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Bürgel rückt in den Fokus: Mit einer Bürgerwerkstatt startete der Prozess zur Entwicklung dieses attraktiven Wohnstandorts. In Stadtspaziergängen und Workshops diskutierte die Stadt mit den Einwohnern vor Ort Entwicklungsmöglichkeiten des Stadtteils und erarbeitete ein Integriertes Entwicklungskonzept.
Mainufer
© Jessica Schäfer

Bürgel besticht durch seine gute Lage im Stadtgebiet: Direkt am Mainbogen gelegen, verleihen ihm die Nähe zum Kuhmühlgraben, zum Schultheißweiher und der Innenstadt von Offenbach eine interessante Spannung zwischen urbanen und dörflichen Charakter mit kurzen Wegen, guten Naherholungsmöglichkeiten und hoher Identifikation mit dem Wohnstandort. Das lebendige Vereinswesen zeugt von der Bindung der Bürgerinnen und Bürger an ihren Stadtteil.

Bürgel ist einer der ältesten Stadtteile Offenbachs, bereits im Jahr 790 wurde der Ort das erste Mal urkundlich erwähnt. Seit 1906 gehört Bürgel zu Offenbach, seinen eigenständigen, traditionsreichen Charakter und Charme konnte es sich bis heute bewahren.

Gasse mit einem Fachwerkhaus am Ende
© Stadt Offenbach

Stadtteilentwicklung: Bürgel macht den Anfang

Schon im Rahmen des Masterplanprozesses wurde deutlich: Die äußeren Stadtteile Offenbachs sind attraktive Wohnstandorte für Jung und Alt. Damit das in Zukunft so bleibt, sollen sie gestärkt und in ihrer Wohn- und Versorgungsfunktion gesichert werden. Als Maßnahme des Masterplans ist geplant, Stadtteilentwicklungskonzepte zu erarbeiten, die als Richtschnur für die zukünftige Entwicklung der Stadtteile dienen sollen. Bürgel macht den Anfang.

Bestandsaufnahme der Ist-Situation

Die Grundlage für das Stadtteilentwicklungskonzept Bürgel bildete eine ausführliche Analyse der Ausgangssituation, um die Wohnqualität des Stadtteils besser bewerten zu können. Bürgel wurde genau unter die Lupe genommen: Wie wohnen die Bürgeler, wo gehen sie einkaufen und welche Orte der Begegnung gibt es?

Einen wesentlichen Beitrag zur Bestandsaufnahme und zur Erarbeitung des Konzepts leisteten die Bewohnerinnen und Bewohner von Bürgel. Sie hatten die Möglichkeit in Rundgängen, Interviews und Bürgerwerkstätten ihre Sicht auf Chancen und Probleme des Stadtteils einzubringen. 

Ziel des Stadtteilentwicklungskonzepts

  • Wohnstandort Bürgel stärken
  • Besondere Qualitäten und Chancen hervorheben
  • Anpassungserfordernisse an den Wohnstandort identifizieren (Versorgungslage, Erreichbarkeit …)
  • Gestaltungsmöglichkeiten der Bürger erkennen, Eigeninitiative unterstützen und Identifikation mit Stadtteil fördern
  • Ausweisung eines Sanierungsgebiets im historischen Dorfkern und den Gründerzeit-Gebieten prüfen und ggf. vorbereiten
  • Aufnahme in die Neuauflage des Bund-Länder-Programms „Aktive Kernbereiche“ zur Finanzierung investiver Maßnahmen (z. B. Dalles) prüfen und ggf. beantragen

    Ergebnis: Rahmenplan mit Maßnahmenpaket

Bürgerbeteiligung / Stadtteilentwicklungskonzept

Die Erarbeitung eines Stadtteilenwicklungsonzeptes wurde durch vielfältige Angebote der Bürgerinnen und Bürger- und Akteursbeteiligung begleitet. Den Beginn des Prozesses stellte eine intensive Bestandsaufnahme, die Bürgel themenbezogen vom Verkehr über die Siedlungsentwicklung (Wohnen und Gewerbe), die Versorgung bis hin zu Grün- und Freiräumen analysierte. Daraus abgeleitete Fragestellungen wurden mit den Bürgerinnen und Bürgern auf einer großen öffentlichen Auftaktveranstaltung besprochen. Es gab im Vorfeld eine Fotoaktion, im Rahmen derer die Bürgelerinnen und Bürgeler Fotos von Bürgel einreichen konnten. Im Ergebnis konnte ein ganz eigener Blick auf den Stadtteil aus der Sicht der Bewohner und Bewohnerinnen gewonnen und für das Projekt sensibilisiert werden.

Auf den Auftakt folgten vier Spaziergänge durch den Stadtteil, bei denen etwa die Versorgung und die Stadtteilgeschichte beleuchtet wurden und auch Zielgruppen wie Seniorinnen und Senioren und Jugendliche das Wort hatten. Speziell für die Belange der Vereine gab es einen gesonderten Workshop. Hinweise, Blickwinkel, Ideen und kritische Anmerkungen wurden gesammelt und die Ergebnisse planerisch bewertet.

Unter dem Titel „Leben in Bürgel“ wurden parallel Geschichten eingesammelt und Porträts erstellt. Dreizehn Geschichten und Gesichter bilden ein subjektives Bild von Bürgel, das ermöglicht, den Stadtteil noch besser zu verstehen. Die daraus entstandene Ausstellung bietet einen ganz persönlichen Einblick in das Stadtteilleben.

Auf dieser Seite sind alle Veranstaltungen beschrieben und die Ergebnisse zusammengefasst. Die Ergebnisse bilden eine wichtige Wissensquelle und gehen in das Stadtteilentwicklungskonzept ein. Die dort benannten Projekte und Maßnahmen haben zum Ziel, den Stadtteil aufzuwerten, die Lebens- und Wohnbedingungen zu verbessern und die Wohnfunktion Bürgels zu stärken.

Da es einen besonderen Handlungsbedarf im Ortskern gibt, hat sich die Stadt mit dem Programmgebiet „Ortskern Bürgel“ um Fördermittel aus dem Bund-Länder-Programm „Aktive Kernbereiche in Hessen“ beworben. Das Städtebauförderprogramm „Aktive Kernbereiche in Hessen“ zielt auf die Stärkung von zentralen Versorgungsbereichen ab und hat eine Laufzeit von zehn Jahren. 

Rückblick Bürgerbeteiligung:

Erste Bürgerwerkstatt am 16. Mai

Der Auftakt zur Bürgerbeteiligung fand am 16. Mai 2017 statt. In einer Bürgerwerkstatt diskutierten 100 Personen die Chancen und Probleme des Stadtteils. 

Der Werkstatt folgten drei Stadtspaziergänge im Mai und Juni mit unterschiedlichen Schwerpunkten: Um den „Ortskern und Sanierung“ ging es am 29. Mai, um „Bürgel allgemein“ am 30. Mai und am 13. Juni lag der Schwerpunkt des Spaziergangs auf „Barrierefreiheit und Senioren“.

Stadtteilspaziergänge am 29. und 30. Mai

Die knapp zweistündigen Rundgänge zu den Themen „Ortskern und Sanierung“ sowie „Bürgel allgemein“ waren als Fortsetzung der Bürgerbeteiligung zum Stadtteilentwicklungsprozess angesetzt.

Zusammen mit den Fachleuten des Amtes für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement machten sich jeweils rund 25 Personen ein Bild der Situation an Ort und Stelle. Stationen waren der Dalles, der historische Dorfkern, das Mainufer mit dem Reichstag, die fast vergessene Automatenfabrik der Gebrüder Hau in der Kurfürstenstraße, Reste der historischen Stadtmauer und die Langstraße.

Zweite Bürgerwerkstatt am 29. Juni

Am 19. Juni gab es einen Vereins-Workshop und am 29. Juni fand schließlich die zweite Bürgerwerkstatt statt. In der zweiten Bürgerwerkstatt ging es um folgende Fragen: Welches Zukunftsbild haben die Anwohner von Bürgel? Welche Projekte können Impulse geben? Welche Maßnahmen sollen vertieft werden?

Dritte Bürgerwerkstatt am 16. Oktober 2017

Bei der dritten Bürgerwerkstatt in der ESO-Sportfabrik, Mainzer Ring 150, wurden die Ergebnisse des Bürgerbeteiligungsprozesses vorgestellt. Projektleiterin Anna Biegler vom Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement stellte die Strategie für die zukünftige Entwicklung Bürgels zur Diskussion und hat mit den Bürgerinnen und Bürgern die Umsetzung von Maßnahmen priorisiert.

Bildergalerie zur Fotoaktion "So wohnt Bürgel"

Wir wollten von Ihnen wissen: Wie wohnt eigentlich Bürgel? Was ist Ihr Lieblingsplatz in Bürgel? Die Fotoaktion lief bis zum 13. Mai 2017. Vielen Dank für die eingesendeten Fotos, die in der Bildergalerie zu sehen sind.

Leben in OF

Zukunft gestalten: Masterplan Offenbach

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