Sprungmarken
Aktuelles Wetter:bedeckt10°C
Suche
Suche

Feuerwehrleute mit 112-Sprungtuch
© Europe direct network
Seit 25 Jahren rettet eine einheitliche Rufnummer europaweit Leben: Die 112 wurde am 29. Juli 1991 von den damals zwölf Staaten der Europäischen Union als gemeinsame europäische Notrufnummer eingeführt. Deutschland wurde für die Vereinbarung seinerzeit durch Außenminister Hans-Dietrich Genscher vertreten. Wie Offenbachs Feuerwehrchef Uwe Sauer mitteilt, fiel die Wahl auf die Ziffernfolge 112, da bereits 1976 die Europäische Konferenz der Verwaltungen für Post- und Fernmeldewesen (CEPT) eine solche Empfehlung ausgesprochen hatte. In Deutschland war die Nummer hingegen schon lange bekannt: Bereits 1954 hatten sie die ersten Großstädte als Feuerwehrnotruf eingeführt.</p>
Uwe Sauer betont, dass der Notruf 112 vorwahlfrei gewählt werden kann und in allen Staaten der EU kostenlos ist. „Er verbindet Hilfesuchende automatisch mit der örtlichen 112-Notrufzentrale, über die sie die Feuerwehr oder medizinische oder polizeiliche Hilfe erhalten.“ Wer die 112-Notrufzentralen betreut, ist in den Ländern unterschiedlich geregelt. Dies können die Rettungsdienste, Feuerwehren oder auch die Polizei sein. In Offenbach gehen die 112-Notrufe in der integrierten Leitstelle der Feuerwehr Offenbach ein, die rund um die Uhr von Mitarbeitern der Berufsfeuerwehr besetzt ist. Die Notrufe werden nach einem strukturierten Frageschema bearbeitet und die nach Einschätzung des Disponenten erforderlichen Hilfskräfte alarmiert. Während die Einsatzkräfte anfahren, kann der Mitarbeiter bei Bedarf lebensrettende Hinweise an den Anrufer weitergeben.

Feuerwehrgebäude Spießstraße
© Stadt Offenbach

112 funktioniert in ganz Europa

Obwohl die Rufnummer schon lange aus den Kinderschuhen gewachsen ist, weiß nach einer EU-Studie jedoch nur jede fünfte Person in Deutschland, dass sie auch im europäischen Ausland funktioniert. „Es ist deshalb sehr wichtig“, betont Oberbürgermeister und Feuerwehrdezernent Horst Schneider, „dass die europaweite Gültigkeit des Notrufs bekannter wird.“ Doch nicht nur in allen EU-Staaten, auch in der Schweiz, in Island und Norwegen sowie in weiteren EU-Nachbarstaaten wie Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Mazedonien, Montenegro, der Republik Moldau, Russland, Serbien, Türkei und der Ukraine erreicht man unter dieser Nummer Hilfe. Weltweit nutzen zudem weitere Staaten diese Ziffernfolge. Reisende sollten sich vorab darüber informieren, rät Uwe Sauer.

Für Oberbürgermeister Schneider ist die 112 ein überaus positives Beispiel für das weiter notwendige Zusammenwachsen der europäischen Gesellschaften. „Die Nummer ist ein bürgernahes und lebensrettendes EU-Produkt mit einem echten europäischen Mehrwert.“ Feuerwehrchef Sauer ergänzt: „Wenn es den Euronotruf nicht gäbe, müssten die Bürgerinnen und Bürger über 40 Notrufnummern bei einer Reise durch alle EU-Staaten kennen.“

Sein wichtigstes Geburtstagsgeschenk hat der Euronotruf übrigens schon im Jahr 2009 erhalten: einen eigenen Aktionstag im Kalender. Der „Tag des europaweiten Notrufs 112“ wird jährlich am 11. Februar begangen, denn da steckt die 112 schon im Datum.