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Memoriam-Garten auf dem Neuen Friedhof
Treuhandstelle für Dauergrabpflege Hessen-Thüringen hat den Memoriam-Garten in Kooperation mit der Friedhofsverwaltung angelegt. © SOH
Der Offenbacher Neue Friedhof hat einen neuen Blickfang: Ein großer Memoriam-Garten auf knapp 1500 Quadratmetern mit Wasserspiel, Bänken, Strandkorb, Nistkästen für Vögel und Insektenhotels, ist seit Donnerstag eingeweiht und eröffnet. Für eine Bestattung in dieser Anlage mit rund 160 Pflanzenarten in mehr als 5000 Exemplaren ist ein vorheriger Vertragsabschluss mit der Treuhandstelle für Dauergrabpflege Hessen-Thüringen notwendig. Diese garantiert dann für die vereinbarte Ruhezeit eine rund um das Jahr gepflegte Grabstelle.

Der Offenbacher Memoriam-Garten ist nicht nur einer der größten, sondern auch der 100. deutschlandweit und der 25. in Hessen, den die Treuhandstelle in Kooperation mit den jeweiligen Friedhofsverwaltungen sowie Friedhofsgärtnern und Steinmetzen angelegt hat.

„Mit den Memoriam-Gärten werten wir nicht nur unsere Friedhöfe als Grünanlagen gerade auch im innerstädtischen Bereich auf. Wir gehen auch auf die veränderte Bestattungskultur ein. Immer mehr Menschen wollen nicht, dass nach ihrem Tod Hinterbliebene mit der Grabpflege belastet werden und viele Angehörige können diese auch gar nicht mehr leisten. Gleichzeitig möchten aber die wenigsten auf eine schöne Erinnerungsstätte verzichten. Deshalb greifen wir in Offenbach gerne den Trend auf, mit Memoriam-Gärten gepflegte und besondere Grabstellen ohne Verpflichtung für die Hinterbliebenen bereitzustellen“, sagt Bürgermeister Peter Freier.

Bestattungsform wird in Offenbach nachgefragt

Memoriam-Garten auf dem Neuen Friedhof
© SOH

Damit sei die große Vielfalt an Bestattungsangeboten auf den Städtischen Friedhöfen noch erweitert worden, ergänzt Christian Loose, stellvertretender Leiter des Eigenbetriebs der Stadt Offenbach am Main (ESO). „Auf unseren Friedhöfen haben nicht nur Menschen verschiedener Religionen die Möglichkeit, ihre Angehörigen nach den entsprechenden Vorschriften und Bräuchen zu bestatten. Wir bieten auch eine große Auswahl an Grabfeldern mit unterschiedlichem Kosten- und Pflegeaufwand.“

Von der günstigen anonymen Bestattung auf einem Rasenfeld über das klassische Reihengrab bis hin zur jetzt erstmals in einem Memoriam-Garten möglichen Erdbestattung reiche das Angebot.

Diese Bestattungsform wird in Offenbach sehr nachgefragt: „Unsere bisherigen vier gärtnerbetreuten Grabfelder auf den Offenbacher Friedhöfen mit verschiedenen Möglichkeiten zur Urnenbestattung sind bereits gut belegt“, sagt Gabriele Schreiber, Leiterin der Städtischen Friedhöfe, „deshalb sind wir froh, jetzt diese große Anlage für rund 700 Bestattungen zu haben. Hier können wir noch einmal ganz besondere Akzente setzen.“ Denn die Memoriam-Gärten seien nicht nur für die Hinterbliebenen ein besonders schöner Ort des Gedenkens. Auch für die Friedhofsbesucher seien diese liebevoll angelegten und professionell gepflegten Anlagen ein Blickfang.

Pflege wird von Friedhofsgärtnerei übernommen

Memoriam-Garten auf dem Neuen Friedhof
Der Memoriam-Garten läd zum verweilen ein. © SOH

„Bei Memoriam-Gärten wird die Pflege immer dauerhaft von qualifizierten Friedhofsgärtnereien übernommen“, sagt Birgit Ehlers-Ascherfeld, Vorsitzende der Gesellschaft deutscher Friedhofsgärtner und Mit-Initiatorin des Konzeptes, „dabei sind die Grenzen zwischen dem einzelnen Grab und der Umgebung fließend, so dass die Gesamtanlage einen ästhetischen und homogenen Eindruck vermittelt.“ Dennoch erhalte jeder Verstorbene ein eigenes Grabmal, ergänzt Sabrina Eggert von der Treuhandstelle für Dauergrabpflege Hessen-Thüringen GmbH. „Jeder wird hier mit seinem Namen und seinen Daten genannt.“

Und der 100. Memoriam-Garten bietet noch mehr: Er lädt die Besucher mit seiner besonderen Ausstattung und dem Boot mit Sprudelstein inmitten einer Dünenlandschaft zum Verweilen ein. In Kooperation mit dem Verein Treffpunkt Friedhof sind hier auch kulturelle Veranstaltungen in einem kleinen und würdigen Rahmen, wie beispielsweise Lesungen, geplant. Dafür wurde eigens ein Platz mit Sitzmöglichkeiten innerhalb der Anlage geschaffen.

ARbeitsgemeinschaft Memoriam-Garten pflegt die Anlage

Von der Anlage sind auch die Mitarbeiter der drei Friedhofsgärtnereien und zwei Steinmetzbetriebe überzeugt, die sich zur „Arbeitsgemeinschaft Memoriam-Garten Offenbach“ zusammengeschlossen haben. Sie haben das Areal geplant und werden es weiter betreiben. „Wir haben an diesem Garten in den vergangenen Wochen richtig gerne gearbeitet“, sagt Ulrich Fernau, Sprecher dieses Zusammenschlusses. „Damit wir hier eine harmonische Farbgebung erhalten, haben wir tagelang die Pflanzen ausgesucht.“

Kindergartenkinder übergeben Nistkästen
Die Kinder aus den Kindergärten St. Pankratius, der Erlösergemeinde und Heilig Kreuz haben Vogelhäuschen für den Memoriam-Garten bemalt und diese bei der Eröffnung übergeben. © SOH

Auch geflügelte Besucher sollen sich wohlfühlen: Hier sind gezielt viele Stauden gepflanzt, die für Bienen und andere Insekten Nahrung bieten. Außerdem wurden während der Eröffnung von einigen der kleinen Besucher der Kindergärten St. Pankratius, der Erlösergemeinde und Heilig Kreuz Nistkästen übergeben. 40 Stück davon hatte die Friedhofsverwaltung zuvor zum Bemalen an die Einrichtungen verteilt. Nun sollen die bunten Nistkästen rund um den Memoriam-Garten und auf anderen Offenbacher Friedhöfen aufgehängt werden.

19. Juli 2019