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Blüten
© Stadt Offenbach
Jugendliche eignen sich beim Pflanzen am Alten Friedhof Arbeits- und Sozialkompetenzen an

Am Gebäude vor dem Alten Friedhof in der Friedhofstraße 21 ist jetzt ein neues Beet angelegt: Rosen wachsen hier ebenso wie Fingerhut und Glockenblumen, aber auch Kräuter wie Basilikum, Schnittlauch oder Petersilie sowie Salat und Brombeeren. Angelegt wurde die Fläche in Kooperation mit der städtischen Friedhofsverwaltung von sieben Jugendlichen im Alter von 13 bis 15 Jahren. Sie sind Teilnehmer des Scout-Projektes des städtischen Jugendamtes. Das seit einigen Jahren laufende Projekt hat seit Januar 2018 seinen Sitz vom KJK Sandgasse in das Gebäude neben dem Friedhof verlegt. Zielgruppe sind 13- bis 15-Jährige, die nicht im Unterricht erscheinen oder den Anforderungen des Schulsystems nicht gerecht werden. „Schülerinnen und Schüler, die durch eine verfestigte Schulverweigerungshaltung aufgefallen sind“, heißt es in der Projektbeschreibung.

Vielfältige Aufgaben für Schulverweigerer

Mit ihnen haben Jugendamtsmitarbeiterin Denise Freidank und ihr Kollege Frank Wiehe, der seit Beginn das Scout-Projekt mitgestaltet, das Beet geplant und bepflanzt. Die Jugendlichen haben sich freiwillig zur Teilnahme bereit erklärt, die tägliche Anwesenheit ist aber Pflicht. Hier bekommen die Teenager die Möglichkeit, ihre Schulpflicht für ein Schuljahr zum einen durch Projektarbeit, zum anderen aber auch durch individuelles fachliches Lernen zu erfüllen.

In Kooperation mit dem staatlichen Schulamt werden die Teilnehmer sowohl einzeln als auch in Kleingruppen in den Kernfächern unterrichtet. Ziel ist es, dass die Jungen und Mädchen in diesem Jahr einerseits ihre Arbeits- und Sozialkompetenzen festigen, zum anderen aber auch die notwendigen Fachkenntnisse lernen, um wieder in ihre vorherigen Klassen zurückkehren und planmäßig den Schulabschluss machen zu können. Die im Rahmen des Scout-Projektes umgesetzten Aufgaben sind vielfältig. „Unsere Jugendlichen haben in einem halben Jahr schon alle Innenräume unseres Gebäudes gestrichen und ein Bild an die Wand gemalt, eine andere Gruppe hat in einem anderen Jahr eine Kita begrünt und im Rahmen eines weiteren Projektes haben wir in Kooperation mit dem Ordnungsamt alte, schon lange am Hauptbahnhof stehende Fahrräder abgebaut und wenn möglich wieder zum Fahren gebracht“, sagt Denise Freidank.

In diesem Jahr wurde also das Beet neben dem Projektgebäude angelegt. Rund 15 Quadratmeter Boden haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dort beackert. Mit Unterstützung der Friedhofsmitarbeiter des Stadtservices aus der Stadtwerke Unternehmensgruppe wurde die Grasnarbe entfernt und der Boden gelockert. Ein Zäunchen wurde von der Gruppe gesetzt, gemeinsam geplant, was dort gepflanzt werden soll, die Pflanzen wurden gekauft und gesetzt. Jetzt wird gegossen und regelmäßig Unkraut gezupft und gejätet. Zumindest in einem Fall könnte das Projekt auch über den normalen zeitlichen Rahmen hinauswirken: Einer der jungen Teilnehmer, erzählt Denise Freidank, hat sich schon nach den Bedingungen für den Beruf des Gärtners erkundigt.

15.06.2018