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Stadt Offenbach

Stadt hat bis zu 43 Prozent Energie eingespart

26.04.2023 – Mit hohen Einsparungen hat die Stadt Offenbach einen wichtigen Beitrag zur Energiesicherheit im vergangenen Herbst und Winter geleistet. Die meisten Maßnahmen können nun bis auf Weiteres wieder zurückgenommen werden.

 „Das wichtigste Ziel war es, durch weniger Verbrauch die Versorgung von Haushalten und Unternehmen mit Wärme und Strom in den kalten Monaten sicherzustellen“, erinnert Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke an die Herausforderung im vergangenen Herbst, einen drohenden Gasmangel im Laufe des Winters zu verhindern. „Auch wenn es für eine abschließende Gesamtbilanz noch etwas zu früh ist, können wir heute schon sagen: Wir haben unser Einsparziel von 20 Prozent in Teilen deutlich übertroffen“, so OB Schwenke. 

„Witterungsbereinigt konnte die Stadt in ihren Liegenschaften bis Ende Februar den Verbrauch von Wärme, also Heizenergie aus Gas oder Fernwärme, um bis zu 43 Prozent senken.“

Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke

Mit umfangreichen Maßnahmen hatte die Stadt in Abstimmung mit anderen hessischen Kommunen Anfang September 2022 auf die ausbleibenden Gaslieferungen aus Russland in Folge des Krieges gegen die Ukraine reagiert. Dazu zählten neben Einsparungen in den städtischen Liegenschaften (Heizung, Warmwasser und Strom) auch das Abschalten der repräsentativen Außenbeleuchtung im öffentlichen Raum und das Dimmen der Straßenbeleuchtung. Bürgermeisterin und Klimadezernentin Sabine Groß betont: „Gemeinsam ist es uns dank der Anstrengungen der Haushalte, der öffentlichen Verwaltung, der Vereine und der privaten Unternehmen gelungen, die akute Energiekrise im Winter gut zu meistern. Einige der Maßnahmen waren durchaus auch unangenehm. Deshalb freue ich mich, dass wir sie nun bis auf Weiteres wieder zurücknehmen können. Gleichwohl hatten alle Einsparungen auch einen positiven Effekt auf den Klimaschutz und haben der Stadt Geld gespart. Energiekrise, Klimawandel und Kosteneinsparungen sind gute Gründe, dass die Stadt konsequent den Umbau ihrer Energieversorgung vorantreibt, um möglichst schnell unabhängig von fossilen Ressourcen wie Gas und Kohle zu werden“, so Groß.

Schritt für Schritt werden nun die meisten Maßnahmen bis auf Weiteres zurückgefahren. Dann werden auch wieder repräsentative Gebäude, Denkmäler und andere Orte wie der Blaue Kran beleuchtet und – sofern sie aus Sicherheitsgründen bislang gesperrt waren – wieder zugänglich gemacht. Beibehalten wird vorerst noch die Absenkung der Heizungen auf maximal 19 Grad in den Büros der städtischen Liegenschaften. Außerdem hält die Stadt am dauerhaften Nachtmodus der Straßenbeleuchtung fest, da diese Maßnahme bislang als gut akzeptiert wahrgenommen wurde und im Sommer ohnehin eine geringere Bedeutung spielt als in den dunklen Wintermonaten.

Möglich ist jedoch, dass es in der nächsten Heizperiode ab Herbst 2023 erneut zu zusätzlichen Energieeinsparungen kommen muss: „Die Versorgung ist noch nicht langfristig gesichert und die Energiepreise bleiben absehbar sehr hoch. Deshalb ist es weiterhin sehr sinnvoll fürs Klima und für das eigene Portemonnaie Energie zu sparen. Welche Maßnahmen seitens der Stadt im Herbst notwendig sein werden, wird von der Situation der Energieversorgung in Deutschland abhängen“, so Groß.

OB Schwenke betont: „Offenbach wird sich über den Hessischen Städtetag erneut dafür stark machen, dass es dann wieder einheitliche und abgestimmte Maßnahmen der hessischen Kommune und Landkreise geben wird. Die dafür eingerichtete Arbeitsgruppe beim Städtetag arbeitet weiter und wird demnächst auch Empfehlungen unterbreiten, welche Zielsetzungen die Städte weiterhin im Blick behalten sollten“, so Schwenke. „Ob es dann wieder zur Absenkung von Raum- und Wassertemperaturen in Gebäuden und Sportanlagen kommen muss, wissen wir heute noch nicht. Mit diesen Fragen müssen wir uns aller Voraussicht nach aber nicht vor dem Spätsommer oder Herbst befassen.“

Positive Bilanz der Einsparungen

Bezüglich der Einsparungen in der vergangenen Heizperiode verweist Stadtrat Martin Wilhelm auf die bereits vorliegenden Einzelauswertungen der für die städtischen Liegenschaften zuständigen GBM Gebäudemanagement GmbH. Sie beziehen sich auf den Zeitraum von Anfang September 2022 bis Ende Februar 2023 und vergleichen die beiden entsprechenden Vorjahreszeiträume. Sie sind witterungsbereinigt – sprich: verzerrende Effekte durch unterschiedlich warme oder kalte Wetterbedingungen wurden herausgerechnet. 

„Wesentlich zur Einsparung beigetragen hat die Absenkung der Raumtemperaturen auf 19 Grad in den Büros von Stadtverwaltung und Stadtwerken. Hinzu kamen die Homeoffice-Regelungen an den Freitagen und über den Jahreswechsel hinweg, als die Verwaltungsgebäude zwei Wochen lang geschlossen blieben“

Stadtrat Martin Wilheim

„So konnte der Gasverbrauch bei den Stadtwerken am Standort Senefelderstraße um überragende 43 Prozent gesenkt werden. Auch im Rathaus wurde das Einsparziel von 20 Prozent deutlich übertroffen: Dort sank der Verbrauch von Fernwärme um 33 Prozent.“

Allein im vierten Quartal 2022 konnte der Bedarf an Heizenergie bei allen Liegenschaften von Verwaltung und Stadtwerken um insgesamt 35,5 Prozent reduziert werden. Ähnlich hoch fiel die Einsparung an Heizenergie zwischen Anfang September und Ende Februar in den weiterführenden Schulen aus, ergänzt Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß: „In der Ernst-Reuter-Schule wurde 30 Prozent weniger Erdgas zum Heizen benötigt, in der Albert-Schweitzer-Schule sank der Verbrauch von Fernwärme um 28 Prozent, in der Rudolf-Koch-Schule wurde sogar 37 Prozent weniger Fernwärme benötigt.“ Auch die Gewerblich-Technischen Schulen sparten mit 26 Prozent immer noch mehr Fernwärme ein als ursprünglich geplant. An den Grundschulen verzichtete die Stadt auf eine Absenkung der Temperaturen.

Dass der Wärmeverbrauch bei der Stadt so deutlich sinken konnte, ist für Oberbürgermeister Schwenke auch der fortschreitenden Digitalisierung der Verwaltung zu verdanken: „Heute haben alle Beschäftigten, die nicht im Außendienst oder im direkten Kundenverkehr tätig sind, die Möglichkeit mittels bereitgestellter Infrastruktur mobil oder von zuhause zu arbeiten. Von dort haben sie Zugriff auf viele Fachanwendungen für Anliegen, die die Bürgerinnen und Bürger online und damit ebenfalls von unterwegs oder von zuhause beantragen oder veranlassen können. Diesen Weg der Digitalisierung geht die Stadt Schritt für Schritt, aber konsequent auch im Rahmen des Onlinezugangsgesetzes weiter“, so Schwenke.

Die Digitalisierung führte umgekehrt jedoch dazu, dass der Stromverbrauch insbesondere an den Schulen kaum oder gar nicht gesenkt werden konnte: Allein den Gewerblich-Technischen Schulen gelang es, den Strombedarf von September bis Februar um 15 Prozent zu verringern. Viele andere Schulen verzeichneten in diesem Zeitraum jedoch einen Anstieg um bis zu 7 Prozent. „Hauptgründe hierfür sind einerseits der Digitalpakt für die Schulen: Im Unterricht wird inzwischen standardmäßig mit LED-Boards und Tablets gearbeitet. Andererseits führen die Luftreinigungsgeräte, die im Zuge der Corona-Krise angeschafft wurden, zu einem Anstieg des Stromverbrauchs“, erläutert Schuldezernent Weiß.

Alle Maßnahmen, die im September umgesetzt und jetzt aufgehoben werden, finden sich zum Nachlesen hier:



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