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Ein Konzept zur Gewaltprävention an Schulen
Sandgasse 26
63065 Offenbach

Weitere Informationen

Projektstatus

laufend

Beginn

2005-01-01

Beschreibung

Ziele des Rahmenkonzeptes: 

*Vermittlung kriminologischer Grundlagenkenntnisse, die Gewalt als komplexes und multikausales Phänomen erkennen lassen

* Sensibilisierung für Ursachen von und Umgang mit Gewalt

* Unterstützung eines professionellen Verständnisses, dass aufgrund der Vielschichtigkeit von Gewalt und  bezüglich der unterschiedlichsten Beteiligtengruppen und Handlungsebenen ein differenziertes Angebot zielgerichteter präventiver/intervenierender Maßnahmen erfordert

*Unterstützung von Schulen beim Auf- und Ausbau systematisch organisierter multimodaler Gewaltpräventionskonzepte sowie  bei deren Implementierung ins Schulprogramm und Umsetzung in den schulischen Alltag

* Bereitstellung eines Methodenkoffers, der für die unterschiedlichsten Zielebenen, Zielgruppen und Ziele adäquate Module anbietet

* Aufzeigen dementsprechender Einsatz- und Fortbildungsmöglichkeiten

* Weiterentwicklung der Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe sowie sonstiger Kooperationspartner (Schulpsychologischer Dienst, Polizei) und Integration in bestehende Netzwerkstrukturen (z.B. PiT, regionale Netzwerke, Hessisches Netzwerk gegen Gewalt, etc.)

* Erarbeitung konzeptioneller Grundlagen für die Organisation von Finanzierungsmöglichkeiten schulischer Gewaltprävention

* Verknüpfung des Gewaltpräventionsdiskurses mit anderen Fachdiskursen (Bildung, politische Bildung, Extremismus)

* Erarbeitung eines Beitrages zum zivilgesellschaftlichen Umgang mit Gewalt und Schule: Die Ausgangspunkte für Gewalt bei SchülerInnen werden im  Wesentlichen in den außerschulischen Lebenskontexten gelegt.   Schule kann bezogen auf einzelne Risikofaktoren entweder a.) wenig verändern, b.) wichtige alternative Orientierungen und Kompensationsmöglichkeiten anbieten und alternative Erfahrungen ermöglichen c.) oder auch Risiken verschärfen. 

Im Rahmen der Konzeptentwicklung gilt es zu überlegen, wie der Bereich b.) optimiert und der Bereich c.) minimiert werden kann; wie bei Konflikten angemessen interveniert und auf gewalttätige Schüler reagiert werden kann sowie nichtgewalttätige Schüler bestärkt und potentielle Gewaltopfer geschützt werden können.  Was kann Schule tun? * einen auf die jeweilige Situation und Bedarfe zugeschnittenen Konzeptentwicklungsprozess beginnen

* mit externen Fachkräften und anderen Institutionen zielgerichtet kooperieren und  geeignete Angebote und ggf. auch Interventionen planen

* prosoziale Verhaltensweisen und sozialemotionale Kompetenzen fördern

* Selbstwertgefühl und Motivation bei Jugendlichen fördern, Anerkennungsmöglichkeiten für alle Schüler schaffen

* Mitgestaltungsmöglichkeiten und Verantwortungsbereiche für Schüler ausweiten

* Handlungsstrategien zur Vermeidung von und zum Umgang mit Gewaltsituationen vermitteln

*Konfliktkompetenz vermitteln, Konflikte moderieren und Opfer schützen

*Lehrkräfte im Umgang mit Konflikten (Moderation von Konflikten, Konfliktinterventionen sowie interkultureller Konfliktlösungen) qualifizieren

*auf Gewalt als unakzeptables Verhalten eindeutig, zeitnah, konsequent, jedoch klar deliktbezogen, reagieren

*Schul- und Klassenklima verbessern. An der Verbesserung einer positiven Lern- und Schulkultur mitwirken

*Elternbeteiligung und Erziehungsverantwortung stärken und nutzen

*Themen wie Konflikte, Demokratie, Menschenrechte, Courage, Diversity, etc. im  Sinne der Präventionsziele nutzen 

*auf Formen von Mediengewalt (Cybermobbing etc.) aufklärend sowie fallbezogen reagieren

* sensibel und kompetent auf Formen erzieherischer und häuslicher Gewalt reagieren

Angebote, Maßnahmen und Empfehlungen im Rahmen des Methodenkoffers: 

*zur Förderung prosozialen Verhaltens und sozial-emotionaler Kompetenzen

*zur Opfervermeidung und Opferunterstützung

*zur konstruktiven Konfliktbearbeitung

*zur Lehrerqualifizierung im Kontext mit Eskalations-, Konflikt- und Gewaltsituationen

*zur Vandalismusprävention *zur Selbstwertförderung und Persönlichkeitsentwicklung von Schülern

*zum Umgang mit Gewaltsituationen und mit gewalttätigen Schülern

*zur Veränderung von Schulkultur und Schulklima 

*zu Medienrisiken und zum Umgang mit Formen von Gewalt durch digitale Medien

*Wegweiser zum Umgang mit erzieherischer und häuslicher Gewalt Die Module des Methodenkoffers:  Schul-AG "Gewaltprävention", "Cool sein, cool bleiben"/PiT (Prävention im Team)  Mediation, Interkulturelle Konfliktlösungskompetenz & interkulturelle Dialogfähigkeit Vandalismus & Schulklima "FAUSTLOS", "EIGENSTÄNDIG WERDEN"  u.ä. Curricula "KIDPOWER", Curriculum Selbstwertförderung: "Cooltour macht Schule" (kultur-, sport-, und erlebnispäd. Angebote), SiT (Sicherheit im Team) bzw. PART; Angebote zu Deeskalation und konstruktiver Konfliktlösung Täterorientierte Konzepte (Sozialtrainings, Fallgespräche mit Unterstützung des Jugendamtes) Kooperation mit der Polizei  Supervisionsangebote f. Lehrer sowie externe Fall- und Fachberatung Trainings in den Bereichen Demokratie, Zivilcourage, Toleranz und Menschenrechte Projekte, die mittels theaterpädagogischer Arbeit das Gesamtkonzept von Gewaltprävention unterstützen (z.B. PEOPLES THEATER), Fairplayer; FAIR KÄMPFEN, FAIR STREITEN und DEESKALATION u.ä. Projekte  Umsetzungsempfehlungen: *Jede Schule plant vor dem Hintergrund ihrer jeweiligen Situation und Bedarfe und beginnt einen Konzeptentwicklungsprozess

*Steuerung des Prozesses durch eine autorisierte Arbeitsgruppe, Einbeziehung  externer Fachleute und Kooperationspartner

*Implementierung des Konzeptes in das Schulprogramm  *Beteiligung von Schülern und Eltern am Entwicklungsprozess und im Rahmen der Umsetzung und Auswertung  

*Umsetzung des multimodalen Ansatzes in Form des Einsatzes von mindestens 4 Elementen aus dem Methodenkoffer

*konzeptionelle Verbindung und Abstimmung der einzelnen Angebotsmodule i.S. eines sich aufeinander beziehenden Gesamtkonzeptes von Gewaltprävention

*Es werden bei der Konzeptumsetzung die drei wesentlichen Ebenen "Schule, Klasse und Personen" erreicht Hinsichtlich der Angebote für aggressive Kinder und Jugendliche durch das Rahmenkonzept und den Methodenkoffer soll erreicht werden: 

- Abbau von Anspannung und motorischer Unruhe - Förderung differenzierter Wahrnehmung, da undifferenzierte Fremd- und Selbstwahrnehmung überwiegt

- Einübung angemessener Selbstbehauptung als Ersatz für omnipotente Selbstüberschätzung und Egozentrismus 

-Verbesserung der Selbstkontrolle, Impulskontrolle

- Aufbau eines positiven Einfühlungsvermögens, Sensibilisierung für Fühlen und Denken und somit auch das Handeln anderer (Empathievermögen)

- Erlernen kooperativ-solidarisch-unterstützender Einstellungen und Verhaltensweisen, denn Prosozialität minimiert destruktiv-aggressive Reaktionen 

- Aufbau sozial-kompetenten Verhaltens erfolgt durch Trainings grundlegender kognitiver Fähigkeiten und sozialer Fertigkeiten 

- Stärkung von Ich-Autonomie (gegenüber der eigenen Peer-/ Ingroup auch NEIN sagen zu können)

- Angebote zur Persönlichkeitsentwicklung, Förderung von Selbstwertgefühl, Entwicklung von Anerkennungsmöglichkeiten u.a. auch durch "neue" Lehnformen 

- Beratungs- und andere Hilfsangebote

 - Einbeziehung in Verantwortung und in Beteiligungsprozesse  Ergänzende Anmerkungen zu den Angeboten für Lehrer: 

- Verbesserung kommunikativer Kompetenzen i.S.v. a.) aktiver Kommunikationskompetenz  und b.) passiver (beobachtende, wahrnehmende) Kompetenz

- Verstärkung ressourcenorientierten Blickes statt Defizitansatz

- Förderung von Handlungssicherheit in Eskalationssituationen

- Förderung einer reflektierten Professionalität, die sich in der Bandbreite von akzeptierender Einstellung und konfrontativer Haltung bewegt und somit Empathie sowie sachliche Konsequenz beinhaltet

- Konfliktlösungskompetenz

- Förderung von Selbstreflexivität

- Förderung kooperativer und innovativer Arbeitsweisen

 -Aufbau von Unterstützungssystemen im Kontext von Gewaltprävention und Unterrichtsalltag (Fallberatung, Coaching, Fortbildungen, Fachtagungen, externe Fachberatung, Supervision ...) 

Der Förderverein Sicheres Offenbach unterstützt die Projekte an Offenbacher Schulen mit derzeit 25.000 Euro / Jahr. Das Jugendamt der Stadt Offenbach stellt jährlich 21.000 Euro für die direkte Projektarbeit zur Verfügung. Weitere Jugendamtsmittel werden für Fortbildungs- und Tagungsangebote, Material- und Literaturpool eingesetzt. Die Projektleitung liegt ebenfalls beim Jugendamt der Stadt Offenbach. Das Offenbacher Rahmenkonzept/Methodenkoffer „Gewaltprävention an Schulen“ wurde erstmals im Sommer 2005 an 4 Pilotschulen umgesetzt. Derzeit werden 12 Offenbacher Schulen im Rahmen des Konzeptes finanziell gefördert und fachlich unterstützt. Jährlich werden durchschnittlich 2100 Personen durch die Angebote des Rahmenkonzepts erreicht. Hinzu kommen noch Fortbildungs- und Fachtagungsteilnehmer, die an Veranstaltungen im Kontext von Gewaltprävention durch das Jugendamt der Stadt Offenbach angeboten werden

Das Offenbacher Rahmenkonzept wurde seit Beginn im Rahmen zahlreicher Fachveranstaltungen, Präventionstage und Pressekonferenzen bundesweit und vor ausländischen Delegationen bzw. im Ausland vorgestellt. Der Projektreader ist mittlerweile in der 2. Auflage fast vergriffen. Das Projekt erhielt mehrere Auszeichnungen und Anerkennungen.

Beteiligte

Jugendamt Stadt Offenbach, Förderverein Sicheres Offenbach, Geschäftsstelle Kommunale Prävention, Schulen

Sponsoren

Förderverein Sicheres Offenbach

Ziel

Gewaltprävention an Schulen

Jugendamt Stadt Offenbach
Herr Dr. Michael Koch
63065 Offenbach am Main