Inhalt anspringen

Stadt Offenbach

Boden

Boden ist der oberste, belebte Teil der Erdkruste. Synonym werden auch die Begriffe Erde oder Erdreich verwendet. Böden sind sehr vielfältig - sie können beispielsweise nass oder trocken, sandig oder lehmig, humusreich oder humusarm sein. Von besonderer Bedeutung und daher schützenswert sind die obersten zwei Meter. Sie bilden die Grundlage für eine durchwurzelbare Bodenschicht.

Boden ist eine kostbare und nicht erneuerbare Ressource. Deshalb müssen wir sorgsam mit ihm umgehen – für uns und kommende Generationen.

Boden, leblose Materie?

Wussten Sie schon?

  • In einer Handvoll fruchtbaren Boden leben mehr Lebewesen als Menschen auf unserem Planeten.
  • Rund 60 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten der Erde befinden sich im Boden.
  • Im Boden ist mehr Kohlenstoff gebunden als in der globalen Vegetation und Atmosphäre zusammen.
  • Bodenorganismen sind eine der wichtigsten Quellen für unsere Gesundheit.

Der Boden steckt voller Leben!

Lebewesen, die im Boden leben werden auch „Edaphon“ genannt. Dazu gehören winzige Bakterien, Pilze und Mikroorganismen ebenso wie Insekten, Würmer, Spinnen und sogar kleine Säugetiere wie Maulwürfe.  In einem Quadratmeter fruchtbarer Erde tummeln sich allein in den obersten Boden­schichten bis zu eine Billiarde Bakterien (das ist eine Eins mit 15 Nullen!). Würde man all diese aneinanderreihen, könnten sie 25 Mal um die Erde reichen. Diese „Biodiversität“ ist entscheidend dafür, dass unser Boden fruchtbar bleibt – und damit die Lebensgrundlage für uns Menschen und unsere Umwelt bildet.

Der Boden erfüllt viele wichtige Funktionen:

  • Filter und Schutz fürs Trinkwasser: 
    Wenn Regenwasser in den Boden einsickert, wird es in mehreren Schichten wie durch ein natürliches Filtersystem gereinigt. So trägt der Boden wesentlich zur Qualität unseres Grund- und Trinkwassers bei.
  • Wasserspeicher:
    Böden nehmen Regen auf, speichern ihn und geben das Wasser nach und nach wieder frei. So werden Pflanzen auch in Trockenzeiten versorgt. Gleichzeitig verringert ein gesunder Boden das Risiko von Überschwemmungen, weil er wie ein natürlicher Schwamm wirkt.
  • Nährstoffspeicher:
    Böden enthalten wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente. Diese geben sie an die Pflanzen ab – genau dann, wenn sie gebraucht werden.
  • Kohlenstoffspeicher:
    Böden stellen den wichtigsten terrestrischen Kohlenstoffspeicher dar. Humus spielt dabei eine zentrale Rolle bei der Speicherung von Kohlenstoff. Es besteht selbst zu einem Großteil aus organischem Kohlenstoff und entsteht durch die Zersetzung organischen Materials durch Bodenorganismen. Das entlastet die Atmosphäre und trägt wesentlich zum Klimaschutz bei.
  • Kühlfunktion:
    Ein bewachsener Boden wirkt wie eine natürliche Klimaanlage: Er kühlt durch Verdunstung und heizt sich weniger stark auf als Asphalt oder Beton. Deshalb ist es an heißen Sommertagen in Parks oder Wäldern spürbar angenehmer.
  • Biologische Schatzkammer:
    Viele der heute eingesetzten Wirkstoffe in der Medizin verdanken wir den Bodenorganismen. So stammen etwa 70% aller klinisch genutzten Antibiotika direkt oder indirekt von Bodenmikroben. 

Nur gesunde und intakte Böden können all diese Leistungen dauerhaft erbringen. Doch Böden stehen unter Druck: Durch Überdüngung, Schadstoffe, intensive Nutzung, Erosion, Versiegelung, Umweltverunreinigungen/ Altlasten und extreme Wetterereignisse verlieren sie ihre Fruchtbarkeit, Biodiversität und Speicherfähigkeit. Verdichtung und Betonflächen schwächen ihre natürlichen Funktionen erheblich.

Boden des Jahres 2026: Der Archivboden

Die Bodenbildung reagiert auf Veränderungen in der Umwelt und auf menschliche Einflüsse. Man spricht dabei auch vom „Archiv der Natur- und Kulturgeschichte“. Im Rahmen der jährlich stattfindenden Aktion „Boden des Jahres“ steht im Jahr 2026 die Bodenart „Archivboden“ im Fokus. Die Schirmherrschaft hat das Land Hessen übernommen. Auf der Homepage des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) können Interessierte sich über Veranstaltungen informieren:

Wie sieht der Offenbacher Boden aus?

Vor 30 Millionen Jahren lag das heutige Offenbacher Stadtgebiet unter dem Meeresspiegel. Sedimente setzten sich ab. Auenlandschaften kamen und gingen. Als das Wasser verschwand wuchsen Bäume und Sträucher und vergingen wieder. Daraus entstand, wofür der Offenbacher Untergrund heute bekannt ist: neben- und übereinanderliegende Schichten aus Ton, Lehm, Stein oder Sand. Insbesondere der Ton spielt hier eine besondere Rolle. In Offenbach gibt es unterschiedliche Tonschichten, unter anderem den sogenannten Rupelton. Über den Boden in Offenbach gibt es nur allgemeine Daten – es muss deshalb jedes Grundstück für sich betrachtet werden.




Amt für Umwelt und Klima

Stadt Offenbach am Main - Kaiserpalais
Kaiserstraße 39
63065 Offenbach

Hinweise zur Erreichbarkeit

S-Bahn-Linien 1, 2, 8, 9 (Haltestelle Offenbach Marktplatz) Buslinien 103, 104, 108, 551, 41 (Haltestelle Rathaus)

Weitere Hinweise

Parkhaus KOMM, Parkhaus IHK Offenbach, Parkgarage Rathaus, Öffentliche Parkplätze am Mainufer

Öffnungszeiten

Montag - Freitag:
09:00 - 12:00 Uhr

und nach Vereinbarung

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise