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Stadt Offenbach

Inbetriebnahme der Phosphatbeseitigungsanlage am Schultheis-Weiher

14.04.2022

Blick in die PEA

Nach umfangreichen Planungen und Vorarbeiten im vergangenen Jahr konnte die Anlage zur externen Phosphatbeseitigung am Schultheis-Weiher in dieser Woche ihren Betrieb aufnehmen.

„Ich freue mich, dass wir endlich die neue Phosphateliminationsanlage (PEA), die durch die Stadtverordnetenversammlung und den Magistrat der Stadt Offenbach beschlossen wurde, am 11. April in Betrieb nehmen konnten. Wir verfolgen verschiedene Maßnahmen für die Verbesserung der Wasserqualität im Schultheis-Weiher – dies ist jedoch die Wichtigste. Wir starten mit dem Badebetrieb und feinjustieren die Anlage, sodass möglichst geringe Störungen stattfinden. Aber bitte keine unrealistische Erwartung: Niemand kann eine ungestörte Badesaison 2022 erwarten“, sagt Bürgermeisterin und Umweltdezernentin Sabine Groß.

Heike Hollerbach, Amtsleiterin des Amtes für Umwelt, Energie und Klimaschutz, erläutert die Situation und betont: „Die Herausforderungen für den Erhalt des Naturschutz- und Naherholungsgebiets sind seit Jahren groß. Die hohen Nährstoffeinträge aus dem Gewässerumfeld, die überdurchschnittlich heißen Sommer, die geringeren Jahresniederschläge und die große Zahl an Wasservögeln bringen das Ökosystem regelmäßig an seine Grenzen. Wir haben einen Restaurierungsplan aus mehreren Bausteinen. Dazu gehört nicht nur die PE-Anlage, sondern auch das Grundwassermonitoring, die Abfischung der schlammwühlenden Fischarten, wie Graskarpfen und Karpfen und die Entnahme der invasiven Krebsarten. Auch die Überwachung der Entwicklungsziele durch Taucher erfolgt wieder in Kürze.“

Ohne geeignete Maßnahmen zur dauerhaften Verringerung der Nährstoffkonzentration gäbe es immer weniger Wasserpflanzen- und Fischarten und auch mit dem Verlust der ökologischen Funktionen des Gewässers im Naturschutzgebiet ist zu rechnen. Ein dauerhaftes Badeverbot wäre die Folge.

Die Phosphatbeseitigungsanlage im Container

Ziel ist die Sauerstofferhöhung

Die in einem begrünten Containermodul untergebrachte PEA hat das Ziel, Phosphate aus dem Gewässer zu entfernen und gleichzeitig den Sauerstoffgehalt zu erhöhen. Dafür werden über eine Saugleitung bis zu 30.000 Liter Wasser pro Stunde entnommen und in die Anlage geleitet. Die PEA selbst besteht im Kern aus einer Phosphatfällungsstufe mit anschließender Mikroflotation zur Entfernung der gebildeten, phosphathaltigen Kleinstpartikel unter Druck, einer Luftsättigungsstufe Bubble-Booster sowie der Flotationsstufe ALMA NeoDAF. Durch den Lufteintrag unter Druck wird sowohl Sauerstoff angereichert als auch ein feiner Luftnebel im Wasser gebildet, der die phosphathaltigen Flockungspartikel an die Oberfläche treibt. Hier werden durch einen Skimmer (Oberflächen-Absauger), die aufgeschäumten Stoffe abgezogen und in einem Entsorgungsbehälter gelagert. Über eine Internetanbindung wird sowohl die Qualität der Behandlung als auch der optische Zustand der Anlage kontinuierlich von einer beauftragten Firma überwacht. Bei durchgängigem Betrieb kann die Anlage pro Jahr bis zu 250.000.000 Liter Wasser behandeln. Parallel zu den Reinigungsmaßnahmen wird die Gewässergüte fortlaufend überwacht. Auch um festzustellen, wie lange der Reinigungsprozess durchgeführt werden muss.

Dr. Patrick Slattery, zuständiger Projektleiter beim Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz: „Wir dürfen keine schnellen Ergebnisse erwarten, schließlich ist die Anlage hier, an einem Weiher dieser Größe, ein Pilotprojekt, das auch wissenschaftlich begleitet wird. Die Auswirkungen der externen Phosphatbeseitigung werden sich voraussichtlich erst nach einer ausreichenden Anlagenlaufzeit einstellen. Aktuell ist eine Testphase von fünf Jahren vorgesehen.“

Der Eintrag von Nährstoffen durch den Grundwasserzustrom wird parallel über ein Netz von Grundwassermessstellen untersucht. Abhängig von den Ergebnissen muss die Flächennutzung im Grundwassereinzugsgebiet betrachtet werden.

Zusätzlich zu dem technischen Lösungsansatz wird auch weiterhin regulierend in die Biozönose (Gemeinschaft von Lebewesen innerhalb eines abgegrenzten Lebensraumes) des Schultheis-Weihers eingegriffen: Am Gründonnerstag und Karfreitag wird von Berufsfischern eine Hegebefischung durchgeführt. Ziel ist die Entnahme von Karpfen, Graskarpfen, großen Welsen und invasiven Krebsarten. Die Hegebefischung erfolgt mit Stellnetzen, Krebsreusen und einem Elektrofanggerät. Der Fang wird der Vereinigung Offenbacher Angelvereine (VOA) übergeben.

Das Amt für Umwelt, Energie und Klimaschutz der Stadt Offenbach hat alle Maßnahmen und Messparameter mit den oberen Behörden für Naturschutz, Fischerei, Wasser abgestimmt.


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