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Einflussreicher Fabrikant, großzügiger Mäzen und erster jüdischer Ehrenbürger: Ludo Mayer hinterließ viele Spuren in Offenbach. Dazu gehört auch seine monumentale Grabstätte im jüdischen Teil des Alten Friedhofs.
Ludo Mayer Denkmal auf dem Alten Friedhof in Offenbach am Main
© Alexander Habermehl

Grabmal Ludo Mayer

Ludo Mayer, geboren am 28. April 1845 in Offenbach, trat 1870 in die von seinem Vater mitgegründete Lederfabrik Mayer & Feistmann (später Mayer & Sohn) ein. Als erster in Deutschland führte er Ende des 19. Jahrhunderts die Chromgerbung ein: Mit diesem bis heute üblichen Verfahren entwickelte sich die Offenbacher Fabrik zu einem europaweit führenden Unternehmen in der Lederherstellung.

Auch als Mäzen engagierte sich der Fabrikant für seine Stadt. Mayers Großzügigkeit verdankte Offenbach 1910 bis 1913 den Neubau der Technischen Lehranstalten, aus denen die Hochschule für Gestaltung hervorging. Der gegenüber liegenden Stadtbibliothek im Isenburger Schloss stiftete er eine (im Zweiten Weltkrieg zerstörte) Innenausstattung, und auch für den Bau eines Brunnens auf dem Schlossplatz, dem Schnittpunkt zwischen Renaissance und Moderne, stellte er Gelder bereit.

Nach einem Wettbewerb schuf der Darmstädter Bildhauer Prof. Heinrich Jobst dort einen Jugendstil-Brunnen: Er zeigt Merkur, Gott des Handels und Gewerbes, der Pluto, den Gott des Reichtums, an seiner Hand führt. Eingeweiht und „getauft“ wurde das Werk im Juni 1917 nach dem damaligen Großherzog, als Ernst-Ludwig-Brunnen. Kurz darauf starb Ludo Mayer (am 14.08.1917) während eines Kuraufenthalts in Bad Nauheim – und seit 1918 trägt der Brunnen, der als eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Offenbach gilt, seinen Namen.

Für die Verdienste um Offenbach ernannte die Stadt Ludo Mayer an seinem 70. Geburtstag 1915 zum Ehrenbürger. Sein tempelähnliches Grab hat ebenfalls Heinrich Jobst entworfen. Als einziges Denkmal auf dem jüdischen Teil des Alten Friedhofs zeigt es bildliche Darstellungen; darauf wurde sonst aus religiösen Gründen verzichtet.