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Feuerwehr auf dem Clariant-Gelände
© Alessa/ Hessisches Wirtschaftsarchiv
Durchschnittlich 8 Minuten dauert es heute, wenn ein Notruf über die Telefonnummer 110 abgesetzt wurde, bis die Einsatzkräfte vor Ort sind. Das war nicht immer so. Erst die Initiative der Turner führte 1845 dazu, dass Brandbekämpfung keine reine Privatsache mehr war und auf Freiwilligkeit basierte, die im Laufe der Jahre nicht nur besser organisiert, sondern auch mit einer zunehmend besseren Ausstattung an Gerät, aber auch Personal stattfand. Allerdings dauerte es bis zur Gründung der Berufsfeuerwehr Offenbach bis zum 1. Dezember 1921. Dies geschah auch aufgrund der stetig wachsenden Anforderungen der Industrie, die durch die Freiwilligen Feuerwehren alleine nicht mehr abzudecken waren.
Seit 1845 kümmerten sich Ehrenamtliche des Turnvereins um den Brandschutz in der etwa 11.000 Einwohner zählenden Stadt. Insgesamt vier Wasserspritzen gab es in den Gassen mit ihren eng stehenden Fachwerkhäusern. Drei waren in städtischem Besitz, eine weitere befand sich im Privatbesitz der Tabakfabrikanten Bernard auf deren Firmengelände in der Herrnstraße. Denn bis zur 1767 erlassenen Feuerordnung galt Brandbekämpfung als Privatangelegenheit. Unter Leitung des Seifenfabrikanten Martin Kappus organisierten sich die Turner 1845 und halfen der Feuerwehr beim Löschen großer und kleinerer Brände.
In den folgenden Jahren wuchsen Mannschaftsstärke und kamen neue Geräte hinzu. 1860 verkündete die Bürgermeisterei die erste Dienstordnung für die 218 Männer der Feuerwehr und deren Hilfsmannschaften. 1863 besaß die Offenbacher Feuerwehr bereits sieben Spritzen, zwei Jahre später kam eine weitere als Geschenk der Aachener und Münchener Feuerversicherungsgesellschaft hinzu: Die große Saugspritze war das modernste Gerät, das seinerzeit auf dem Markt zu haben war.

Freiweillige Feuerwehren in Bieber und Rumpenheim

1871 einigten sich die hessischen Feuerwehren bei einem Verbandstag in Offenbach auf die Verwendung einheitlicher Schlauchkupplungen. Kurz darauf, 1871, wurde die Freiwilligen Feuerwehren Rumpenheim und 1876 Bieber und Bürgel gegründet.

Gründung der Berufsfeuerwehr 1921

Technik und Einsatzbereitschaft verbesserten sich stetig, gleichzeitig stieg die Zahl der Brände, so dass 1889 im Stadtverordnetenparlament die Forderung nach einer Berufsfeuerwehr laut wurde. Bis zu deren tatsächlicher Gründung sollten jedoch erst 32 Jahre vergehen, neben Kostengründen sahen insbesondere die Freiwilligen Feuerwehren ihren Status bedroht. Der erste Weltkrieg und der Umstand, dass viele Männern zum Wehrdienst eingezogen waren und die freiwilligen Löschmannschaften den Feuerschutz nicht mehr gewährleisten konnten, führte 1921 zur Gründung einer 30 Mann starken Berufsfeuerwehr.
Am 1. April 1925 wurde im Zuge der Eingliederung der Freiwillige Sanitätskolonne des Roten Kreuzes ein Krankenwagen angeschafft, 1927 kamen eine Automobilspritze und eine Automobilleiter hinzu. Neben Gerätschaften kam auch weiteres Personal hinzu.
Nach dem zweiten Weltkrieg musste das Brandschutzwesen in Offenbach neu aufgebaut werden, im Juni 1945 standen drei Löschfahrzeuge zur Verfügung. Schon ein Jahr später waren 50 Mann bei der Berufsfeuerwehr beschäftigt, 1955 wurde die Zahl auf 60 aufgestockt. 1962 bezog die Berufsfeuerwehr die Feuerwache an der Rhönstraße, zeitgleich wurde der Drei-Schichten-Dienst eingeführt und die Mannschaftsstärke auf 100 angehoben.
Heute sind 150 Männer und Frauen bei der Berufsfeuerwehr beschäftigt und kümmern sich neben Brandschutz und Bekämpfung um zahlreiche Aufgaben, Entenfangen bis hin zu Unfällen mit gefährlichen Stoffen und Gütern gehört zum Aufgabengebiet der Brandschützer.

Geschichte des Rettungsdienstes

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