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Andreas Bär ist seit gut acht Jahren in der Offenbacher Friedhofsverwaltung – seit dem 1. Oktober 2020 übernimmt er als Disponent weitere Aufgaben. Im RUHEPUNKT-Interview erzählt er, was ihn an den Ruhestätten reizt und welche Momente ihn dort besonders bewegen.
Andreas Bär, Disponent in der Friedhofsverwaltung Offenbach
Andreas Bär erlebt auf den Friedhöfen in Offenbach bewegende Momente - und besucht auch gerne andernorts die Ruhestätten. © SOH / Nicole Unruh

Herr Bär, wie kamen Sie zur Friedhofsverwaltung?
Während meiner Abschlussprüfungen zum Bürokaufmann bei den Stadtwerken 2012 ist mein Großvater gestorben. Das hat mich dem Thema Tod zum ersten Mal nähergebracht. Da genau zu dieser Zeit eine Stelle in der Friedhofsverwaltung frei war, habe ich nicht lange gezögert.

Was fasziniert Sie an den Ruhestätten?
Ich bin einfach gerne auf Friedhöfen unterwegs, freue mich über schöne, alte Steine und bestaune ihre Verwachsungen mit den Bäumen. Mittlerweile habe ich einen solchen Hang zu diesen Orten und ihrer Atmosphäre, dass ich kaum eine Stadt besuchen kann, ohne auf deren Friedhöfe zu gehen. So bleibe ich auch auf dem Laufenden, was auf anderen Ruhestätten passiert und umgesetzt wird.

Welche Aufgaben bringt Ihre neue Stelle mit sich?
Künftig habe ich die Personalverantwortung für den Außendienst und übernehme noch mehr Projektmanagement, etwa für die gärtnerbetreuten Grabanlagen, die in unserer täglichen Arbeit eine immer größere Rolle spielen. Durch meine Erfahrung kann ich auch je nach Anlass meine Chefin Gabriele Schreiber vertreten.

Inwiefern ist der November ein besonderer Monat für Sie?
Durch die Feier- und Totengedenktage haben wir natürlich mehr zu tun – vor allem an den Wochenenden, wenn spezielle Gottesdienste und Kranzniederlegungen anstehen. Dann kommen mehr Besucherinnen und Besucher als in allen anderen Monaten, und alles muss ganz besonders sauber und ordentlich sein, sonst glüht am Montag das Telefon.

Gab es Momente auf dem Friedhof, die Ihnen besonders in Erinnerung blieben?
Erst kürzlich hat mich eine Trauerfeier sehr bewegt, als ein kleines Mädchen weinend am Grab ihres Papas stand. Da habe ich mich gefragt, wie das wäre, wenn mein sieben Jahre alter Sohn nun hier stehen müsste, und meine Augen sind feucht geworden. Es gibt aber auch immer wieder schöne Erlebnisse, gerade wenn Trauerfeiern mit Live-Musik gestaltet werden. Neulich hat ein Mann für seinen verstorbenen besten Freund auf der Mundharmonika gespielt, das war ein echter Gänsehaut-Moment.