spatenstich. Der Umbau erfolgte in mehreren Bauphasen bei laufendem Verkehr. Provisorische Fahrspuren, Umleitungen und eine detaillierte Verkehrssteuerung hielten den Knotenpunkt während der gesamten Bauzeit funktionsfähig. Sichtbare Meilensteine waren unter anderem die Entfernung der letzten Reste des alten Kreisels, der Aufbau neuer Fahrbahnen sowie die Installation moderner Ampelanlagen. 

Im März 2018 stellte dann Oberbürgermeister Felix Schwenke das übergeordnete Kaiserleiprojekt vor, das weit über den Straßenbau hinausging. Mit ihm rückte die Aufwertung des gesamten Quartiers in den Fokus. Von Anfang an verstand die Stadt den Umbau nicht nur als Verkehrsinfrastrukturmaßnahme, sondern als Teil eines umfassenderen Stadtentwicklungsprojekts. Neue Büro- und Gewerbeflächen, moderne Grünanlagen und eine attraktive Kaiserleipromenade sollten das Bild abrunden. Der Kaiserlei hat sich als hochwertigen Standort für renommierte Unternehmen mit hervorragender Verkehrsanbindung etabliert. Heute gehören auch 181 neu gepflanzte Bäume, rund 18.000 Quadratmeter Grünflächen und ein aufwändig gestalteter Stadteingang zum Ergebnis. Fuß- und Radwege sind breiter, sicherer und besser angebunden. Im Februar 2021 wurde der letzte Überrest des alten Kreisels entfernt – ein prägender Moment, der das Ende einer Ära markierte. Es wurde nicht nur die Mobilität, sondern auch die Aufenthaltsqualität in diesem Bereich deutlich gesteigert.

Fertigstellung Umbau Kaiserleikreisel

Mit der Fertigstellung Ende 2022 kam ein Projekt zum Abschluss, das ursprünglich mit 37 Millionen Euro veranschlagt war und schließlich über 67 Millionen Euro kostete. Im Dezember 2022 nahm die Stadt die neue Doppelkreuzung feierlich in Betrieb.

Trotz der Verzögerungen und Mehrkosten gilt der Umbau als ein entscheidender Schritt in der Entwicklung Offenbachs. Die neue Doppelkreuzung ist leistungsfähig, übersichtlich und bietet eine klare Struktur für alle Verkehrsteilnehmenden. Der Kaiserleiknoten steht heute sinnbildlich für den Wandel der Stadt: vom reinen Verkehrsbauwerk hin zu einem modernen, grünen und urbanen Eingangstor. Er verbindet Offenbach und Frankfurt nicht nur verkehrstechnisch, sondern bildet auch den Rahmen für die künftige Entwicklung eines wichtigen Quartiers.

Die Kaiserleipromenade mit Blick in Richtung Offenbach.

Historie in Bildern

  • Umbau Kaiserlei
    Der große Kreisel zwischen Offenbach und Frankfurt wurde 1965 fertig gestellt. Ein Rückblick auf den Bau und die politische sowie verkehrstechnische Entwicklung.
  • Umbau Kaiserlei
    Bilder aus der Bauphase des 1964 größten Kreisels in Europa sowie der Brückenbauwerke und die Entwicklung bis heute. Anklicken eines Bildes öffnet die Galerie, die sich als Diashow starten lässt.

Animation zum Umbau Kaiserlei

Animation zur Verkehrsführung am Kaiserlei 2020

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Animation zur Verkehrsführung am Kaiserlei 2020

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