Inhalt anspringen

Stadt Offenbach

Auf einen Kaffee mit...

Heike Euler

Die vhs ist ein offenes Haus, bunt und vielfältig. Im neuen Format „Auf einen Kaffee mit ...“ plaudert vhs-Leiter Dirk Wolk-Pöhlmann in der Cafeteria mit Menschen, die er im vhs-Haus trifft, und fragt sie nach ihren Geschichten rund ums Lernen, Wissen-Teilen, Ausprobieren und Neuentdecken. Diesmal hat er Heike Euler getroffen, die „jüngste“ vhs-Mitarbeiterin. Nicht an Jahren, sondern an Dienstjahren – aber young at heart ist die abenteuerlustige Powerfrau auf jeden Fall.

Wie bist du zur vhs gekommen?

Heike: Mein erster vhs-Kurs war ein ayurvedischer Kochkurs bei Manju Kumar, so 2005. 
Dirk: Da könnten wir uns getroffen haben! Ich hab um diese Zeit auch einen Kochkurs bei Manju Kumar gemacht!
Heike: Für mich taten sich da ganz neue Dimensionen auf, was Geschmackserlebnisse angeht. Meine Töchter haben immer die Kartoffelsuppe verlangt. Aber ich hab sie ungern gemacht, weil ich die Gewürze immer erst in Ghee anbraten musste und die ganze Bude qualmte. Es hat sich aber jedes Mal gelohnt.
Dirk: Was ist heute deine Lieblingsküche?
Heike: Asiatisch, am liebsten Thai, weil es leichter ist.
Dirk: Mit Fleisch, ohne Fleisch?
Heike: Mittlerweile ohne Fleisch. Mit Tofu.

Wie kam es, dass du bei der vhs arbeitest?

Heike: Ich hab vorher lange in Frankfurt gearbeitet, auch in einem fast-städtischen Unternehmen, und dachte: Jetzt ist mal Offenbach dran, jetzt unterstütz ich die Offenbacher.
Dirk: Wohnst du hier?

Ich wohne in Offenbach, es ist meine Heimat und ich mag mein Offenbach!

Wie sieht dein vhs-Tag aus?

Heike: Ich sorge dafür, dass die eingehenden Rechnungen und Honorare der Dozenten pünktlich bezahlt werden. Und ich berate jeden, der Interesse an ’nem Kurs hat, telefonisch. Beim Buchen muss ich mich aber konzentrieren, da kann man nicht gleichzeitig telefonieren.

Dirk: Was wäre ein Supergau beim Buchen, wo würde die Welt untergehen?
Heike: Die Welt geht nie unter, irgendwie kann man alles wieder regeln.
Dirk: Gibt es so was wie eine goldene Regel der Buchhalter*innen?
Heike: Keine Buchung ohne Beleg!

Dirk: Wer die zentrale vhs-Nummer 8065-3141 anruft, landet bei dir. Wie lang dauert so ein Telefongespräch?
Heike: Meistens so 2 Minuten. Aber ich hatte auch mal eine Interessentin, die hat sich am Telefon gleich für 7 Kurse angemeldet. Gestern waren es 55 Anrufe von morgens bis mittags. Da hab ich irgendwann Fusseln im Mund.

Du bist jetzt seit Dezember bei uns, gab es schon einen schönsten oder schrecklichsten Moment?

Heike: Ich find’s immer wieder bewundernswert, wenn ältere Leute am Telefon richtig agil klingen. Wenn sie ’nen Platz im Wirbelsäulenkurs kriegen, springen manche vor Freude fast aus dem Fenster. Das ist ansteckend, in vielerlei Hinsicht. Das sind viele kleine Momente, die mich freuen.
Dirk: Das sagt was darüber, dass wir hier Menschen glücklich machen.

Was macht dich glücklich, wenn du nicht auf der Arbeit bist?

Heike: Ich verbringe gern Zeit mit meiner Mama, die mit 83 noch fit und fröhlich ist. Und ich mach viel Sport.
Dirk: Welchen Sport?
Heike: Muskeltraining. Hot Iron oder Pump. Mit Ü50 bauen wir ja Muskeln ab, die müssen wir wieder aufbauen.
Dirk: Hot Iron – was ist das heiße Eisen? 
Heike: Das ist eine Langhantelstange mit zwei Gewichtscheiben.
Dirk: Wie schwer sind die?
Heike: Viele haben zweimal 3 Kilo. Oder auch mehr. Man steigert sich schnell. Es ist auch gelenkschonend, weil es geführter ist als Freihanteln.
Dirk: Machst du das allein oder in der Gruppe?
Heike: Ich bin mehr das Gruppentier. Ich brauch die Gruppendynamik, damit ich durchhalte. Zu Hause sag ich nach 5 Minuten: Reicht!
Dirk: Seit wann machst du das schon? 
Heike: Seit 99.
Dirk: Du hast also Ausdauer. Und Muskeln. Wenn die Buchung ohne Beleg kommt, dann lässt du die Muskeln spielen.
Heike: (lacht) Ja, ja, Boxen wollt ich jetzt auch anfangen!

Was wolltest du als Kind werden?

Heike: Ich war immer Bandenchef. Wir waren nur Mädchen, wir hatten einen Club. Ich bin ja ’n Stadtkind, aus dem Nordend. Meine Eltern hatten ’ne Metzgerei. Wir hatten einen Hinterhof und ein Gärtchen. Wie’s hier in Offenbach so ist, alles sehr verwinkelt. Da war auch ein Hühnerstall, aber keine Hühner mehr. Und in diesem Hühnerschuppen haben wir uns getroffen. Wir haben immer ein Brett rüber zum Garagendach gelegt und sind über die Hinterhausdächer im Nordend gewandert – bis die Polizei bei meinen Eltern im Laden stand.

Was ist dein Lieblingsplatz?

Heike: Der Büsingpark. Da hab ich auch einen großen Teil meiner Kindheit verbracht. Wir sind am Lillytempel rumgeklettert. Da lagen immer Flachmänner drin und es roch – naja. Aber es war spannend, es war Freiheit. Ich bin auch mal mit dem Klapprad zum Flughafen gefahren. Auf der Schleichspur auf der Autobahn. Mit meinem Bruder und seinem Freund. Wir haben uns vorher Leberwurstbrote schmieren lassen und hatten jeder eine Büchse Fanta hinten drauf. Wir waren fasziniert von den Flugzeugen.

Jedes „Auf einen Kaffee mit“-Gespräch endet mit zwei Satzergänzungen:

Dirk: Die Mitte der Welt ist für mich …
Heike: … da, wo ich mich wohlfühle.

Dirk: In diesem Leben unbedingt noch lernen will ich …
Heike: Cool fänd ich so was wie Paragliden.

Heute hab ich gelernt: In der vhs arbeitet mit Heike Euler eine abenteuerlustige Frau. Es gibt keine Buchung ohne Beleg. Sie ist Clubchefin in der Buchhaltung und man sollte sie als Herrin der Zahlen ernst nehmen, sonst lässt sie die Muskeln spielen...

Heike: Nein, nein!!
Dirk: … und wenn sie die vhs von oben sehen will, macht sie das mit dem Gleitschirm.


Das Gespräch "Auf einen Kaffee mit Heike Euler" und Dirk Wolk-Pöhlmann fand in der Cafeteria der vhs statt.


Newsletter abonnieren

Bleiben Sie mit dem Newsletter der vhs Offenbach informiert über spannende Themen rund um Wissen teilen, Leute treffen und sich weiterbilden.

Jetzt abonnieren

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise